Fahrlässig, ohne einen Plan B

8. Dezember: „SPD: Haushaltsbeschluss nicht in diesem Jahr. Aus Sicht der Kanzler-Fraktion kann der Haushalt 2024 nicht vor Jahresende durch den Bundestag kommen“

Der Name ist Programm, die Ampel. Wieder einmal ist die Ampel gestört. Kein Rot, kein Grün, nur ein gelbes Blinklicht. Im Straßenverkehr gelten bei Ausfall einer Ampel die Straßenverkehrszeichen. Sind diese auch nicht vorhanden, dann gilt rechts vor links. Nur ist in diesem Fall nicht der Straßenverkehr gemeint, sondern die Regierung von Deutschland. Fahrlässig, ohne einen Plan B zu haben, hat man das Urteil des Bundesverfassungsgericht abgewartet. Wie Glücksspieler beim Poker wurde alles auf eine Karte gesetzt und verloren. Jetzt versucht man mit Krampf eine Lösung zu finden, die allen Farben in der Ampel gerecht wird. So eine Lösung wird es nicht geben, zumindest nicht im Hauruckverfahren. Also wird weiter gestritten – Schuldenbremse aussetzen, oder sparen. Wenn drei sich streiten, leidet der Vierte und damit ist Deutschland gemeint.

Fred Bonkowski

Auf Freiwilligkeit setzen

8. Dezember: „Solaranlage auf Dach wird Pflicht. Diese Ausnahmen gibt es. Kombinierte Montage mit 3,5 Millionen Euro gefördert“

Die Solaranlagen-Pflicht für Dächer wird dazu führen, dass notwendige Dachsanierungen nicht mehr durchgeführt werden können, weil das Geld nicht reicht. In der Folge werden Gebäude verrotten. In unserer Wohnanlage kam es durch Pfusch am Bau bei einem erst ca. 20 Jahre alten Dach immer wieder zu Wasserschäden. Wir mussten sanieren, weil die Feuchtigkeit sonst die Bausubstanz zerstört hätte. Die Kosten für die Dachsanierung waren siebenstellig. In der Eigentümerversammlung haben sich Dramen abgespielt, denn nicht alle hatten das Geld für die Sanierung. Einige mussten Kredite aufnehmen. Andere mussten sogar ihre Wohnung verkaufen – zu einem entsprechend schlechten Preis. Um mehr Solaranlagen auf die Dächer zu bringen, hätte es völlig ausgereicht, auf Freiwilligkeit zu setzen und die bestehenden Förderprogramme anzupassen; denn Bewusstsein und Wille zum Energiesparen sind doch bei den Menschen vorhanden. Die von Rot-Grün genannte Ausnahme „Wirtschaftliche Nicht-Vertretbarkeit“ ist nur ein Feigenblatt aus dem Heizungsgesetz-Desaster. Wer wird denn entscheiden, ob die Eigentümer sich ein notwendiges neues Auto kaufen oder zu Solaranlagen gezwungen werden?

Uwe Karsten Bäcker

Vorschlag: Umlaufseilbahn

7. Dezember: „Mit Cable Cars von der City zum Überseequartier an der Elbe?“

Wieder einen neue (Schnaps-)Idee. Die Kopie einer Cable Car nach San Francisco-Muster ist absurd. Abgesehen von dem dortigen Antriebssystem sind die Wagen nicht geeignet für größere Besuchergruppen, nach eigenem Erleben mit Wartezeiten. Mein Vorschlag, der schnell und kostengünstig zu verwirklichen ist, wäre eine Umlaufseilbahn mit Start am Domplatz entlang der Linie Brandstwiete, bei St. Annen und Osakaallee, zum Bespiel dem Straßenverlauf folgend. Kreuzungen mit Verkehrsachsen sind kein Problem. Dass so etwas möglich und attraktiv ist, kann man an vielen Beispielen weltweit, vor allem in Südamerika sehen. Ich könnte mir vorstellen, dass es auch interessant ist für Seilbahnhersteller, die ein tolles Demonstrationsobjekt hätten. Und dass Umlaufbahnen mit Großkabinen leistungsfähig sind, kann man in den Alpen sommers wie im Winter erleben.

