Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 12. September 2022

| Lesedauer: 7 Minuten

Unerreichbares Vorbild

10./11. September: „Briten trauern um ihre Monarchin. Tausende strömen zum Buckingham Palast, um Blumen abzulegen“

Eine Monarchin ist von uns gegangen. Der allergrößte Respekt muss einer Königin gelten, die im Alter von nur 27 Jahren das Zepter übernahm und seiner Verpflichtung auch über fast ein dreiviertel Jahrhundert Folge leistete. Was für eine großartige Frau. Königin Elisabeth II wird für alle nachfolgenden Generationen ein unerreichbares Vorbild bleiben. Möge sie im Himmel die verdiente Ruhe neben ihrem Prinzgemahl finden. Ruhe in Frieden, Königin von England!

Axel Pabst

Ein unvergessliches Lächeln

1965 besuchte Queen Elisabeth Hamburg. Eine Gruppe der Evangelischen Mädchenpfadfinder (Gründung 1926) wartete an der Alster über Stunden voller Ungeduld darauf, die Queen zu begrüßen. Wir trugen voller Stolz unsere grünen Leinenröcke und Blusen mit aufgenähten Patches. Nach einer Pause im Gästehaus des Senats am Feenteich landete die Wagenkolonne an der Anlegestelle Uhlenhorster Fährhaus, um mit dem Alsterdampfer der weißen Flotte eine Rundfahrt zu machen. Das Lächeln der Queen in unsere Richtung wurde für uns unvergesslich, auch wenn wir damals noch nicht ahnen konnten, welch lange bedeutungsvolle Regentschaft der Queen bevorstehen würde. Meinen Pfadfindergruß habe ich im Stillen an ihrem Todestag wiederholt.

Marion Dunkelberg

Ein bisschen unsere Königin

Für mich, 71 Jahre, eigentlich unfassbar, war sie doch mein ganzes Leben lang da, gehörte einfach immer dazu, war doch irgendwie auch ein bisschen unsere Königin. Sie hatte unser Land fünf Mal besucht, zuletzt 2015. Ich muss zugeben, bei der Nachricht ihres Todes ganz sentimental geworden zu sein und feuchte Augen bekommen zu haben. Sie wird uns fehlen, als Mensch, Königin und eigentlich sogar als Weltbürgerin. Da gibt es nicht viele, von denen wir das sagen können. Es bleibt zu hoffen, dass das englische Königshaus die Nachfolge gut hinbekommt.

Hans-Jürgen Vogt

Gemeinnutz vor Eigennutz

10./11. September: „Sylt: Größtes Wohnungsbauprojekt überraschend geplatzt“

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens, die das genossenschaftliche Bauprojekt in Hörnum aus selbstgerechtem Eigennutz zum Scheitern gebracht haben, sollten sich in Grund und Boden schämen: Schließlich ist bezahlbarer Wohnraum auf Sylt so gut wie nicht vorhanden. Dass die Behörden diesem unverständlichen Einspruch stattgegeben haben, ist nicht zu verstehen, ist völlig weltfremd und hat mit den Realitäten nichts zu tun. Schließlich geht Gemeinnutz vor Eigennutz. Damit wurde eine große Chance für Sylt vergeben – einfach nur traurig.

