Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 28. Mai 2022

| Lesedauer: 8 Minuten

Riskante Taktik beim HSV

27. Mai: „Der ständige Kampf um die HSV-Macht. Nach der Saisonanalyse im Aufsichtsrat muss Jansen entscheiden, wie es im Vorstand mit Wüstefeld und Boldt weitergeht“

Der HSV, sprich der Aufsichtsrat, konkret Herr Jansen, sollte beiden im Vorstand eine Absage erteilen. Ein Möchtegern-Anteilseigner, der sparen neu erfinden will und dabei viele vor den Kopf stößt, wird nur noch mehr Porzellan zerschlagen. Ein übergroßer Boldt, der sich an den Trainer klammert und dabei deutlich zeigt, wie wenig Ahnung er vom Fußball hat, wird aus dem Trainer keinen Allrounder machen, zumal dieser klar gesagt hat, er halte an seinem System fest. Wohin das tolle Erlebnis, das jetzt alle Spieler beim HSV zu haben scheinen, geführt hat, konnte jeder auch noch so Fußball-Unbegabte beim Rückspiel der Relegation sehen. Gibt es eigentlich noch einen anderen Bundesligaverein, der diese riskante Taktik fährt und den Torwart am Mittelkreis den Libero spielen lässt? Ich sehe nur andere Vereine, die mit Lust und Kampfgeist, denn Technik haben sie alle gelernt, den Klassenerhalt schaffen oder den Aufstieg. Und wollte Boldt nicht ohnehin nach Rom? Herr Jansen sollte sich neu orientieren und sich nicht durcheinanderbringen lassen von denen, die Kontinuität wollen, denn damit bleibt dieses Zweit-Liga-Gekicke. Wenn also für Boldt das HSV-Leben nur weitergeht mit Trainer Walter, sollte er schnell Platz machen, damit der HSV mal wieder oben mitspielt.

Manfred Stöckling

Laubbläser verbieten!

24. Mai: „So wird man zum Pflanzen-Kenner. Die Artenvielfalt nimmt ab – und zwar weitgehend unbemerkt, weil vielen Menschen das Wissen fehlt. Loki-Schmidt-Stiftung und Botanischer Verein bieten Abhilfe mit der ,Akademie für Artenkenner“‘

Mal wieder eine gute Gelegenheit, auf einen immer noch herrschenden großen Missstand hinzuweisen: Nach wie vor gibt es im gesamten Stadtgebiet den Einsatz von Laubbläsern, die beim Säubern der Flächen brutal auch in die Pflanzstreifen und -beete sowie Rasenflächen „reinschlagen“ und Wildpflanzen und -blumen, diese so häufig kleinen Wunderwerke der Natur, vernichten! Wann gibt es endlich ein Verbot?

Antje May

Rabatt wird weggeschnappt

24. Mai: „Großer Andrang an Tankstellen erwartet. Ab Juni gilt in Deutschland ein Rabatt auf Benzin und Diesel – drohen Engpässe an den Zapfsäulen?“

Wie undurchdacht ist diese Hilfe für Kraftfahrer wieder einmal. Da spricht die Regierung unter Olaf Scholz von einem Tankstellenrabatt, gar von einer Steuersenkung. Knapp 35 Cent pro Liter soll der Treibstoff für den steuerzahlenden Autofahrer weniger kosten. Dabei wurde aber wieder einmal die Rechnung ohne den Wirt, hier die Mineralölgesellschaften, gemacht! Sie werden dem Autofahrer diesen Rabatt wegschnappen, wie den köstlichen Rahm auf der Milch! Wie? Ganz einfach, sie werden vor dem Stichtag 1. Juni die Kraftstoffpreise ganz unauffällig um genau diesen Rabatt erhöhen. Um nach dem Stichtag dort weiterzumachen, wo sie preislich jetzt sind. Die fortan gezahlte, eigentlich dem Autofahrer zugedachte Ersparnis natürlich auch zukünftig weiter abschöpfend! Großartig gesprungen, Herr Scholz, aber wie oftmals zu kurz!

