Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 17. Juni 2022

| Lesedauer: 8 Minuten

Tjarks macht, was er will

16. Juni: „Tjarks zum Anwohnerparken: ,Viele Bürger wollen das‘“

Wann bitte stoppt unser Bürgermeister endlich die grenzenlose Selbstherrlichkeit des Herrn Tjarks? Der macht, was er will, angeblich „wollen viele Bürger das“. Wen hat er denn befragt? Ich hätte gern mal an so einer Befragung teilgenommen, aber hier in Harvestehude habe ich keine Möglichkeit dafür bekommen. Wie viele alte Bäume will er noch für Radkreuzungen opfern? Die Grünen sprechen doch immer von CO2 und Klimaschutz, aber was schert ihn sein Geschwätz von gestern? Bitte, Herr Bürgermeister, bremsen Sie diesen Mann endlich aus!

Christel Gertke

Totale Fehlbesetzung

Anwohnerparken dilettantisch regeln, alte Bäume abholzen für nicht benötigte Radwege, ein Radparkhaus, das niemand braucht... Herr Bürgermeister, wie lange wollen Sie sich noch von ihrem ideologisch gesteuertem Verkehrssenator auf der Nase rumtanzen lassen? Desgleichen gilt für die Justizsenatorin, die von ihrer Ausbildung her eine totale Fehlbesetzung ist und ihren Laden nicht im Griff hat. Die überwiegend sehr gute Pandemiepolitik unseres Bürgermeisters hat ihm ein hohes Ansehen gebracht, wird aber durch das nicht Eingreifen bei den oben genannten Senatoren/innen leider zunichte gemacht.

Axel Stahl

Schwere Zeiten für Innenstadt

16. Juni: „Hamburg sucht ein ,Leitbild‘ für die City. Senat stellt erstmals eine Innenstadtkoordinatorin vor, die das Stadtzentrum wieder attraktiver machen soll“

Die Hamburger Innenstadt hatte auch früher einen eklatanten Mangel an Aufenthaltsplätzen, die zum Verweilen einluden. Gerhard-Hauptmann-Platz, Spitalerstraße und die weitgehend verwahrloste Gegend rund um den Hauptbahnhof locken niemanden dorthin. Hinzu kommt nun eine absolute Fokussierung auf Radfahrer, mit entsprechenden Einschränkungen, einige sprechen von Schikanen gegen Autofahrer. Der ökologische Aspekt ist ein purer Wunschgedanke, die CO2-Einsparung ist der Rede nicht wert. Wer glaubt, dass gerade die konsumfreudige Klientel zukünftig mit dem Rad aus den Walddörfern oder den Elbvororten kommt, um dann am Neuen Wall groß einzukaufen, der irrt. Auch die mit Kaugummiresten gepflasterte Spitalerstraße, mit ihren austauschbaren Ladenketten, ist nicht wirklich ein Anziehungspunkt. Längst haben viele, mich eingeschlossen, die City abgehakt und konsumieren stattdessen in den lokalen Shopping Malls vor Ort, wo man weder Stau, noch Parkplatzprobleme hat. Die Hamburger Innenstadt steht vor schweren Zeiten, gerade in Zeiten des Online-Shoppings. Dass man gerade dann jene Kunden, die eine individuelle Anfahrt per Pkw gegenüber überfüllten Bussen und Bahnen oder bei zumeist schlechtem Wetter auf dem Fahrrad bevorzugen mit künstlich verengtem Fahrraum oder absurd hohen Parkgebühren vergrault, könnte sich noch bitter rächen. Der Mensch bevorzugt nun mal den Weg des geringsten Widerstands, und die Hamburger Innenstadt bietet hier kaum Argumente gegenüber den dezentralen Angeboten zahlreicher Anbieter. Eine Alternative könnte das vielgescholtene Projekt in der HafenCity sein, dies bleibt jedoch abzuwarten.

Michael Maass, Hamburg-Blankenese

Muss das sein?

