Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 13. April 2023

| Lesedauer: 7 Minuten

Die Erde gemeinsam retten

12. April: „,Letzte Generation erweist Klimaschutz einen Bärendienst‘. Ein Gespräch mit Michael Otto zu seinem 80. Geburtstag: Was die Politik gegen den Klimawandel tun muss“

Hamburg kann stolz darauf sein, einen Unternehmer mit so viel Weitblick in seinen Reihen zu haben. Bei allem Verständnis für die berechtigten Ängste der jungen Menschen, die „Letzte Generation“ sollte in den Ländern protestieren, in denen die höchsten Emissionen verursacht werden. Ohne eine weltweit gemeinschaftliche Änderung unseres Verhaltens ist diese Erde nicht mehr zu retten. Auch wenn Deutschland vorangehen würde, wäre das viel zu wenig und würde viel zu lange dauern.

Aleksander Hein

Justiz ohne Menschenverstand

12. April: „Randale am Jungfernstieg – zwei Polizisten verletzt“

Ein Polizist wird von einem polizeibekannten Täter krankenhausreif geschlagen und mangels Haftgründen wieder auf freien Fuß gesetzt. Der gesunde Menschenverstand scheint in der Justiz abhandengekommen zu sein.

Bernd Mucksfelde

Dank an die Feuerwehr

11. April: „Großalarm – Rauchwolke verdunkelt die City. Bei 800 Grad Hitze: Größter Feuerwehreinsatz seit elf Jahren. Niemand wusste genau, was in den Hallen gelagert war“

Wen wundert’s, dass dort ein Großfeuer entstanden ist? Bei der Art der Lagerung von Elektrogroßgeräten – z.B. Herde und Kühlschränke – im Innen- und Außenbereich war das Risiko groß. An den Straßen und auf Parkplätzen standen Autowracks jeglicher Art. In den Verkaufshallen waren brennbare Artikel – zum Beispiel Bekleidung oder Dekoartikel – neben- und übereinander ausgestellt. Diese Lagerung hätte aus meiner Sicht schon seit langer Zeit behördlich kontrolliert und zum Teil verboten werden müssen. Ich habe mich auf meinen Fahrradtouren schon immer darüber gewundert, dass scheinbar keinerlei Kontrollen durchgeführt wurden. Den Feuerwehreinsatz und die weiteren Absicherungsmaßnahmen wird wahrscheinlich der Steuerzahler tragen müssen. Ein Dank den Wehren, die sich für die Löschung und die Kontrollen eingesetzt haben.

Walter Marsand

Energiekrise ist zwangsläufig

11. April: „Vahrenholts ignorierter Bestseller ,Die große Energiekrise‘ – Ex-Umweltsenator und Atomfan rechnet mit der deutschen Politik ab“

Fritz Vahrenholt ist kein Klimaleugner oder Querdenker. Er hält die Reduzierung der CO2-Emissionen für erforderlich und befürwortet die möglichst schnelle Steigerung der Nutzung von Solar- und Windenergie. Er weist jedoch schlüssig und anhand sorgfältiger Quellendokumentation nach, dass dieser Weg allein nicht zum Ziel führen kann. Herr Habeck behauptet: „Wir werden bis 2030 zu 80 Prozent erneuerbare Energien haben“ (Hamburger Abendblatt 11.4.2023, S. 3). Das kann aber nicht funktionieren. Sonne und Wind stehen nicht bedarfsgerecht zur Verfügung. Man braucht also entweder grundlastfähige Energiequellen oder Speicherkapazitäten. Grundlastfähige Energiequellen hat die Bundesregierung weitgehend ausgeschlossen. Speicherkapazitäten für eine Dunkelflaute von 14 Tagen im Januar müssten derart gigantisch sein, dass sie völlig unrealistisch sind. Die Wasserstofftechnologie als Wunderwaffe wird – wie Vahrenholt nachweist – in absehbarer Zeit auch nicht alle Probleme lösen. Wir müssen uns also nach zusätzlichen Instrumenten umsehen, die ergänzend zu Wind und Sonne klimaschonende Energie bereitstellen können. Dazu gehören unter anderem die Atomkraft und die CO2-Abscheidung bei der Nutzung fossiler Energieträger. Atomkraftwerke werden in Deutschland abgeschaltet, die CO2-Abscheidung ist gesetzlich verboten. Wenn man aber aus ideologischen Gründen alle Alternativen ablehnt, dann ist eine Energiekrise zwangsläufig. Der Artikel von Herrn Iken trägt hoffentlich dazu bei, dass Vahrenholt nicht weiterhin totgeschwiegen wird.

