Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 9. Juni 2022

| Lesedauer: 8 Minuten

Es fehlen die Kontrollen

8. Juni: „Rocky nach Beißattacke getötet. Ärzte retten Zweijähriger in Notoperation das Leben“

Die Tierschutzorganisation PETA fordert die Einführung eines „Hundeführerscheins“, aber was nützen Gesetze und Verordnungen, wenn ihre Einhaltung nicht kontrolliert wird? Ich habe die Prüfung zur Leinenbefreiung 2007 ablegt und bin seitdem nicht einmal deswegen kontrolliert worden. Obwohl es strenge Vorschriften und hohe Hürden zur Haltung für sogenannte „Listenhunde“ gibt, sieht man sie immer häufiger auf Hamburgs Straßen – unkastriert, ohne Maulkorb, zum Teil nicht angeleint und geführt von Personen, die dem Personenkreis gleichen, die die „Listenhunde“ damals in Verruf brachten.

Sabine Legge

Die Menschen haben Schuld

Wieder so ein Fall! Warum lässt man einen Kampfhund mit einem kleinen Kind zusammen? Nicht die Tiere haben Schuld, sondern die Menschen. Sie erziehen die Tiere falsch und können dann nicht mit ihnen fertig werden. Am Ende werden die Tiere einfach bestraft und getötet.

Ursula Henke

Punks auf Sylt – na und?

7. Juni: „9-Euro-Party auf Sylt – nur der Anfang? Punks sorgen auf der Insel für Wirbel“

Nach über zwei Jahren Corona-Einschränkungen lockt es die Menschen endlich wieder nach draußen. Das Wetter über Pfingsten ist fantastisch. Auf Sylt (und anderswo) können Hoteliers und Gastronomen endlich wieder ihrem Geschäft nachkommen. Es gibt draußen wieder ein schönes Lebensgefühl. Die Bahn macht dank der Regierung endlich ein preiswertes und klimaschonendes Reisen möglich. Das ist ein Grund für positive Berichterstattung! Dann wird es eben mal ein bisschen voller in den Zügen und es gibt ein paar Punks auf Sylt. Na und? Das sind doch die kleinen Herausforderungen des Alltags. Der Sylter Bürgermeister nimmt es doch auch ganz gelassen.

Wiebke Stebisch

Entscheidung für das Klima

7. Juni: „Hamburg streitet: Tempo 30 auf Hauptstraßen? Bundesweite Initiative bekommt Zulauf“

Die Hamburger Politikerinnen und Politiker können sich meiner Meinung nach dieser bundesweiten Initiative nur anschließen. Das darf keine parteipolitische Entscheidung sein, sondern eine für die Bürgerinnen und Bürger, für das Klima und für das Zusammenleben in unserer schönen Stadt.

Anke Stegemann

Mehr Selbstkritik im Westens

4./5./6. Juni: „Hamburger KRITIken: „Ich verstehe die Welt nicht mehr. Die berechtigte Empörung über Putins blutige Invasion trübt unseren Weitblick. Wer denkt vom Ende her?“

Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist berechtigter Weise zu verurteilen. Der Ukrainekonflikt hat aber viele Jahre früher dadurch begonnen, dass die USA ihr geopolitisches Interesse an der Ukraine entdeckt haben und in diesem Land auf vielfältige Weise konfliktverstärkend aktiv waren. Ob dies erfolgte zur Verbreitung von Demokratie und Freiheit oder aus anderen landeseigenen Interessen, darüber kann man jeweils mit berechtigten Argumenten unterschiedlicher Meinung sein. Ich vermisse eine ernsthafte – nicht nur marginalisierende – Selbstkritik im Westen zu seinem Beitrag am Ukrainekonflikt. Die von vielen in Politik und Medien geforderte Aufklärung über Fehler in der Russlandpolitik der letzten Jahre macht dann konfliktverringernden Sinn, wenn sie nicht nur wieder einseitig betrieben wird, sondern auch den tatsächlichen Beitrag des Westens zu diesem Konflikt berücksichtigt. Ich vertraue darauf, dass Bundeskanzler Scholz in dieser schwierigen Situation sorgfältig bedachte und notwendige Verteidigungsmaßnahmen unterstützt. Ich habe kein Vertrauen zu denjenigen, die ihn zu übertriebenen Waffenlieferungen, zu unbedachten Äußerungen und zu unangemessenen weiteren Handlungen drängen. Wir brauchen einen baldigen Waffenstillstand im Ukrainekrieg und eine Friedenslösung, die die Interessen aller am Konflikt Beteiligten berücksichtigt.