16. Juni: „100.000 Fans feuern Rammstein im Volkspark an“

Zwei Mal hintereinander „verdröhnt“ die Band Rammstein Open Air den Hamburgern in Altona, Lurup, Bahrenfeld und Eimsbüttel die lauen Sommerabende. Ok, Rammstein muss laut. Aber bis 23 Uhr? Vielleicht könnte man so ein Spektakel ja in den früheren Abend verlegen? Oder in eine geschlossene Halle? Wie soll man Motorradfahrern und Autoposern erklären, dass aufgemotzte Auspuffanlagen und Motoren nicht sein dürfen, Kindern, dass es für Brüllerei eine Grenze gibt, Gartenbesitzern, dass der Motormäher nach 20 Uhr im Schuppen bleiben muss, wenn Rammstein bis in die späte Nacht (sorry, Krankenschwestern und Schichtarbeiter, aber ihr interessiert uns nicht) lärmen dürfen. Welche Beamte vom Ordnungsamt muss man bestechen, um solche Sondergenehmigungen zu bekommen?

Michael Kordt

Karikatur auf hohem Niveau

16. Juni: „Karikatur Seite zwei“

Die Karikaturen sind ohnehin auf einem hohen Niveau, aber diese Loriot-Parodie übertrifft alle und ist schlicht und einfach zum Schreien. Danke.

Joachim Dultz

Formulare per Post schicken

15. Juni: „Grundsteuer – jetzt wird es ernst. Vom 1. Juli bis Ende Oktober müssen Grund- und Immobilienbesitzer ihre Erklärungen abgeben“

Was, wenn ich heute nicht das Abendblatt gelesen hätte? Wieso informiert die Behörde die betroffenen Bürger nicht direkt und sendet ihnen die erforderlichen Formulare zu? Stattdessen soll man alles Wissenswerte auf der Homepage der Behörde nachlesen, sich dort die Unterlagen herunterladen oder – wenn das nicht geht – zum Finanzamt gehen. Das ist die gleiche seltsame Vorgehensweise wie bei der Dichtheitsprüfung der Abwasserleitungen, wo es ja auch keine Informationen seitens der Behörde an die Bürger gab, stattdessen erfuhr man alles bruchstückweise durch Hörensagen von Nachbarn oder Bekannten. Soll man künftig seine Freizeit auf Behörden-Webseiten verbringen, um eventuellen „Zwangsgeldern“ zu entgehen, die Herr Dressel in Aussicht stellt?

Karsten Flohr

Verbrechen lohnt sich doch

14. Juni: „Biomarkt-Räuber ist wieder frei. Kaum war Serientäter gefasst, durfte er wieder nach Hause gehen. Wegen Engpässen in der Justiz?“

Wer hätte das gedacht, Verbrechen lohnt sich ja doch – jedenfalls in Hamburg. Nicht nur die wirklich sehr gute Arbeit der Polizei wird durch die Untätigkeit der Staatsanwaltschaft zunichte gemacht, sondern die gesamte Behörde verspielt aus meiner Sicht mit so einer Entscheidung jegliche Glaubwürdigkeit. Das laut Sprecherin der Staatsanwaltschaft die Gründe für die Beantragung eines Haftbefehls nicht vorlagen, ist doch wohl eher ein schlechter Witz. Der Mann hat mit den begangenen Taten sechs Verbrechenstatbestände erfüllt, und mehr Beweise – zu den vorherigen Taten – kann es kaum geben. Staatsanwälte sind in ihren Entscheidungen – anders als Richter – nicht unabhängig. Ich kann nur hoffen, dass die wahren Gründe aufgedeckt werden.

Derk Langkamp

Ausbildung besser vergüten

13. Juni: „Kitas kündigen Verträge: So groß ist der Erzieher-Mangel in Hamburg. Bis zu zehn Prozent der Stellen unbesetzt. Vereinzelt werden sogar ganze Gruppen geschlossen“

Mich wundert es gar nicht, dass es zu solchem Personalmangel kommt. Für mich ist es unverständlich, dass die Ausbildung nicht vernünftig vergütet wird. Jedes Unternehmen muss sich um Nachwuchs kümmern und auch für eine angemessene und vernünftig bezahlte Ausbildung sorgen. Jeder Friseur bildet aus und bezahlt seinen Azubi. Warum ist dies bei Kindergärten nicht möglich? Meine Nichte macht eine duale Ausbildung zur Kindheitspädagogin und musste sich in mühsamer Arbeit einen „Sponsor“ suchen, der die Ausbildung finanziert und ihr die Möglichkeit für den praktischen Part gibt. Ein Ausbildungsgehalt leider nicht inklusive. Echt traurig. Nicht jeder kann es sich erlauben eine Ausbildung ohne Vergütung zu machen. Kein Wunder also, wenn es einen Mangel gibt.

Claudia Haustein

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