Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 29. April 2022

| Lesedauer: 7 Minuten

Mit zweierlei Maß gemessen?

28. April: „Ampel beschließt Entlastungspaket – Rentner ohne Energiebonus

Ich bekomme in diesem Jahr eine Rentenerhöhung von 5,35 Prozent, im letzten Jahr fiel eine Erhöhung leider aus. Trotzdem sagen unsere Politiker, dass eine Energiepauschale wegen der Erhöhung unnötig sei. Die Hamburger Abgeordneten erhöhen sich ihre Diäten in diesem Jahr um satte 15 Prozent. Ich gehe doch davon aus, dass auch die Abgeordneten keine Energiepauschale ausbezahlt bekommen. Oder wird hier mit zweierlei Maß gemessen?

Gerhard Oldenburg

Debakel bei der nächsten Wahl

Es ist zwar erfreulich, dass die Regierung auf die steigende Inflation eingeht. Leider bleiben die Rentner, auch wenn es im Sommer eine Rentenanpassung gibt, voll auf der Strecke. Was nützt eine Anhebung der Rente von etwas mehr als fünf bzw. sechs Prozent, wenn die Inflation inzwischen auf ein mehrfaches gestiegen ist. Pendlerpauschale oder Absenkung der Spritpreise betrifft viele Rentner überhaupt nicht. Eine einmalige Zahlung von 300 Euro soll es nur für Arbeitnehmer geben. Die Bundesregierung sollte aufwachen, sonst gibt es für sie bei der nächsten Wahl ein Debakel.

Joachim Lüdemann

Grenzenlose Ungerechtigkeit

Dass Rentner beim Energiebonus leer ausgehen, ist eine grenzenlose Ungerechtigkeit. Die Begründung, wir würden ja eine üppige Rentenerhöhung im Sommer bekommen, ist dann noch der Gipfel der Unverfrorenheit. Das hat doch nichts miteinander zu tun! Abgeordnete mit Diätenerhöhung erhalten ja auch den Bonus. Meine Konsequenz: Kündigung meiner Mitgliedschaft bei den Grünen nach mehr als 41 Jahren.

Volker Lüpke

Wohin mit dem Ungetüm?

28. April: „Caravans – hohe Preise, lange Lieferzeiten“

Es soll ja ein gewisses Maß an Freiheit vermitteln, mit einem Wohnmobil unterwegs zu sein. Allerdings muss man dann in Kauf nehmen, auf vollen Campingplätzen zu übernachten. In der freien Natur, wie in der Werbung gezeigt, ist aus gutem Grund nur in Ausnahmefällen gestattet. Aber dann kommt man nach Hause, und wohin dann das Ungetüm? Man kann im Frühjahr bis zum Herbst überall in den Wohngebieten Camper sehen, die längere Zeit dort stehen und den knappen Parkraum blockieren, häufig zwei Pkw-Stellplätze wegen ihrer Länge. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, der dieses unterbindet, indem er in der StVO vorschreibt, dass ein Fahrzeug die eingezeichnete Fläche nicht überschreiten darf.

Dr. Jürgen Koch, Holm

Ich kann das, ich mach das

In unserer Straße – einer Sackgasse mit Zufahrt zu einer Kita – stehen jetzt wieder vier Wohnmobile. Die Besitzer haben daneben noch ein bis zwei Pkw auch an der Straße geparkt. Darunter ein Expeditionsmodell mit besonderer Länge. Alle Wohnmobile haben keine aktuelle Schadstoffeinstufung, das jüngste Exemplar Euro 5. Dank des Klimawandels gibt es auch in Hamburg erfreulich viele Phasen mit schönem Wetter, und die Wohnmobile werden deshalb gerne bewegt. Das heißt dann, man fährt auf einen schönen Campingplatz. Zusammen mit allen anderen, die das schöne Wetter auch genießen wollen. Und verstopft dann dort auch die Orte und Straßen – auch Wohnmobilisten müssen einkaufen. Für mich ist dieser Hype eine ökologische Eskalation puren Hedonismus’. Ich kann das, ich mach das. Schadstoffe, Lärm? Egal, sollen die anderen mal anfangen. Es wäre fairer, wenn Wohnmobile auf eigenen Parkplätzen abgestellt werden, und nicht die Anwohnerstraßen noch mehr verstopfen. Aber man weiß ja, dass Freiwilligkeit nur ein anderes Wort für Egoismus ist.

