Themen: Die radikalen Pläne der AfD +++ Brokstedt ein Jahr danach +++ Alte, weiße Männer?

Ist es Größenwahn?

26. Januar: „Die radikalen Pläne der AfD. Ob Migration oder Sicherheit, Wirtschaft oder öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Wie sich die Partei Deutschland vorstellt“

Hat mal jemand diese Artikel in Sachsen oder Thüringen in den Zeitungen veröffentlicht? Wenn alle nicht deutschstämmige Mitbürger ausgewiesen werden, woher will die AFD dann die Fachkräfte nehmen. Aus ihrer Klientel vielleicht? Von welchen Steuergeldern wollen sie dann die Landwirtschaft unterstützen? Aus der EU austreten? Schaut euch Großbritannien an. Die meisten Briten bereuen es bitter. Wer glaubt denn, dass das kleine Deutschland gegen China, USA oder Russland konkurrenzfähig ist. Ist es Größenwahn oder Dummdreistigkeit der AfD solche Pläne zu machen. Mit der Meinungs- oder Nachrichtenfrei ist dann auch vorbei. Schaut euch doch Ungarn an.

Karen Weidmann-Henkel

Es ist ein Skandal

25. Januar: „Brokstedt ein Jahr danach – was hat sich getan? Ein staatenloser Palästinenser tötet am 25. Januar 2023 zwei junge Fahrgäste in der Bahn nach Hamburg. Welche Konsequenzen gezogen wurden“

Es ist ein Skandal, dass es bei dieser Tat und der Beweislage noch kein Urteil gibt. Wie lange müssen die Hinterbliebenen noch warten, damit sie mit diesem entsetzlichen Geschehen abschließen können.

Frank Koschnick, Norderstedt

Fehlende Konsequenzen

Es gab Zeiten, da hatten solche Vorfälle auch politische Konsequenzen. Heute sitzt man sein eigenes Fehlverhalten einfach bequem aus und konkrete Konsequenzen darf man schon lange nicht mehr erwarten. Darüber darf man auch gern einmal diskutieren, dass zeigt nämlich auch, wie unser Verständnis von Demokratie erodiert. Ich gehe sogar noch weiter, mein Eindruck ist eher, das Diskussionen grundsätzlich nicht mehr erwünscht sind, sondern nur noch Leitbilder postuliert werden.

Christiane Dornecker

Eigene Gedanken machen

25. Januar: „Die blonde Denunziantin vom Kurfürstendamm. Sie verriet Juden an die Nazis, um selbst zu überleben: Der Film „Stella. Ein Leben“ drückt sich um eine klare Haltung“

Der Autor des Artikels schreibt in seiner Filmkritik: „(...) der Film drückt sich um eine Haltung und ist deshalb problematisch.“ Der Satz ist, offen gesagt, unerträglich. Ich hätte mal lesen wollen, was der Autor geschrieben hätte, wenn der Film (ich kenne ihn übrigens noch nicht) eine Haltung zeigen würde, die aus Sicht irgendeiner bzw. irgendeines der neuerdings vielen Expertinnen bzw. Experten und/oder des Autors als antisemitisch zu kennzeichnen wäre. In Wirklichkeit rügt der Autor also, dass der Film keine „antiantisemitische“ (so muss es wohl heißen) Haltung, jedenfalls keine als ausreichend empfundene, zeige, und dies erklärt der Autor für problematisch. Ist es jetzt schon problematisch, wenn ein Kunstwerk es den Kunst-Konsumentinnen und -Konsumenten überlässt, sich Gedanken zu machen und eine eigene Haltung zu entwickeln? Werden im übertragenen Sinne jetzt wieder Bücher verbrannt?

Martin Weise

Katastrophale Erfahrung

23. Januar: „112 oder 116 117: Wann wählt man welchen Notruf?“

Meine Erfahrung mit 116 117 in der letzten Woche ist katastrophal. Ich benötigte dringend einen Termin beim Kardiologen. Eine Eilüberweisung des Hausarztes lag vor. Nach zweimaliger 15 minütiger Warteschleife flog ich aus dem System. Erst durch Vermittlung des Hausarztes erhielt ich zeitnah einen Termin. Was nützt 116 117 wenn man nicht einmal die Möglichkeit hat, sein Anliegen vorzutragen. Eigentlich bleibt dann nur 112 zu wählen, die ja, laut ihrem Bericht, entlastet werden soll.

