Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 17. Mai 2022

| Lesedauer: 7 Minuten

Ohne Erfahrung im Bundestag

16. Mai: „#EmiliaFester: ,Dann opfer’ doch deine Jugend

Vielen Dank für die deutlichen Worte von Diana Zinkler zu jungen Abgeordneten im Deutschen Bundestag. Ohne Lebenserfahrung und meistens auch ohne abgeschlossenes Studium bzw. Berufsausbildung, sitzen junge Abgeordnete über die Landeslisten ihrer Parteien im Bundestag und sind an weitreichenden Entscheidungen für unser Land mit in der Verantwortung. Vielfach mit den Themen Klimaschutz und Umwelt als Fachgebiet. Mehr auch nicht. Wenn eine junge Abgeordnete sich rühmt, bis zu 90 Stunden in der Woche zu „arbeiten“, würde mich der Terminplan dieser Abgeordneten interessieren. Wissen die überhaupt was Arbeiten bedeutet?

Thomas Fetzberger, Bargteheide

Punktvergabe nur durch Profis

16. Mai: „Der Krieg erreicht den ESC“

Nach zwei Jahren „Abstinenz“ habe ich den ESC wieder in voller Länge gesehen und bin mehr als enttäuscht. Der ESC soll ein Wettbewerb von Sängern sein, aber Sonnabend war es nur – seitens der Anrufer – ein Punktegeben für ein Land. Bitte ESC, lass die Punkte wieder nur von Profis vergeben und lass die Anrufer weg. In den letzten Jahren ist dadurch der Sinn und Zweck des ESC teilweise völlig verfälscht worden! Über Musik lässt sich bekanntlich streiten, meines Erachtens gab es am Sonnabend weitaus bessere Sänger, aber die Anrufer haben diese verdrängt. Schade, auch ohne Sympathieanrufe stand die Ukraine doch ganz gut da.

Anke Petersen, Reinbek

Dabei sein ist nicht alles...

Als langjähriger Juror für Rock- und Popmusik für den renommierten Preis der Deutschen Schallplattenkritik kann ich mir ein Urteil über den ESC erlauben. Es tut mir in der Seele weh, Jahr für Jahr zu erleben, wie Deutschland scheitert. Der letzte Platz in diesem Jahr ist auch überhaupt nicht mit dem Krieg in der Ukraine zu erklären. Die politische Situation hat nur die vorderen Plätze beeinflusst und dabei dem zweitplatzierten Sam Ryder den Sieg gekostet. Der NDR, der immer wieder eine hohe Summe Geld als quasi Mitveranstalter ausgibt, sollte sich dringend fragen, ob dieses richtig investiert ist. Dabei sein ist hier nicht alles, sondern das Abschneiden in den letzten Jahren beschädigt den Ruf der deutschen Musikszene. Wir haben so viele erfolgreiche Künstler hierzulande, und es kann doch mit etwas Sachverstand und Mühe nicht so schwer sein, dass Deutschland wieder ein Kandidat für einen der vorderen Plätze wird.

Bernd Glodek

Karrierekiller ESC

Natürlich gratuliert man den ukrainischen Teilnehmern zum Sieg, aber es gab bessere. Waren es Mitleidspunkte? Traumatisch wird es mittlerweile für die deutschen Teilnehmer. Seit dem Sieg von Lena landeten acht Kandidaten auf den letzten Plätzen. Was lässt sich verbessern? Eine Teilnahme am ESC mit einer hinteren Platzierung ist ein absoluter Karrierekiller, oder erinnert sich noch jemand an Ann-Sophie oder Elaiza?

