Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 25. Juni 2022

| Lesedauer: 8 Minuten

Deutschland offiziell ruinieren

23. Juni: „Lindner warnt vor ,drei bis fünf Jahren Knappheit‘“

Es ist vollbracht. Die führenden Politiker Deutschlands loben sich für die Ehrlichkeit dem Volk bekannt zu geben, dass sie Deutschland nun auch offiziell ruinieren. Sie opfern seinen über 70 Jahre mühsam aufgebauten Wohlstand mit dem Brustton der Überzeugung, dass es richtig sei das Land für die Ukraine zu ruinieren. Dass als Beifang noch Millionen Menschen weltweit hungern und verhungern müssen, scheint den Preis der guten Tat wert zu sein. Offensichtlich haben sie vergessen, dass sie bei der Wahl nur das Mandat bekommen hatten sich für die anderen 29 Nato-Länder an einem Krieg beteiligen zu dürfen und Deutschland auch nur dafür gegebenenfalls ruinieren zu müssen. Die Ukraine gehört aber nicht zu diesen 29 Staaten, genauso wenig wie zum Beispiel der Jemen oder Syrien; Länder in denen das menschliche Elend um ein vielfaches höher ist. Und als Nato-Land ist Deutschland auch nicht verpflichtet als Stellvertreter für die USA Russland klein zu machen, damit die USA im Pazifik sich uneingeschränkt auf China konzentrieren können.

Rolf Gläßner

Ideologien durchzusetzen

23. Juni: „Wie schlimm wird die Krise? Russland leitet immer weniger Erdgas nach Deutschland. Was das für Verbraucher, Wirtschaft und Gesellschaft bedeutet“

Die Krise wird schlimm, wenn jede Interessengemeinschaft versucht ihre Ideologien durchzusetzen. Wenn keine verlängerten Laufzeiten der AKWs, kein Fracking, kein Gas aus Russland , keine Gas-, Ölförderung im Wattenmeer und keine Kohlekraftwerke akzeptiert werden. Wie soll dann noch unsere Energieversorgung sichergestellt werden? Wenn alles nur zur Überbrückung der zu erwartenden Energieknappheit erfolgen muss, sollte jede Lösung des Problems erlaubt sein. Unser Staat kann sich nur dann den hohen Lebensstandard erlauben, wenn die Industrie funktioniert und Steuern von allen erwirtschaftet werden. Wir haben keine Zeit darüber lange zu lamentieren, welche Lösung die richtige ist. Es muss schnell und konsequent gehandelt werden. Putin sitzt sonst hoch und warm in seinem Kreml und amüsiert sich über die blöden Deutschen, die sich mit ihren befürworteten Sanktionen mehr Probleme geschaffen haben, als Russland sie ertragen muss. Ist es dass was wir wollen? Dann war die Unterstützung der Ukraine vergebens. Ohne Steuereinnahmen kein Geld für die Ukraine und Europa. An die sich daraus ergebenden Folge möchte ich gar nicht denken.

Thomas Fetzberger, Bargteheide

Es fehlt mehrjährige Tätigkeit

23. Juni: „Das kommt auf die Schleswig-Holsteiner zu. CDU und Grüne einigen sich auf Koalitionsvertrag. Schwerpunkt liegt beim Klimaschutz. Aminata Touré wird Ministerin“

Die neue Ministerin hat keine Ausbildung durchlaufen, die sie qualifiziert mehrere Milliarden zu verantworten. Insbesondere fehlt eine mehrjährige Tätigkeit auf leitender Ebene im öffentlichen Bereich oder in der Wirtschaft. Bei absolut keiner großen Firma würden ihre Bewerbungsunterlagen für eine leitende Tätigkeit auch nur ansatzweise diskutiert. Die großen Gewinne der Grünen sind nur dem Duo Habeck und Baerbock zuzuschreiben, ganz sicher nicht dem Personal der Grünen im Land. Also: Hauptsache schöner Posten, schönes Gehalt, nachweisbare Qualifikation Nebensache, in der Politik geht eben alles so, ein klarer Fall von Selbstbedienung.