Helga Wesse

Mehr Hartnäckigkeit

23. Januar: „Caren Miosgas Premiere. Die Anne-Will-Nachfolgerin startete Sonntag mit Talk-Gast Friedrich Merz und einem neuen Konzept“

Anscheinend haben der Verfasser/die Verfasserin des Artikels und ich verschiedene Sendungen gesehen. Caren Miosaga ist eine sympathische, eher etwas zurückhaltend agierende Moderatorin, die bei Antworten ihres Gastes selten kritisch nachfragt und lieber zur nächsten Frage übergeht. In dieser Hinsicht sollte sie sich etwas mehr von der Hartnäckigkeit einer Sandra Maischberger oder eines Markus Lanz abschauen, sonst gerät ihr Einzelgespräch zu Beginn der Sendung zu sehr zu einer Art Dampfplauderei, und diese ist zwar RTL-tauglich aber zur Primetime am Sonntag Abend in der ARD eher fehl am Platz. Jedenfalls sind 30 Minuten eindeutig zu lang dafür. Die sich anschließende Diskussionsrunde könnte in Zukunft spannend werden. Denn die Moderatorin lässt den eingeladenen Gästen Raum auch für etwas längere Ausführungen und greift nur gelegentlich strukturierend ein. Das unterscheidet Caren Miosga auf erfrischende Weise von Maybritt Illner und Anne Will, die den direkten Meinungsaustausch zwischen ihren Gästen nur ungern zulassen und mit ständig neuen Fragen, eine aufkommende Diskussion oder eine Vertiefung des Themas zum Leidwesen aller Mitwirkenden immer wieder abwürgen.

Hartmut Graf

Kinderfreibetrag abschaffen

22. Januar: „Ampel streitet über höheren Kinderfreibetrag“

Warum nicht einfach und gerecht? Kindergeld für alle und dafür den Kinderfreibetrag abschaffen, der besser Verdienende unnötig noch besserstellt. Das wäre ein Beitrag für Gleichbehandlung aller Kinder und würde zudem das ohnehin komplizierte Steuersystem etwas vereinfachen. Finanzämter müssten nicht mehr ausrechnen, ob die Anrechnung des Kinderfreibetrages für Steuerzahlende mehr Euro ergibt, als das Kindergeld. Warum ist davon bisher nichts zu hören und zu lesen?

Christian Diesener

Gesetz zum Vornamenswechsel

0./21. Januar: „Fanta oder Unity – die kuriosesten Babynamen. Einige Eltern in Hamburg wählten 2023 sehr exotische Namen für ihren Nachwuchs. Ein Überblick“

Ich war ja schon immer für ein Gesetz, das Kinder mit dem 18. Geburtstag erlaubt, die Eltern zu zwingen, den Vornamen mit ihnen zu wechseln. Dann würden sich die Eltern von Lady-Amarilla oder Charlie-Manfred das vielleicht überlegen, ob sie sich selber gerne so anderen Menschen vorstellen wollen. Bei der Namensüberlegung sollten zukünftige Eltern immer daran denken, wie sie selber reagieren würden, wenn sich ein 25-jähriges Gegenüber mit diesem Vornamen vorstellt.

Silke Kuehl

Fühle mich diskriminiert

25. Januar: „Alte, weiße Männer? Wer in Hamburg AfD wählt. Männliche Politiker dominieren Partei, doch ihre Anhängerschaft ist viel gemischter. Wo ihre Hochburgen sind“

Ich bin weiß Gott keine Mimose, fühle mich aber als alter weißer Mann (mit etwas verbliebenem Grau) diskriminiert. Gleich fünfmal reitet man auf diesem hier negativ besetzten Begriff herum, und dies nicht zum ersten Mal im Hamburger Abendblatt. Dabei sind es diese Männer, die unser Land vorangebracht haben – man denke an Loriot, viele Politiker oder auch an Ihren wunderbaren Kolumnisten, Herrn Schmachthagen.

Andreas Willscher

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