Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 6. Juli 2022

| Lesedauer: 8 Minuten

Ich kann gut darauf verzichten

5. Juli: „Die EM ist für den HSV ein Minusgeschäft“

Wenn die Europameisterschaft 2024 für den HSV ein Minusgeschäft ist, warum lässt man es dann nicht einfach sein? Auf die fünf Spiele in Hamburg kann ich gut und gern verzichten. Vor allen Dingen, wenn es um so sinnfreie Forderungen der UEFA geht, wie beispielsweise gleiche Temperaturen in VIP-Räumen! Kann man da keine Fenster/Türen für die Temperaturregelung öffnen oder schließen? Und wieso muss die Flutlichtanlage erneuert werden? Können Zweitligisten besser sehen als Bundesligisten oder Nationalmannschaften?

Malte Gumpricht

Ökologische Flächen in Gefahr

5. Juli: „Tschentscher: Windräder ins Naturschutzgebiet. Kritik an dem Vorschlag kommt auch vom grünen Koalitionspartner“

Schon seit langem werden Landschaftsschutzgebiete zum Wohnungsbau einfach umgewidmet und ökologisch wertvolle Flächen, wie z. B. das Diekmoor zum Bebauen vernichtet. Dass nun aber auch auf Naturschutzgebiete keine Rücksicht genommen werden soll, zeigt wie in Hamburg „grüne“ Politik gemacht wird. Herr Tschentscher bleibt dabei in der Tradition des Hamburger Senats. Schon Olaf Scholz hat zugelassen, dass ein Moor zugunsten einer Gewerbefläche zubetoniert wurde, das dann aber von dem Investor nicht mehr genutzt wurde. Der Klimaschutz darf nicht auf Kosten wichtiger ökologisch wertvoller Flächen betrieben werden. Wo bleibt der Aufschrei der Grünen? Die Einrichtung von unsinnigen Flaniermeilen ist kein Ersatz für die Vernichtung von Natur in Hamburg.

Dietlind Thiessen

Windräder stehen oft still...

Sicher könnten mehr Windräder im Hafen stehen, aber wenn der Platz nicht ausreichen sollte, müssen eben auch Anlagen in Naturschutzgebieten stehen. Die Grünen wollen doch den gesamten Strom aus erneuerbaren Energien fördern. Was mich viel mehr interessieren würde, ist die Tatsache, warum eine Vielzahl der Anlagen überhaupt nicht läuft. Wir sind letzte Woche von Hamburg bis Österreich gefahren – mit höchstens 120 Kilometern pro Stunde, um Energie zu sparen. Nur vereinzelt drehten sich die zahlreichen Windräder entlang der Strecke. Vielleicht bräuchte es nicht so viele Windräder, wenn sie denn laufen würden.

Eike Antje Oldenburg

Verkorkste Umweltpolitik

Es ist bedauerlich, dass Herr Tschentscher immer mehr politische Irrwege beschreitet. Grünflächen vernichten für Wohnungsbau, Bäume abholzen für Fahrradwege, Naturschutzgebiete opfern für Windräder oder an einer absurden U 5 festhalten, obwohl es eine Alternative gibt, die nachweislich besser, günstiger, sozialer und „grüner“ ist. Was ist das für eine verkorkste Umweltpolitik? Arroganz, Besserwisserei und Sturheit des SPD geführten Senats werden langsam unerträglich.

Jens Ode

Was tut Herr Lauterbach?

5. Juli: „Notruf aus der Hotellerie: Personal fehlt“

Die Personalsituation auch in den Krankenhäusern und pflegerischen Einrichtungen ist seit Jahren Thema in der Presse. Nun wird sie durch Corona bedingte Ausfälle deutlich sichtbar. In den Medien wird zwar über die Situation berichtet, allerdings ist nirgendwo etwas über Lösungen zu lesen. Es geht nur um Schließungen und Umverteilungen, nicht um die Personalsituation an sich. Was tut Herr Lauterbach, um qualifiziertes Personal anzuwerben bzw. auszubilden? In zwei Jahren Pandemie ist bei dem Thema anscheinend geschlafen worden. Es ist an der Zeit, sich darum zu kümmern, dass wenigstens mittelfristig genügend Personal zur Verfügung steht. Ich bitte um Berichterstattung zu dem Thema und einen Appell an Herrn Lauterbach, sich vorrangig um dieses ausgesprochen wichtige Thema zu kümmern. Vielen Dank.

