Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 20. August 2022

| Lesedauer: 8 Minuten

Ich beobachte Einseitigkeit

19. August: „Regierung senkt Mehrwertsteuer auf das Gas“

Es ist gut, wenn die Regierung versucht, soziale Härten abzufedern. Jedoch beobachte ich bei der Regierung eine gewisse Einseitigkeit, denn die anderen Wärmeträger wurden und werden auch teurer, hauptsächlich Heizöl und Strom, auch Holz. Auch bei diesen ist ein Ende der Steigerung nicht zu erkennen, vor allem da die Erdöl-Industrie gerade in Deutschland die Gewinne stark nach oben getrieben hat, weil hier eine Deckelung oder „Übergewinn-Steuer“ fehlt. Im übrigen müsste sich auch die Bundesregierung dieser Steuer unterziehen, weil sie an den hohen Preisen mitverdient. Als die Sanktionen gegen Russland anfingen, wurde von der Regierung ausgesagt, diese Sanktionen würden uns nicht so stark treffen, nun erleben wir eine starke Verschiebung des Kapitals: Die Gutverdienenden können ihren Standard halten oder verbessern, so dass Nobelmarken Gewinne verzeichnen, die unteren und mittleren Einkommen dagegen können die Kostensteigerungen immer noch nicht absehen. Schon in den „normalen“ Zeiten haben es die vergangenen Regierungen nicht geschafft, die Schere zwischen Arm und Reich etwas zu schließen, stattdessen hat sie hat sich geweitet. Finanzmittel gibt es genug: Viele Firmen und Unternehmen, gerade in der Erdöl-Industrie, aber auch „Amazon“ und andere verzeichnen Rekordgewinne, warum nicht auch sie besonders besteuern, schließlich verdienen sie auch so gut wegen des noch bestehenden sozialen Friedens in unserem Land.

Rüdiger Ramm

Vorschlag zur Reduzierung

18. August: „Ein verhängnisvoller Handschlag“

Olaf Scholz ist der Regierungschef des wirtschaftlich stärksten Staates Europas. Dieser Mann lässt sich derart an der Nase herum führen. Sehr peinlich! Schon als Privatmann würde er eine traurige Gestalt abgegeben haben. Aber als unser Bundeskanzler? Wer auf der Welt soll diesen Mann noch ernst nehmen? Ganz zu schweigen vom Volk Israels. Über viele Jahrzehnte wurde das bestehende gute Verhältnis zwischen unseren Staaten aufgebaut. Herr Scholz hat es fertig gebracht, dieses in einem großen Umfang zu beschädigen. Aus meiner Sicht kann solch ein Mann nicht unseren Staat führen. Dazu fehlt mir das Vertrauen (welches ich bereits zu seinen Zeiten als Hamburger Erster Bürgermeister nicht hatte). Aus meiner Sicht kann der Schaden zumindest reduziert werden, wenn die deutsche Regierung sich bei dem israelischen Staat klipp und klar entschuldigt (persönlich durch Herrn Scholz), Herrn Abbas unmissverständlich und massiv widerspricht und alle Zahlungen an den palästinensischen Staat einstellt, sowie die diplomatischen Beziehungen auf das notwendige Mindestmaß reduziert.

Jürgen Frank

Wo ist die Kontrollinstanz?

18. August: „Schlesingers Bezüge höher als bisher bekannt. Neue Details zu Gehalt und Bonuszahlungen an Ex-RBB-Intendantin“

Wie ist es möglich, dass Frau Schlesinger, die in ihrer Funktion als Intendantin des RBB aus Steuermitteln bezahlt wird, mehr verdient als z. B. der Bundeskanzler? Und warum gab es keine Kontrollinstanz innerhalb des RBB, die dieser Verschwendungssucht rechtzeitig Einhalt geboten hätte? Da werden Boni von 20 bis 25 Prozent an Führungskräfte bezahlt, wenn z. B. Einsparungen im Sender erzielt werden. Ein Widerspruch in sich! Für das Erreichen dieser Ziele werden diese Leute doch schon überproportional gut bezahlt. Hier wird einmal mehr deutlich, wie mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen wird. Für einen Normalbürger, der gerade in der momentanen schwierigen Situation sehen muss, dass er „über die Runden kommt“ ist so ein Verhalten einfach nur abstoßend. Hier ist die Politik gefragt, künftig mehr Kontrolle hinsichtlich der Bezüge bei den öffentlich rechtlichen Anstalten auszuüben. Wichtig wäre es auch, Frau Schlesinger nicht noch mit einem „goldenen Handschlag“ zu verabschieden.