Dr. Kay Meschke

Einst Hamburgs erste Adresse

23. Juni: „Mann am Jungfernstieg mit Glasflasche verletzt. Wieder eskaliert eine Situation am Rande der Alster. Polizeigewerkschaft spricht von „Problemklientel““

Der Jungfernstieg, einst Hamburgs erste Adresse, hat sich seit 2015 durch Gruppenansammlungen von Personen, die aufgrund politischer Korrektness nicht beim Namen genannt werden, zu einem kriminellen Hotspot entwickelt und insbesondere für junge Frauen abends zu einer No-go Area. Solange die Politik durch nonchalantes Verhalten glänzt und die Polizei infolge eines überforderten Innensenator nicht die Möglichkeit erhält, gegen diese Gruppen vorzugehen, wird sich die Situation in Zukunft voraussichtlich weiter verschärfen.

Stefan Bick

Lange Genehmigungsverfahren

24. Juni: „Gas ist von nun an ein knappes Gut in Deutschland. Minister Habeck ruft „Alarmstufe des Notfallplans“ aus. Senator Kerstan: Hamburger sollten auf Vollbäder und heißes Duschen verzichten“

Wie hilflos wir der Willkür des Herrn Putin ausgeliefert sind, zeigen die Aufrufe unserer Politiker zum Energiesparen. Da fällt einem Umweltsenator nichts Besseres ein, als für den Verzicht von Vollbädern und heißes Duschen zu werben. Ich glaube, ähnliches schon vor 50 Jahren in so mancher Fernsehzeitschrift gelesen zu haben. Wirklich helfen würde es, wenn sich die Verantwortlichen um schnellere Genehmigungsverfahren kümmern würden. So benötigt die zuständige IFB-HH für den Zuschuss von Wärmepumpen ca. 12 Wochen, um den Stempel zu setzen. Vorher darf kein Auftrag vergeben werden. Würde ich heute das OK bekommen, könnte ich noch vor der Heizperiode von meiner alten Gasanlage auf die Wärmepumpe umsteigen. Durch das lange Genehmigungsverfahren komme ich jedoch voll in die Heizperiode hinein. Es wird einem nicht leicht gemacht, einen Beitrag für die Umwelt einerseits und für das Einsparen „jeder KWh“ Gas andererseits, wie von Herrn Habeck gewünscht, zu leisten.

Michael J. Klopsch

Realitäten falsch eingeschätzt

Wenn Dummheit wehtäte müsste man in Berlin und Brüssel laut aufschreien. Lange wurde diskutiert, wie man aus der russischen Gasversorgung aussteigen könnte, um Putins Überfall auf die Ukraine nicht weiter zu finanzieren. Das Ergebnis war, man könnte nicht sofort, aber wenn die Versorgung aus alternativen Quellen und durch Gasimporte gesichert wäre , in zwei drei Jahren, dann. Nun dreht, wie zu erwarten, Putin den Spieß um und liefert weniger Gas. Wer das nicht hat kommen sehen. Insofern hat Minister Habeck mitsamt der Bundesregierung die Realitäten falsch eingeschätzt. Hinzu kommt seine stereotype Weigerung, die noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke weiter laufen zu lassen. Sicher, ihr Beitrag zur Gesamtversorgung ist nicht erhebend, doch wenn, wie Herr Kerstan meint, wir nun kalt duschen sollen um Energie zu sparen, dann könnte der kleine Kernkraftbeitrag das künftige Warmduschen vielleicht gewährleisten.

Dr. Gunter Alfke

Ist das noch wirtschaftlich?

Hamburg hat mit dem Kohlekraftwerk Moorburg eines der modernsten Kohlekraftwerke in Deutschland. Trotz einer sich anbahnenden nationalen Notsituation, trotz eines nie dagewesenen Preisanstieges für Energie, trotz einer massiven Gefährdung von Arbeitsplätzen in Hamburg und Deutschland hält der Hamburger Senat und allen voran Herr Umweltsenator Kerstan es nicht für nötig, ernsthaft die vorübergehende Wiederinbetriebnahme des KKW Moorburg in Betracht zu ziehen. Ist das noch wirtschaftlich und nachhaltig vertretbar? Nein, hier werden einmal mehr ideologische Parteiinteressen über die Interessen der Bürgerinnen und Bürger der Stadt gestellt. Wurden Sie dafür gewählt, Herr Kerstan? War Ihr Eid bei Amtsantritt also nur leere (traditionelle) Worthülsen? Besinnen Sie sich eines Bessern und entscheiden Sie zum Wohl Hamburgs, seiner Bürgerinnen und Bürger und seiner lebensnotwendigen Wirtschaft anders.

Hans-Jürgen Ohlerich

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