Klaus-Peter Koppelmann

Was ist die Konsequenz?

Chapeau, Herr Iken! Mit diesem Text unterstreichen Sie erneut Ihren Ruf als nachdenkliche Stimme in einem aufgeregten, unruhigen, verrückten Umfeld. Ihre Seitenhiebe gegen vorwiegend grüne ehemalige Wehrdienstverweigerer, die sich gegenwärtig im Chor vornehmlich mit einer FDP-Bellizistin darin zu übertreffen suchen, Öl ins Feuer des Ukraine-Konflikts zu gießen, sind geeignet, auch dem letzten unkritischen Medienkonsumenten vor Augen zu führen, was „die Politik“ hier anzurichten im Begriff ist. Eine Frau von der Leyen ist sich einig mit dem Bundeskanzler, dass Russland „den Krieg nicht gewinnen darf“. Dazu seien „schwere deutsche Waffen“ erforderlich, das ukrainische Bedienungspersonal für diese Waffen wird bereits von der Bundeswehr ausgebildet. Was ist die Konsequenz, wenn diese deutschen Waffen nicht schon während des Eisenbahntransports in das Einsatzgelände von russischer Luftwaffe und Artillerie vernichtet werden und tatsächlich gegen den russischen „Feind“ wirksam werden? Deutschland ist ungeachtet rabulistischer Argumentation selbstverständlich „Kriegspartei“ mit allen Folgen für unser Land, in einem Krieg mit einer Atommacht, die angesichts einer drohenden Niederlage nicht zögern wird, ihre nuklearen Waffen einzusetzen.

Lüder Osmers, Schenefeld

Gut gemeint, schlecht gemacht

Danke. Ich fühle mich nach der Lektüre Ihrer Kolumne nicht mehr so allein mit meinen Sorgen und meinem Unverständnis über die vielleicht gut gemeinte, aber gefährlich schlecht gemachte Eskalationspolitik.

Hans Stapelfeldt

Was kommt nach Putin?

Es wird nicht in die Zukunft, sondern nur tagesaktuell und das vor allem moralisierend, gedacht. Über die Folgen, wie könnte eine gute Lösung aussehen und wie bekommt man die hin, wird nicht gesprochen. Allein die Forderung „Putin muss weg!“ reicht nicht, wenn man dann nicht sagt, wer und was danach kommen soll, nichtssagende Floskeln wie „Demokratie“, „Menschenrechte“, usw. helfen nicht weiter, insbesondere wenn die Grundlagen hierfür vor Ort nicht vorhanden sind. Afghanistan, Libyen, Irak und einige andere, samt und sonders gescheiterte Versuche in den letzten Jahrzehnten sollten doch wohl Mahnung genug sein. Und ob ein „Failed State“ Russland, unter der Herrschaft von Provinz-, oder Religionsfürsten, Mafia-Clans, Warlords und sonstigen Spinnern wünschenswert ist, das darf wohl bezweifelt werden, sicherer wird die Welt dann auf jeden Fall nicht!

Peter Drygalla

Getrübter Weitblick

Ihr Beitrag macht uns fassungslos, Herr Iken. Bisher hatten wir den Eindruck, dass wenigstens Sie mit Blick auf die Ukraine der Realität folgten, nun scheint aber Ihr Weitblick derartig getrübt zu sein, dass Sie ohne auch nur ansatzweise konkret zu werden, in der jetzigen brutalen Phase des Krieges eine völlig unrealistische Diplomatie einfordern. Der Ruf nach Waffenunterstützung der Ukraine und Sanktionen wird jetzt plötzlich von Ihnen als falscher Weg dargestellt. Mit Ihrer Darstellung lassen Sie die Ukraine und die Freiheit der Demokratien restlos im Stich. Die Angst vor der Atommacht Russland führt bei Ihnen zum Einknicken vor dem vermeintlichen Recht des Stärkeren.

Marlies und Eckart Heinemann

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