Herbert Drapatz

Die Doppelmoral des Senats

13. Mai: „Bezirk geht hart gegen ,Gärten des Grauens‘ vor“

Die Doppelmoral von SPD und Grünen schreit einmal mehr und in aller Deutlichkeit zum Himmel. Während Schottergärten in ihrer überschaubaren Größe als ökologisches Ärgernis bezeichnet und deren Besitzer durch das Bezirksamt drangsaliert werden, weil kein Lebensraum für heimische Blühpflanzen, Sträucher und Bäume bleibt, gelten diese Ansprüche für das Bezirksamt Hamburg-Nord selbstredend nicht. Mir stellt sich die Frage, wie man die ökologische Wertigkeit von kleinen innerstädtischen Schottergärten mit dem zum Teil als Landschaftsschutzgebiet deklarierten Diekmoor gleichsetzen kann? Wie erkläre ich meiner Tochter, dass Schottergärten für Pflanzen und Tiere quasi überlebenswichtig sind, das Bauen von 700 Wohnungen in einem der letzten ökologisch wertvollen Landschaftsschutzgebiete dagegen zu vernachlässigen ist? Wie erkläre ich meiner Tochter, dass das Bezirksamt letztendlich etwas macht, was es den einfachen Bürgern der Stadt unter Sanktionsandrohung verbietet? Die einzige Möglichkeit, die ich habe und nutzen werde, ist meiner Tochter zu erklären, was grüne Politik heutzutage wirklich für den Naturschutz bedeutet.

Mathias Philipp

Elektroautos bevorzugt

11. Mai: „Anwohnerparken – Fluch oder Segen?“ und diverse Leserbriefe

In Ergänzung aller bereits veröffentlichten Leserbriefe zum Thema Anwohnerparken möchte ich gerne auf ein weiteres, bisher unerwähntes Ärgernis hinweisen: Besucher mit E-Autos dürfen in den als Anwohnerparken ausgewiesenen Zonen kostenlos parken, so weisen es die aufgestellten Parkautomaten ausdrücklich aus. Wie erklärt sich dieser Umstand? Die Einrichtung der Parkzonen soll doch wohl den knappen Parkraum zur größeren Zufriedenheit der Bürger besser verteilen und vor allem den ruhenden Verkehr regeln. Welche Rolle spielt dabei der Schadstoffausstoß eines Pkw? Diese Bevorzugung ist durch nichts zu rechtfertigen. Einziger Grund könnte mal wieder sein, den Anreiz zum Erwerb eines E-Mobils (neben dem staatlichen Kaufzuschuss und der zukünftigen Einsparmöglichkeit von bis zu 400 Euro durch Emissionshandel) zu erhöhen. Das hat mit gleichen Rechten für alle Autofahrer nichts zu tun!

Sibylle Schöpff, Hamburg-Niendorf

Nur noch kurze Besuche

Das ist nicht nur eine Mogelpackung für zahlende Anwohner. Wenn ich mit dem Auto spontan Freunde besuchen will und diese auch in einem AP-Bereich wohnen, muss ich nach drei Stunden wieder wegfahren, da das Parken laut Parkuhr nicht länger erlaubt ist. Als 78-jährige Rentnerin bin ich an manchen Tagen nicht fit genug, das Fahrrad zu nehmen. Eine Taxe ist mir zu teuer und ein mehrmaliges Umsteigen ist für ältere Leute schon mühsam. So verkneift man sich die früher so netten Begegnungen... Und die Parksituation hat sich in meinem Viertel sowieso nicht verbessert. Angelika Jauch

Alte Namen wieder aufnehmen

13. Mai: „,Ich buchstabiere: H wie Hamburg und Q wie Quickborn …‘. Institut für Normung (DIN) stellt neues amtliches Alphabet vor“

Nun ist die Political Correctness also auch beim Buchstabieralphabet angekommen. Ist das nun ein Fortschritt? Gedacht war das mal, um einfach, kurz und prägnant zu buchstabieren, so wie z.B. mit Alpha, Beta oder Alfa, Bravo wie es in anderen Ländern gemacht wird. Dafür waren die Vornamen in Deutschland doch gut geeignet. Warum muss nun alles neu erdacht werden, anstatt die von den Nazis geschmähten Namen einfach wieder aufzunehmen. Ich finde David, Nathan und Samuel wesentlich besser als Düsseldorf, Nordenham oder Stuttgart. Das wäre doch ein viel besseres Zeichen gegen den Antisemitismus.

Jens Sendel

Schädliche Veranstaltungen

11. Mai: „Schlagermove, Harley Days und CSD wieder da“

Es ist nicht zu fassen, dass in einer Zeit des bedrohlichen Klimawandels eine ebenso schädliche wie überflüssige Veranstaltung vom Hamburger Senat genehmigt wird. Es fehlt nur noch, dass wieder der „Motorradgottesdienst“ stattfindet, der den frömmelnden Bikern nur einen willkommener Anlass bietet, Hamburg mit Lärm und Gestank zu überziehen. Sollen die Motorradler doch bei christlichem Bedarf ihre heimische Dorfkirche aufsuchen, möglichst zu Fuß.

Peter Kröncke

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