Andreas Baxmann

Teilweise chaotische Zustände

27. April: „Veloroutenausbau zwischen Binnen- und Außenalster“

Der Ausbau zwischen der Binnen- und Außenalster ist löblich und auch erforderlich. Aber gerade an der Außenalster entlang der Straße „An der Alster“ herrschen teilweise chaotische Zustände, besonders natürlich in den Morgen- und Abendstunden. Hier denke ich vor allem an die Übergänge von der Alster in die Lohmühlenstraße und in Höhe des Holzdamms. Bei diesen beiden Übergängen sollte sich Herr Tjarks mal in den Stoßzeiten die Mühe machen, an den Ampeln auf der Seite der Alster in die jeweils genannten Straßen zu fahren. Aber bitte Vorsicht, es könnte gefährlich werden und er dürfte sich nicht an den Beschimpfungen der anderen Radfahrer, die geradeaus fahren möchten, stören. Seit Jahren wundere ich mich, dass kaum etwas passiert ist! An die Kommentare der anderen Radfahrer habe ich mich bereits gewöhnt.

Anita Wolf

Unverständlich und leichtfertig

27. April: „,Ich werde keine Maske mehr tragen‘. Bürgermeister Peter Tschentscher zieht zum Ende der Corona-Maßnahmen eine positive Bilanz. Das tun nicht alle“

Wenn Herr Tschentscher öffentlich erklärt, künftig beim Einkaufen keine Maske tragen zu wollen, ist das für mich unverständlich und leichtfertig. Die Pandemie ist leider noch nicht vorbei, wie die wieder leicht ansteigenden Fallzahlen zeigen. Deshalb sollten weiterhin Masken beim Zusammentreffen mit mehreren Menschen getragen werden. Nicht nur im ÖPNV, sondern auch in Restaurants (bis zum Tisch) und vor allem beim Einkauf, wo in Gängen und an Kassen keine Abstände eingehalten werden. Aber vielleicht kauft Herr Tschentscher nicht selber ein und kennt die Enge in Supermärkten nicht. Ich trage dort weiterhin eine Maske und hoffe, die anderen Kunden machen das ebenso.

Horst Jachimowitz

Kein gutes Vorbild

Herr Tschentscher sagt, er werde beim Einkaufen auch keine Maske mehr tragen, wenn die Verordnung beendet ist. So viel zur Vorbildfunktion eines Bürgermeisters. Werden die vulnerablen Menschen mit dem Ende der Verordnung weniger gefährdet als vorher? Wäre es nicht vernünftiger, wenn alle noch zumindest solange eine Maske in Geschäften tragen, bis die Fallzahlen deutlich gesunken sind? Jeder hat die Wahl, Peter Tschentscher hat sich bereits entschieden.

Michael Jabs

Nord-Süd-Diskrepanz

26. April: „Debatte um nachgeholte Feiertage“

Ich schlage eine bundeseinheitliche Feiertagsregelung vor. Wenn wir „die Erholung so dringend brauchen, die diese Feiertage mit sich bringen“, warum wird dann den Süd- und Mitteldeutschen mehr Erholung als uns in Norddeutschland zugestanden? Ebenso unverständlich: Warum gibt es den Internationalen Frauentag nur in Berlin? Sollten nicht alle Frauen in Deutschland in diesen Genuss kommen? Wo wir doch schon überall von Gleichberechtigung sprechen, wäre eine bundeseinheitliche Regelung mal eine gute Idee!

Andrea Ehlers

Osterfeuer verbieten

23./24. April: „Fuchswelpe bei Osterfeuer fast verbrannt“

Wer will da noch sagen, er hätte nicht gewusst, dass Tiere in den aufgeschichteten Holzhaufen Verstecke, Zuflucht, Nistplätze suchen? Leider sind vielen anscheinend Tradition und Event wichtiger. Kann hier nicht endlich von Seiten der Politik ein Machtwort gesprochen werden, dass diese umweltschädlichen und tierfeindlichen Osterfeuer verboten werden? Oder ist die Angst vor Verlust der Wählergunst einfach zu groß?

Hilda Netzel

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