300 Haselmäuse sollen für A20 umziehen +++ Sonntag wird Musikgeschichte geschrieben +++ Krankenkasse wechseln, Geld sparen.

Das ist eine Farce

19. Januar: „A20-Bau: 300 Haselmäuse sollen umziehen. Jahrelang blockierten neben Fledermäusen die seltenen Nager den Autobahnbau. Jetzt sollen sie umgesiedelt werden. Ist der Preis dafür zu hoch?“

Die hochstilisierte Schutzbedürftigkeit von Kleintieren kostet nun dem Staat und Steuerzahler statt 3,1 jetzt mehr als fünf Milliarden Euro. Natürlich sind wir der Erhaltung dieser Kreaturen verpflichtet, aber in dieser Form der totalen Unterwerfung der gesellschaftlichen Notwendigkeiten? Allein wegen der Fledermäuse, die A20 um Bad Segeberg derart über Jahre zu verzögern, entbehrt jegliches Verständnis für die Forderungen der Naturschutzverbände. Fledermäuse mit ihrer Radarorientierung umfliegen jegliches Hindernis und können gar nicht durch den Autoverkehr behindert werden, zumal auch der Kalkberg von der A20 weit entfernt ist. Wer gegen Straßenbau grundsätzlich ist, sucht sich immer seltene Tiere zur Verhinderung von Baumaßnahmen. Und nun die Haselmaus mit einem großen Areal um die Verkehrswege herum. Eine Million Euro für neue Sozialbehausungen für Haselmäuse sind eine Farce. Da Naturschutzverbände ohnehin vom Staat mit finanziert werden, sollten sie auch für die Umsiedelung sorgen und dem Staat nicht zusätzlich Kosten aufbürden.

Thomas Fetzberger, Bargteheide

Zweifel an Institutionen

Als Steuerzahler fühlt man sich schlichtweg einfach nur noch ver….. Wenn man liest, dass das Klagerecht dieser unsäglichen Umweltverbände allein bei der Reststrecke der A20 den Steuerzahler nun zusätzlich Euro 2,1 Milliarden Euro kostet, kann man über unsere Politiker und diese selbst ernannten Weltenretter nur noch den Kopf schütteln. Die Mäuse werden sich schon selbst sich eine neue Bleibe suchen, wenn die Bagger angefahren kommen. Es sind genau Aktionen dieser Art, die immer mehr Menschen an diesem Staat und seinen Institutionen zweifeln lassen.

Armin Dreier

Realsatire

Ca. 3000 Euro pro Maus für den Umzug in ein neues Habitat, somit ca. eine Million Euro für den betroffenen Bestand, weiterhin 2,1 Milliarden Euro (!) A20-Mehrkosten für Sondermaßnahmen zum Schutz des Fledermausbestandes in den Segeberger Kalkhöhlen. Mit gleichen oder ähnlichen Begründungen verzögern sich ebenfalls in der Region die dringend notwendige Fertigstellung beim Ausbau der B404 in Richtung A24 wie auch die Westumgehung von Bargteheide (seit der Planung sind fast 30 Jahre vergangen, Fertigstellung der letzten 1,8 km offen). Addiert man die gewaltigen Kosten dieser erfolgreichen Verzögerungsmaßnahmen einschließlich aufwändiger und kostspieliger Gutachten, fragt man sich angesichts knapper Haushalte in Ländern und Kommunen, wie viele Schulen, Sportstätten und Verkehrseinrichtungen könnten davon saniert werden? Bei allem Verständnis für den Naturschutz: Die niedlichen kleinen Nager dürften doch wohl eine weitaus kostengünstigere „Vergrämung“ gut überstehen um sich dann selbstständig ein neues Zuhause zu suchen. Was die Angst der Naturschutz-Romantiker vor Kollisionen der Fledermäuse mit Kraftfahrzeugen angeht, so kann ich versichern, dass mir in gut 50 Jahren Fahrpraxis noch nie eine Fledermaus gegen die Windschutzscheibe geflogen ist. Wie bereits von einer großen Wochenzeitung berichtet, liegt der Verdacht nahe, dass bei den zahlreichen verkehrstechnischen Verhinderungsmaßnahmen der Naturschutz oft ein scheinheiliges Mittel zum Zweck ist: So liegen gerade im Fall des A20- Weiterbaus im Bereich Bad Segeberg handfeste wirtschaftliche Interessen einiger privater Anlieger vor, die Einnahmeverluste durch die Nähe des Autobahnverkehrs befürchten. Damit bekämen dann die an Realsatire grenzenden Forderungen der einschlägigen Naturschutz-Dystopiker und Empörungsbeauftragten doch noch einen realen Hintergrund.