Angelika Eilers

Bravo, Herr Kruse!

5. Juli: „So könnte das Kofferchaos gelöst werden. Geschäftsmann hat Idee: Gepäcksuchende informieren sich gegenseitig – wie bei einem Kettenbrief“

Bravo, Herr Kruse! Sie sind ein Mann der Tat und ich wünschte, mehr Mitmenschen würden so pragmatisch denken wie Sie. Was den Datenschutz angeht – ich frage mich, wozu dient denn sonst der Kofferanhänger? Wenn ein Reisender Daten wie Adresse und Telefonnummer am Gepäckstück anbringt, dann doch wohl zu genau diesem Zweck: bitte kontaktiert mich, wenn dieser Koffer irgendwo herumsteht! Wo ist das Problem?

Dörte Lauerbach

Gründlich durchgepflastert

5. Juli: „Hamburgs Plätze: Was hat das Sanierungsprogramm gebracht? Mit 12,4 Millionen Euro wollte die Stadt 12 Quartiersplätze aufwerten lassen. Ende 2022 soll alles fertig sein. Eine Bestandsaufnahme“

Ich traute bei den Fotos der hochgelobten Quartiersplätze meinen Augen kaum! Alles gründlich durchgepflastert. Junge Bäume – zum Glück wachsen die noch – auf knappen metallenen Baumscheiben, nicht eine kleine Bienenwiese, nix, aber auch gar nix, nicht einmal eine Wippe oder ein kleines Klettergerüst für Kinder, keine Sportgeräte für Erwachsene, kein Bouleplatz, kein buntes Beet… Alles reinigungsfreundlich und steril. Naja, ein paar Bänke wenigstens zum unbewegten Sitzen, aber ohne Tische. Spielen, in der Gruppe klönen? Nicht vorgesehen. Und wie ist das mit starkem Regen, der vermutlich knapp in der Zukunft sein wird? Dieser kann nur über die Plätze schießen und über Siele in der Kanalisation landen. Versickern in der Erde? Hier nicht. In welchem Jahrzehnt ist das geplant worden? Unfassbar!

Adelia Schuldt

Diskussion ist überfällig

4. Juli: „Leitartikel: Ferner Frieden: Der Ukraine-Krieg hinterlässt nur Verlierer: Zeit für Verhandlungen“

Der Leitartikel von Matthias Iken war längst überfällig. Endlich wird die Diskussion eröffnet, Realpolitik zu formulieren. Das extrem leidgeprüfte ukrainische Volk hat bessere Interessenvertreter verdient als den Lautsprecher Melnyk. Leider muss man auch den Eindruck haben, dass der Botschafter offensichtlich die Rückendeckung der ukrainischen Führung genießt. Es ist an der Zeit, der Führung den Glauben zu nehmen, dass der Westen die Menge und die Qualität an Waffen liefern wird, die es den Ukrainern gegebenenfalls ermöglichen könnte, Gebiete zurückzuerobern, die zu großen Teilen eine Bevölkerung mit russischen Wurzeln aufweist. Das würde Putin mit zynischer Verachtung eigener blutiger Verluste zu verhindern wissen. Im Übrigen würde er auch vor den Ultranationalisten der Duma nicht bestehen können. Andererseits muss der Westen dem Diktator Putin mit großer Deutlichkeit klarmachen, dass ein weiteres Vorrücken mit Land- und Stadteroberung durch massive robuste Waffenlieferungen an die Ukraine verhindert wird. Dies in Gesprächen hinter den Kulissen zu vermitteln, wird das Kriegsgeschehen nicht beeinflussen. Das Ganze muss vom Westen in aller Öffentlichkeit kommuniziert werden, damit sowohl Putin als auch die ukrainische Führung, als auch die Weltöffentlichkeit Bescheid wissen, wie der Westen tickt. Die vernebelte Aussage, die Ukrainer müssen den Umgang mit dem Kriegsgeschehen allein entscheiden, wie es immer wieder vom Westen zu hören und zu lesen ist, trägt leider nicht dazu bei, die brutale Zerstörung der Städte und das unsägliche Blutvergießen zu verhindern.

Folkert Bildhauer

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