Dr. Jürgen Koch

Selektive Wahrnehmung

6. Dezember: „Greta Thunberg bezichtigt Israel des Völkermordes“

Israelische Zivilsten sind am 7.10. brutal ermordet und gefoltert worden, denn dieser Angriff zielte bewusst nur auf Zivilsten. Israel warnt jedoch vor den Angriffen Zivilisten, damit diese die Kampfzone verlassen können. Dass aber bei den israelischen Angriffen leider dennoch viele Zivilisten sterben, liegt daran, dass sich die Hamas hinter Zivilisten versteckt und deren Tod somit bewusst in Kauf nimmt. Frau Thunberg vergisst außerdem bei ihrer Verurteilung Israels wegen Völkermord , dass schon im Gründungsstatut der Hamas die Vernichtung Israels gefordert wird und dass die Hamas ständig Raketen auf Israel anfeuert. Es würde mich daher sehr interessieren, ob und in welcher Form sich Israel nach Meinung von Frau Thunberg überhaupt gegen Terrorangriffe verteidigen darf. Und wenn Frau Thunberg behauptet dass „sie sich Fridays for future meldet, wenn Menschen leiden müssen oder getötet werden“, wo bleibt dann z.B. diese Meldung zum Angriffskrieg gegen die Ukraine oder die Kriege in Syrien und Jemen. Offensichtlich bedauert Frau Thunberg die Opfer in diesen Kriegen nicht und das scheint mir für eine sehr selektive und fragwürdige Wahrnehmung von Frau Thunberg zu sprechen.

Beate Hille

Zu viele Krimis im Fernsehen

7. Dezember: Leserbrief: „Lebensnah geht anders“ zu: 5. Dezember: „Nord Nord Mord. Warum der ARD-„Tatort“ neuerdings eine bestimmte Himmelsrichtung bevorzugt. Und was wir alle davon haben“

Für mich ist der Aufreger nicht, dass im Tatort Kippen achtlos in die Umwelt geworfen oder ohne Gurt Auto gefahren wird, sondern dass im Fernsehen ständig gemordet wird! Die Nachmittage und Abende sind zugepflastert mit Krimiserien, in der in jeder Klein- oder Großstadt regelmäßig wöchentlich Menschen grausam vom Leben in den Tod befördert werden. Dies geschieht in zunehmender Bagatellisierung derartiger Verbrechen als sei derartiges Geschehen Routine und Normalität. Morde in völlig unrealistischen Mengen und zu jeder Tageszeit werden vorgelebt. Ich weigere mich, Kriminalfilme zu schauen und wundere mich, dass so viele Menschen einschalten. Ich finde Kriminalität nur schrecklich ist, und dass unser Leben ohne sie besser wäre.

Sabine Höfler

Wieso Traditionen aufgeben?

6. Dezember: „Streitthema Baum: Wie Kitas Weihnachten feiern. Empörung nach der Entscheidung einer Lokstedter Kita, auf eine Tanne zu verzichten.“

Wie wollen wir anderen unsere Kultur zeigen? Sollte nicht Jeder, der nach Deutschland kommt wissen, dass wir eben nun mal christlich geprägt sind? Wieso müssen wir Rücksicht nehmen und damit unsere Traditionen aufgeben? Wir respektieren und berücksichtigen doch auch z.B. Ramadan – da dürfen Arbeitnehmer später zur Arbeit kommen, weil ja nach Sonnenuntergang bis in die Nacht gegessen wird und man dann morgens nicht richtig fit ist. Sorry, ein anderes Beispiel habe ich nicht – hierzu fehlt mir der Kontakt zu anderen Religionen! Diese Entscheidung geht an den christlichen Kindern vorbei. Schade, dass andere nicht lernen was Respekt und Toleranz ist.

Astrid Wampfler-Meid

Größtes Problem nicht genannt

5. Dezember: „Experte: Schneechaos mit Blackout möglich. Riskante Wetterlage nicht auszuschließen, sagt Krisenforscher Roselieb. Folgen wären dramatischer als im Winter 1978/79“

Leider geht der Bericht nicht auf die größten Gefahren eines (auch örtlich begrenzten) Stromausfalls ein. Wenn bei der aktuellen Wetterlage gegen 17.00 Uhr plötzlich alle Lichter ausgehen, werden sich innerhalb von Minuten Hunderte Menschen die Knochen brechen, Prellungen und Verstauchungen erleiden. Lange bevor Menschen verdursten oder verhungern. Selbst wenn man noch mit dem Smartphone Hilfe rufen kann, ist nicht sicher, ob Rettungsfahrzeuge aufgrund des Verkehrschaos zum Unfallort kommen. Die Notaufnahmen der Krankenhäuser werden dann ohnehin überfüllt sein.

Edgar Timm

Schreiben Sie uns gerne an oder per Post an das Hamburger Abendblatt, 20445 Hamburg
Von den vielen Leserbriefen, die uns erreichen, können wir nur einen kleinen Teil veröffentlichen. Teilweise müssen wir kürzen, um möglichst viele Meinungen zu veröffentlichen. Mit Ihrer Einsendung erlauben Sie uns, alle Inhalte und Ihre Kontaktdaten an die zuständigen Redakteurinnen/Redakteure und/oder an externe Autorinnen/Autoren weiterzuleiten. Sollte eine Weiterleitung Ihrer Kontaktdaten und ein Dialog mit uns nicht gewünscht sein, bitten wir um Mitteilung. Einsendungen werden sowohl in der gedruckten Ausgabe sowie den digitalen Medien vom Abendblatt veröffentlicht und geben ausschließlich die Meinung der Einsender wieder. Veröffentlichte Leserbriefe finden Sie auch auf abendblatt.de/leserbriefe.