Michael Deil, Bargteheide

Wende des Krieges einleiten

17. Januar: „Union will über Taurus-Lieferung abstimmen lassen“

Die Idee der CDU, den Bundestag über eine Lieferung der Taurus–Marschflugkörper abstimmen zu lassen und die Mitglieder des Bundestages zu veranlassen, sich der Frage zu stellen, ob sie bereit sind, der Ukraine in einer für die Verteidigung lebenswichtigen Frage wirklich zu helfen, ist essenziell. Offenbar ist es allein der Bundeskanzler, der die meisten Mitglieder der SPD bisher davon abhält, sich eindeutig für eine Lieferung der Marschflugkörper zu entscheiden. Warum verschließt sich der Bundeskanzler eigentlich dem dringenden Hilferuf Selenskyis? Seine Argumente, ansonsten würde es zu einer Eskalation des Krieges kommen, gehen fehl und verfangen nicht. Ist es seine Angst, Putin würde den Krieg auf ein Nato–Mitglied ausweiten? Das wäre völlig abwegig und realitätsfremd. Es geht allein um die Frage, mit einer Lieferung der Marschflugkörper eine Wende des Krieges einzuleiten. Nur moderne Waffensysteme würden die Ukraine in die Lage versetzen, der russischen Angriffswelle entscheidende Niederlagen beizubringen. Diese Erkenntnis sollte allen Mitglieder des Bundestages, der Ukraine wirksam zu helfen, Veranlassung geben, einer Lieferung von Taurus–Marschflugkörpern zuzustimmen. Einer positiven Entscheidung des Bundestages könnte sich der Bundeskanzler nicht mehr verschließen.

Dr. Claus Rabe

Etwas genauer bitte

19. Januar: „Am Sonntag wird Musikgeschichte geschrieben. Bernd Alois Zimmermanns Oper „Die Soldaten“ galt lange als unspielbar. Dirigent François-Xavier Roth wagt sich daran“

Der Rezensent Holger True erwähnt zwar kurz, dass Zimmermanns „Die Soldaten“ vor mehr als 40 Jahren in Hamburg zu erleben waren. Aber etwas genauer hätte es schon sein dürfen: denn die Premiere war am 27.11.1976 in der Hamburgischen Staatsoper unter der Leitung von Hans Zender in der Inszenierung von Götz Friedrich, eine szenische Aufführung, und nicht konzertant wie jetzt in der Elbphilharmonie. Ich meine, da wurde in Hamburg Musikgeschichte geschrieben. Am 01.03.1981 gab es eine Wiederaufnahme mit fünf Aufführungen, bei der ich in den ersten Geigen im Philharmonischen Staatsorchester mitgewirkt habe. Und es war unter der Leitung von Hans Zender durchaus spielbar, eine große Leistung vom Ensemble und ein großes Erlebnis.

Jens-Joachim Muth, Wentorf

Wo liegen die Ursprünge?

18. Januar: „Einmal Pasta All-Dente, bitte. Italiens Küche soll Weltkulturerbe werden – und Astronautennahrung. Aber schmeckt das noch wie bei Mamma?“

Dem Beitrag hätte noch hinzugefügt werden können, dass auch die Nudel als solche keine kulinarische Schöpfung durch die Italiener darstellt. Die Ursprünge der Nudel liegen wahrscheinlich im Irak, in Syrien oder vielleicht auch in Afghanistan. 4000 Jahre Globalisierung haben dann der Nudel ihren einzigartigen Triumphzug rund um den Globus ermöglicht.

Barbara Jepsen, Pinneberg

Gewaltiger Verwaltungsapparat

19. Januar: „Krankenkasse wechseln und Geld sparen. Viele Kassen heben den Zusatzbeitrag an. Versicherte dürfen anderen Anbieter wählen – was Verbraucherschützer raten“

Ich ärgere mich schon seit Jahren, dass wir es uns in diesem Land leisten annähernd 100 Krankenkassen zu haben. Jede Kasse hat einen gewaltigen kostspieligen Verwaltungsapparat der von den Mitgliedern finanziert wird. Wann wird von Seiten der Politik dem ein Riegel vorgeschoben? Bei den Rentenversicherungsträgern funktioniert es doch auch.

Bärbel Stöver

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