Wilhelm Baack, Norderstedt

Züge von Dogmatismus

25. Mai: „U 5 – CDU und BUND greifen Tschentscher an. Experten hatten neuer Linie ,verheerende‘ Klimabilanz attestiert. Linke, Union und Naturschützer sind für Stadtbahn“

Die Äußerungen von Dr. Tschentscher & Co erinnern zunehmend an eine „Wagenburg-“ und „Basta“-Mentalität. Der heutige Bundeskanzler Scholz ersann die U 5 und verkaufte uns Hamburgern diese als „Schlüssel zur Mobilitätswende“, Nachteile und Belastungen weitgehend ausblendend. Die derzeit in Hamburg verantwortlichen Sozialdemokraten haben ihre Funktion Scholz zu verdanken, weil sie seiner Politik für Hamburg unkritisch folgten, eigene Überzeugungen zurückstellten. Dazu zählt auch die von vielen unter ihnen früher favorisierte Stadtbahn. Ein Scheitern der U 5 oder einzuräumen, Fehler gemacht zu haben, würde in deren Augen ihr „Idol Scholz“ schädigen. Dass das auch ein Zeichen von Stärke und Verantwortung (für Hamburg) sein kann, sehen sie nicht. Also kann und darf das nicht sein. Die U 5 trägt immer mehr Züge von „Dogmatismus“. Deswegen „Augen zu und durch mit der U 5“, die Bürger zahlen ja. Der Einwurf der CDU-Abgeordneten ist heuchlerisch. Hatte die CDU doch 2010 die Chance, die Stadtbahn zum Erfolg zu führen – und die heutige CDU-Fraktion befürwortet die U 5. Mit Fassungslosigkeit nehme ich als Bürger zur Kenntnis, dass Scholz noch heute in der Hamburger SPD wirkt und dass es ihm gelang, die Hamburger Grünen von Anhängern der Stadtbahn zu unkritischen U-5-Befürwortern zu machen.

Lutz Achilles

Problem ist hausgemacht

25. Mai: „Warum Bierflaschen im Sommer knapp werden. Getränkehersteller warnen vor Leergut-Mangel. So ist die Lage bei den Hamburger Brauereien Carlsberg und Ratsherrn“

Das Problem ist zum einen hausgemacht, weil heutzutage fast jede Brauerei und fast jeder Brunnen „Designerflaschen“ – meist auch noch in eigenen Kisten – herausbringt, die dann aufwendig zum jeweiligen Abfüller zurückgeführt werden müssen. Das wird auch für Konsumenten zum Problem, wenn die aus dem Urlaub mitgebrachte Kiste oder Flasche vom Automaten im hiesigen Geschäft nicht akzeptiert wird und so im Altglas landet. Ein weiterer Faktor ist der niedrige Pfandwert. Acht Cent für Bierflaschen und 15 Cent für Bügel- und Wasserflaschen sind für viele kein Anreiz, diese wieder zurückzubringen. Dazu kommt: Die Bierpreise haben sich allein seit Einführung des Euro vor 20 Jahren verdoppelt, das Pfand aber ist seit Jahrzehnten gleich geblieben. Weitere Erhöhungen der Bierpreise wurden bereits angekündigt, sodass der relative Wert des Pfands im Verhältnis zum Getränk weiter sinken dürfte. Eine Anpassung des Pfands auf 15 Cent würde daher einerseits mehr Konsumenten bewegen, das Leergut zurückzugeben und andererseits dem realen Wert einer Glasflasche entsprechen.

Jörg Bartholomai, Kassel

Risiken dieser Forschung

21./22. Mai: „Drosten gewinnt Professorenstreit vor Gericht. Der Hamburger Physiker Roland Wiesendanger darf weiterhin nicht behaupten, Drosten habe die Öffentlichkeit über das Coronavirus getäuscht“

Herr Drosten hatte die Befürworter der Laborunfall-Theorie im Jahr 2020 als Verschwörungstheoretiker bezeichnet. Nun lässt die Aussage des Anwalts von Herrn Drosten aufhorchen: „Sein Mandant habe immer ausgewogen über beide Theorien gesprochen“. Dies erstaunt. Bekanntermaßen hat es bereits diverse Laborunfälle in virologischen Forschungseinrichtungen vor 2019 gegeben, auch in China. Dieses Mal ist der Beweis schwieriger, da alle Daten gelöscht und die Wissenschaftler vor Ort mindestens „mundtot“ gemacht wurden. In Deutschland verfügen wir zum Glück über Meinungs- und Pressefreiheit. Diese schränken wir kurioserweise selber ein, wenn wir, wie bei Herrn Drosten, diesen als „den“ Experten feiern und seinen Umgang mit Andersdenkenden unkritisch übernehmen und nicht hinterfragen. In Frankreich oder den USA diskutiert man bereits intensiv das hohe Risiko in diesen Laboren. Denn in diesen werden u. a. die Nucleotidsequenzen der Viren verändert, um das Eindringen in menschliche Zellen zu beschleunigen. Die Indizien reichen aus, dass Politik und Medien die Risiken dieser Forschung deutlich kritischer betrachten sollten als derzeit. Vieler dieser Forschungslabore liegen in Ländern, in denen die WHO die notwendigen Standards für diese Labore – siehe China – nicht durchsetzen kann.

Dr. Martin Widmann, Hamburg

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