Themen: Neue Tourismus-Studie +++ Bäderland fehlen Mitarbeiter +++ Preis für Fernwärme schockiert Mieter.

Nicht so toll: Prepaidkarte

25. Januar: Kommentar: „Hamburg ist toll, toll, toll. Neue Tourismus-Studie lässt Leser ratlos zurück“

Der Kommentar von Matthias Iken trifft es genau! Alles ist supertoll in Hamburg. Dazu meine Erfahrung mit dem Prepaid-Ticket: Seit Anfang Januar versuche ich in Sasel eine Prepaidkarte bei Rewe, Shell, Aral zu kaufen. Vergeblich, nicht lieferbar. Also geht’s weiter mit dem Auto. Ich wünsche mir ausgebildete Manager/Managerinnen statt Ideologen in der Verwaltung unserer schönen Stadt Hamburg.

Klaus Noetzel

Auf Boni verzichten

23. Januar: „Lokführer wollen sechs Tage streiken – was auf Hamburg zukommt. S-Bahn will ein Grundangebot für die Fahrgäste sicherstellen“

Ein Gesichtspunkt des Streiks fand bisher kaum Erwähnung: Wenn die Güterzüge stehen, müssen zwangsläufig noch mehr Lkw eingesetzt werden. Da stellt sich doch die Frage nach der Klimabilanz neben zu erwartenden noch größeren Staus auf Autobahnen und Fernstraßen. Aber Herrn Weselsky geht es ganz offensichtlich darum, sich vor seinem Ruhestand noch einen publikumswirksamen „Abgang“ zu verschaffen: Auf Kosten des Umweltschutzes und der Umsteigewilligen vom Auto auf die Bahn. Es ist ja durchaus zu verstehen, dass jeder mehr Geld haben und weniger arbeiten möchte. Würde der Bahnvorstand, Aufsichtsrat etc. auf einen Teil des Gehalts und einige Boni verzichten, ließen sich die Gehaltsforderungen für die Lokführer sicher schnell erfüllen. Stichwort: „Umverteilung“.

Reinhard Tetzlaff

Lokführer verbeamten

Wann endlich kommt Herr Weselsky vor den Kadi? Wozu er seine Lokführer immer wieder aufruft, ist kein Arbeitskampf, sondern Geiselnahme. Dadurch, dass er auf die Bahn angewiesene Menschen und vor allem auch die Wirtschaft, der er Millionenschäden zufügt, aussperrt, um seine Forderungen von der Bahn zu erpressen, nimmt er vorsätzlich diese Unbeteiligten als Geiseln. Offenbar lehnt seine Gewerkschaft auch eine zur Aufrechterhaltung des Bahnverkehrs erforderliche Schlichtung ab. Beides, Geiselnahme wie Erpressung sind Tatbestände im Strafrecht. Die Bahn allerdings hätte eine einfache Möglichkeit, dies volkswirtschaftlich schädliche Vorgehen zu beenden: Sie müsste die Lokführer (wieder?) verbeamten, und schon hätte die Streikerei ein Ende.

Dr. Gunter Alfke

Gegen Altersarmut: Eigentum

22. Januar: „Kaufen oder mieten? Das raten Experten. Die Vor- und Nachteile beider Wohnvarianten“

Im Abendblatt wird regelmäßig die Milchmädchenrechnung aufgestellt, dass mieten günstiger sei als kaufen, was jedoch falsch ist, denn es liegt in der Natur der Sache, dass langfristig gesehen kaufen immer günstiger ist. Ein Vermieter strebt in der Regel einen Überschuss an, der bei Kauf und Selbstnutzung entfällt. Außerdem kann man nicht eine langfristig angelegte Finanzierung über 15 oder 20 Jahre mit einer Momentaufnahme von Mietkosten vergleichen. In dieser Zeitspanne erhöhen sich erfahrungsgemäß die Mieten, so dass die Kosten auch über diesen Zeitraum verglichen werden müssen. Entscheidend ist aber die Tatsache, dass im Vergleich zur Miete nur die gezahlten Zinsen und Erwerbskosten gerechnet werden dürfen, denn die Tilgung, die übrigens bei einem üblichen Annuitätendarlehen im Laufe der Zeit ansteigt, stellt einen Kapitalaufbau dar. Man könnte sie auch als Altersvorsorge betrachten und anstatt einer Lebensversicherung einsetzen. Wenn man die Immobilie rechtzeitig vor Rentenbeginn erwirbt, besteht die realistische Chance, dass man im Alter keine mietähnlichen Kosten aufzubringen hat, was einem zusätzliche finanzielle Spielräume ermöglicht. Außerdem lässt sich eine über viele Jahre konstante Rate viel zuverlässiger kalkulieren als eine Miete mit unsicheren Steigerungsraten. Die Frage der Liquidität, also ob man die Raten für Zins und Tilgung aufbringen kann, ist eine ganz andere, und hat erst mal nichts mit der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zu tun. Hier wäre es seitens des Gesetzgebers allerdings sinnvoll, den Erwerb von Eigentum zu fördern, denn das ist auch eine Strategie, der drohenden Altersarmut zu begegnen.