Helmut Jung

Putin ist jedes Mittel recht

9. September: „Verhandlungen sind die Lösung“

Herr von Dohnanyi bleibt auch in diesem Beitrag seiner Linie treu, dem Westen, insbesondere den USA eine wesentliche Mitschuld am Überfall Russlands auf die Ukraine zu geben. Dabei geht er jetzt sogar bis zur Jalta-Konferenz zurück, auf der die USA durch ihren todkranken Präsidenten Roosevelt, die UdSSR dagegen durch einen vor Selbstbewusstsein strotzenden und auf Expansionskurs getrimmten Stalin vertreten waren. Das ist jedoch lange her. Die Weltlage hat sich inzwischen grundlegend verändert. Eine Bedrohung der UdSSR und jetzt Russlands durch den reinen Verteidigungspakt Nato hat es nie gegeben und gibt es auch heute nicht. Seit Jahren ist die Nato kaum noch in der Lage, ihre Verteidigungsaufgabe zu erfüllen, was auch Putin hinlänglich bekannt ist. Das wäre selbst bei einem Nato-Beitritt Georgiens und der Ukraine kaum anders gewesen. Ein solcher Beitritt ist aber längst nicht mehr aktuell, auch schon vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine. Auch das weiß Putin. Ihm geht es allein um das seit Jahren verfolgte Ziel einer Wiederherstellung der früheren Sowjetunion. Dafür ist ihm jedes Mittel recht. Irgendeine Basis für Verhandlungen mit dem Ziel eines Waffenstillstands oder gar eines Rückzugs der russischen Truppen aus der Ukraine ist vor diesem Hintergrund nicht erkennbar und daher reine Illusion. Dieser Illusion hängt Herr von Dohnanyi beharrlich an. Die russischen Truppen gebärden sich derweil in der Ukraine wie tollwütige mongolische Horden, fern jeder Zivilisation. Putin und seine Generäle schauen dem tatenlos zu.

Dr. Hartmut Paetzold

Ein Symptom für Intoleranz

5. September: „#Malte: So viel Hass und Intoleranz schmerzt“

Meiner Meinung nach ist der Hass auf queere Menschen nur ein Symptom dafür, dass Teile der Bevölkerung aus vielerlei Gründen einfach intolerant geworden sind. Dass es eine tiefe Spaltung gibt. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Es ist ein politisches Problem. Das der gefühlten und auch realen Ungerechtigkeit, des sich machtlos und abgehängt Fühlens, des schlechten Erklärens politischer Entscheidungen, der Komplexität der Welt durch das Internet, des Ausspielens bedürftiger Gruppen gegeneinander und vieles andere mehr. Aber vor allem, dass die Gesetze dafür sorgen, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer… Es ist ein globales Problem, das mir große Sorgen macht. Weit über die queere Szene hinaus.

Romy Christens

Mehr Differenzierung

8. September: „Wirtschaftsverbände fordern: Kernkraftwerke länger ans Netz“

Beide Wirtschaftsvertreter, Hans Fabian Kruse und Matthias Boxberger, fordern den Weiterbetrieb von Kernkraftwerken. Es ist ihr gutes Recht in einer wirtschaftlich außerordentlich schwierigen Zeit, politische Forderungen zu stellen. Nicht zu akzeptieren ist jedoch die – im politischen Raum leider sehr verbreitete – unangemessene, ja populistische Verwendung des Begriffes „Ideologie“ bzw. „ideologisch“. Bringen die beiden Wirtschaftsvertreter doch damit zum Ausdruck, dass Regierungen (ja, auch die Regierung Merkel im März 2011), Parteien und Verbände, die zum Teil schon seit Jahrzehnten aus Sorge um die Folgen der Atomkraft Entscheidungen treffen und/oder politisch argumentieren, aus einer Haltung heraus handelten und handeln, die zu verurteilen ist. Wäre es nicht besser, sich bei einem so komplexen Thema um Differenzierung zu bemühen – oder muss ich unterstellen, dass genau dies im Moment gar nicht angestrebt wird?

Bernhard Rangnick

Ode an den Ehrenbürger

8. September: „Ein Hanseat aus Überzeugung“

Lieber Udo,

Hamburgs Herzen mittenmang:

Deine Dichtung, Dein Gesang.

Du warst meiner Jugend Star,

Auftritt cool und Botschaft klar.

Für Dein Ehrenbürgertum

grüßt Dein Panik-Optikum:

Reggae Meggie winkt von fern,

Bodo ballert, grüßt Dich gern.

Rudi, auf der „Doria“,

schlört Likör zum Cha-cha-cha.

Honi bläst auf der Schalmei

Deine Panik-Melodei.

Witz und Stärke Deiner Lieder

sind gereift und kommen wieder.

Nur mit Dir und Deiner Panik

bleibt die Zukunft fett und sahnig.

Prof. Ludwig Paul, Hamburg

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