Dr. Jost Mediger

Klimaziele sind Heuchelei

11. April: „,Niemand sollte noch schnell eine Gasheizung einbauen‘. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) warnt vor ,Torschlusspanik‘ beim Heizungstausch – und erklärt den Atomausstieg für unumkehrbar“

Der Satz „der Atomausstieg ist unumkehrbar“ wird dem derzeitigen Wirtschafts- und Klimaminister in einiger Zeit noch gehörig um die Ohren fliegen. Leider auch der deutschen Bevölkerung. Noch im September 2022 belehrte Habeck seine Zuhörer, dass unser Land kein Stromproblem habe, sondern ein Wärme- und Versorgungsproblem. Er übersah dabei, dass alle verfügbaren Energieformen für die private und industrielle Nutzung eng miteinander verzahnt sind. Öl- und Gasheizungen sollen prinzipiell ab Januar 2024 durch die Wärmepumpe ersetzt werden, die für ihren Betrieb elektrischen Strom benötigt. Mit seinem irritierenden und bislang kaum realisierbaren „Heizungsgesetz“ würden ca. 41 Millionen deutsche Haushalte hinsichtlich der Raumheizung zu 100 Prozent vom elektrischen Strom abhängig gemacht werden, was angesichts des zu erwartenden dramatischen Bedarfsanstiegs von elektrischer Energie und gleichzeitigem Ausstieg von Kohle und Kernkraft als grob fahrlässig eingestuft werden kann. Dabei stellt die Kernkraft die einzig sichere Grundversorgung bei gleichzeitiger CO2- Neutralität im Betrieb dar. Wir schaffen sichere Energieformen zur Stromversorgung ab, bevor wir wissen, wie wir diese Lücken kompensieren. Die Windkraft und Photovoltaik schaffen es nicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt und erst recht nicht in Zukunft, denn der Strombedarf wird sich nach vorsichtigen Schätzungen in 15 Jahren verdoppeln. Die viel beschworenen „Klimaziele“ sind Selbstbetrug und Heuchelei und können weder finanziell noch technisch realisiert werden, abgesehen davon wären Auswirkungen auf unsere Erdatmosphäre nicht einmal messbar, wohl aber auf die Leistung der deutschen Wirtschaft.

Michael Deil, Bargteheide

Unerträgliche Diffamierung

8./9./10. April: Hamburger KRITIken: „Keiner redet mehr vom Frieden. Die Reaktionen auf den Friedensappell ehemaliger Politiker muss verstören“

Auch in meiner Familie und meinem Bekanntenkreis gibt es natürlich verschiedene Meinungen. Genau wie zum Beispiel bei dem Manifest von Wagenknecht und Schwarzer und der Demonstration in Berlin wird von vielen (Medien und Privatpersonen) die inhaltliche Auseinandersetzung verweigert und stattdessen nach Gründen gesucht, die einer Diffamierung Vorschub leisten. So verstehe ich mich in meinen Gesprächen über „Gott und die Welt“ mit manchen Menschen sehr gut, mit anderen – auch leider innerhalb meiner Familie – ist zurzeit totale Kontaktsperre. Die Forderung verschiedener„Personen des öffentlichen Interesses“, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen, sollte doch auch im persönlichen Umfeld gelten. Die respektlose Diffamierung Andersdenkender und gleichzeitige Gesprächsverweigerung sind unerträglich. Ich schreibe das als bekennender „Lumpenpazifist“ am inhaltlichen Grab der „Friedenspartei“.

Dr. Rudolf Deiml

Unbeliebte „Friedenstaube“

Es ist so wohltuend, die eigene Meinung und Einstellung zu diesem grausamen Krieg in der Ukraine bestätigt zu bekommen. In der momentanen Medienberichterstattung muss man sich als „Friedenstaube“ ja sonst so einiges um die Ohren schlagen lassen. Bitte lassen Sie nicht nach, den Frieden zu fordern!

Heike Dahlgaard

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