Peter Westendorf

Ist die Bezahlung zu gering?

22. Januar: „Wetter hat Schuld: Bäderland Hamburg fehlen Mitarbeiter“

Immer ist das Wetter Schuld. Könnte es nicht sein, dass der hohe Krankenstand bei Bäderland auch an der vielleicht zu geringen Bezahlung liegt. Darüber wird nie gesprochen!

Oliver Siemers

Teurer als ein Einfamilienhaus

20./21. Januar: „Preis für Fernwärme schockiert Mieter. Hamburgerin sollte fast 3000 Euro nachzahlen und künftig 452 Euro Abschlag im Monat entrichten. Kein Einzelfall“

Schockiert bin auch ich als Leser. Ich wohne in einem Einfamilienhaus Baujahr 1994 mit 106 qm plus teilbeheiztem Keller und heize mit einer drei Jahre alten Gas-Brennwerttherme. Meine Heizkosten inklusive Warmwasser betrugen (Gaspreisbremse rausgerechnet) 1920 Euro für das Jahr 2023, theoretisch also 160 Euro monatlich... Und für 2024 jetzt eine neue Abschlagszahlung von 118 Euro monatlich. Wie kann es sein, dass für eine 68 qm kleine Wohnung eine korrigierte Nachzahlung von 2000 Euro verlangt wird, also mehr als meine Gesamtkosten? Und der „dumme Staat“ zahlt den sozialschwachen Mietern auch noch dieses Geld. Sieht glatt nach einer Strategie aus. Wenn dieses undurchschaubare Unternehmen die Begründung des gestiegenen Gaspreises heranzieht, hat mich die Preissteigerung des Gaspreises genauso betroffen, nur mit einem anderen Ergebnis. Aus sogenannten Umweltgründen wird ja die Fernwärme gerne als effektiv hervorgehoben. Aber genau dieser Fall warnt einen davor, sich von ominösen Monopolisten abzocken zu lassen. Wenn dann der Staat/die Stadt mit fertigen Wärmeplänen anrückt, die möglicherweise „Zwangsanschlüsse“ nach sich ziehen, wäre wieder ein Stück Freiheit verloren. Denn heute kann ich mir immer noch den günstigsten Gasanbieter selbst aussuchen.

Harald Will

Übertriebene Rücksicht?

19. Januar: „A20-Bau: 300 Haselmäuse sollen umziehen. Jahrelang blockierten neben Fledermäusen die seltenen Nager den Autobahnbau. Jetzt sollen sie umgesiedelt werden. Ist der Preis dafür zu hoch?“

Leicht könnte der Eindruck entstehen, dass die Verkehrs- und Wirtschaftsplanung durch überzogene Wünsche weltfremder Naturfreunde ausgebremst wird. Ganz so einfach scheint mir die Sachlage nicht zu sein. In dem Artikel heißt es, dass aufgrund eines Urteils des Verwaltungsgerichts das Gewerbegebiet Victoria-Park an der Grenze zwischen Rahlstedt und Stapelfeld mit Rücksicht auf den Schutz der seltenen Tiere vorerst nicht weitergebaut werden darf. Diese Aussage ist so nicht korrekt. Vielmehr ist der Bebauungsplan Rahlstedt 131 seit dem 21. Dezember 2019 rechtskräftig, und die Bebauung hat längst begonnen, nachdem eine Eilentscheidung wieder aufgehoben worden war. Dass ein großer Teil der zu Stapelfeld gehörenden Flächen weiterhin brach liegt, hat mit fehlenden Investoren zu tun, nicht mit dem Schutz der Haselmäuse, die in dem Areal auch nicht nachgewiesen worden waren. Im Übrigen setzen Planfeststellungsverfahren wie das zur A 20 oder zur Elbvertiefung sehr gründliche und von den Auftraggebern unbeeinflusste Untersuchungen und Gutachten voraus, wenn es nicht hinterher zu Verzögerungen und Kostensteigerungen kommen soll. Das ist dem Schierlings-Wasserfenchel nicht anzulasten.

Horst Bertram

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