Dieter Ringsdorf

Sie werden fehlen...

18. August: „Meine wilden Zwanziger: Ich werde 30! Zeit für ein Resümee, Dank und Abschied“

Werden Sie wirklich schon 30? Können Sie nicht immer 29+ bleiben, damit Ihre wundervolle Kolumne weiterleben kann? Auch wenn ich schon anderthalb Jahrzehnte weiter als Sie bin, hatte ich beim Lesen Ihrer Kolumne das Gefühl, Sie würden mir aus der Seele schreiben. Themen immer aktuell, perfekt den Zeitgeist getroffen, Sichtweisen auf den Punkt gebracht und dabei fast immer eine passende Prise Humor dabei. Ihre Texte waren eine der Highlights der Abendblatt-Woche für mich. Ich gratuliere Ihnen natürlich herzlich im Voraus zum Geburtstag. Aber könnten Sie nicht unter einem anderen Thema weiterschreiben? Sie werden fehlen, insbesondere weil ich am anderen Ende des Lokalteils im Kreis Herzogtum-Lauenburg wohne, wo man Ihre Texte aus Norderstedt leider nicht zu lesen bekommt. Ich wünsche Ihnen alles Gute und werde Ihre tollen Texte in liebevoller Erinnerung behalten.

Daniela Oestreich

Das schafft sonst niemand

Mit Erstaunen und Trauer musste ich am Donnerstag lesen, dass Sie diese tolle Kolumne abgeben. In den letzten Jahren habe ich immer ihre lustigen, nachdenklichen und liebenswerten Artikel gelesen und diese gehörten zum Highlight dieser Tage. Sie haben es geschafft (und das ist schwer), dass ich Ihre Artikel vor dem Sportteil gelesen habe! Das schafft sonst niemand. Mit 30 Jahren fängt das Leben an und Sie haben noch soviel Zeit vor sich und dafür wünsche ich Ihnen alles Gute und vielen Dank, dass Sie mich solange im Abendblatt begleitet haben. Vielleicht bekommen wir ja wieder etwas von Ihnen zu lesen.

Andreas Hennings

Folgen der Berichterstattung

18. August: „Wie junge Menschen die Zukunft sehen. Klimawandel, Pandemie, Krieg: In den letzten Jahren folgte eine Krise auf die nächste“

Für mich ist es nicht verwunderlich, dass viele junge Menschen ihre Zukunft eher pessimistisch betrachten. Dieses ist sicherlich in den derzeitigen Krisen begründet, aber vor allem auch in der medialen Berichterstattung hierüber, teilweise auch der des Hamburger Abendblattes. Es werden hier überwiegend apokalyptische Worst-Case-Szenarien prognostiziert. Zu Beginn der Pandemie erwartete man, etwas übertrieben formuliert, dass sich am Straßenrand die Särge stapeln. Bei dem Ukraine-Krieg schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, dass Atomraketen bei uns einschlagen und jede Wetterkapriole ist ein Zeichen des direkt bevorstehenden durch Klimawandel bedingten Weltuntergangs. Wie soll man da positiv in die Zukunft schauen?

Lutz Weiser

Die Hoffnung stirbt zuletzt

17. August: „Halbe Million Tonnen Getreide ausgefahren“

Das ist eine in vielerlei Hinsicht erfreuliche Nachricht. Es ist natürlich wünschenswert, dass die Transporte noch erhöht werden. Aber es zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer ab, dass die zunächst befürchtete Hungerkrise in den besonders betroffenen Gebieten doch noch abgemildert werden kann. Zudem nährt das Einlenken Russlands, die Ausfuhr ukrainischen Getreides nicht mehr gänzlich zu blockieren die Hoffnung, dass dieses Vorgehen erste Signale dahingehend sein könnten, dass zunächst ein Waffenstillstand und damit ein vielleicht allmähliches Ende des Krieges eingeleitet werden könnte. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Reiner Gorning

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