Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 22. März 2022

| Lesedauer: 8 Minuten

Der HVV ist viel zu teuer!

21. März: „Corona, Ukraine, Hamburg-Takt: Dramatische Verluste der Hochbahn

und „Die großen Risiken der U-5-Planung“

Erstens ist der HVV, verglichen mit anderen Großstädten, viel zu teuer! Und zweitens lohnt sich ein Blick auf die Spitzengehälter der Vorstände, bevor man erneut die Preise anhebt und die Steuerzahler belastet. Hier hat man jedes Augenmaß verloren. Durch Schwarzfahrer geht ebenfalls reichlich Geld verloren. Warum kann man den Bahnsteig betreten ohne Fahrkarte? Hier kann man ebenfalls von anderen Städten lernen. Immer nur jährlich die Preise erhöhen, ist nicht nur einfallslos, sondern auch zu kurz gesprungen.

Christiana Grajecki, Großhansdorf

U-5-Planung mit Augenmaß

Es wundert mich nicht, dass es Kritik und Probleme bei der Planung der U5 gibt. Aus meiner Sicht muss nicht jede U-Bahn über die Innenstadt und den Hauptbahnhof fahren. Man kann den Fahrgästen durchaus einen Umstieg zumuten. Es wäre für die U5 deutlich besser, wenn sie nicht durch die Innenstadt führe, sondern nördlich der Außenalster an geeigneter Stelle quer nach Westen geführt würde. Das wäre deutlich kostengünstiger und auch klimafreundlicher. Bei dem gegenwärtiger Stand der Planung dürfte es berechtigterweise etliche Klagen geben. Das Verkehrskonzept von Herrn Tjarks ist ja insgesamt zu begrüßen. Man sollte es nur mit Augenmaß umsetzen und es nicht übertreiben. Das führt dann zu Defiziten beim HVV, wie im Leitartikel zu lesen ist. Ein Fünf-Minuten-Takt von öffentlichen Verkehrmitteln ist aus verschiedenen Gründen total überzogen, es reichen auch zehn Minuten.

Reinhard Kappelhoff, Buchholz

Mehr Zeit durch Atomkraft

21. März: „Deutschland soll bald Gas aus Katar erhalten“

Der furchtbare Krieg in der Ukraine hat uns die Augen geöffnet: Wir haben ein Energie-Problem! Selten wurde die Abhängigkeit von Gaslieferungen so deutlich wie jetzt. Nachdem jetzt der eine Lieferant in „Ungnade“ gefallen ist, begeben wir uns in die nächste Abhängigkeit! Vergessen sind die Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen beim Bau der Wettkampfstätten in Katar, vergessen die Korruptionsvorwürfe. Warum können wir nicht – wie unsere Nachbarstaaten – über Atomkraft zumindest nachdenken! Wir würden Zeit gewinnen! Zeit, die wir, um die Energie für unsere Kinder und Kindeskinder sicherzustellen, dringend brauchen.

Dr. Thomas Gent, Hamburg

Habecks verzweifelter Kotau

Der Kotau des Bundeswirtschaftsministers vor dem Scheich von Katar hat schon etwas verzweifeltes an sich. Vergessen scheinen bei dem Grünen Politiker die Kritik an einem Regime, das bei 2,5 Millionen Einwohnern nur 200.000 Wahlberechtigte kennt, weil das Heer der zwei Millionen Billigarbeiter aus Pakistan, Indien, Bangladesch usw. nicht wählen darf. Auch dürfen die Glitzerbauten in der Hauptstadt Doha und die Abhaltung der Fußballweltmeisterschaft dort Ende des Jahres nicht darüber hinwegtäuschen, dass die politische Stabilität des Scheichtums eher fragil ist, und die Gasversorgung alles andere als sicher. Die LNG-Tanker müssen durch das Nadelöhr der Straße von Hormus fahren, ein Konflikt mit dem Iran reicht aus, und dieser Weg ist versperrt. Dann kommt kein Gastanker von und nach Katar. Ferner müssen die Tanker durch den Suezkanal fahren. Es braucht nur ein havariertes Schiff wie im Frühjahr 2021, und der Kanal ist wochenlang gesperrt mit allen Folgen für die Liefersicherheit. Und bis zusätzliche Gasmengen kommen, vergeht Zeit, weil die Erdgasverflüssigungsanlagen in Katar erst erweitert sowie die Tanker zum Transport noch gebaut werden müssen. Vor 2025 wird voraussichtlich kein katarisches Gas in Deutschland ankommen. Der Bau einer Wiedervergasungsanlage in Brunsbüttel ist da nur das kleinere Problem, denn die, wenn überhaupt lieferbaren Gasmengen können auch an den anderen Wiedervergasungsanlagen in Europa entladen werden und dann in das europäische Pipelinenetz eingespeist und nach Deutschland geliefert werden.

Jutta Wallmann, Hamburg

Flüssiggas aus dem Iran

19./20. März: Hamburger KRITIken: „Woher kommt morgen der Strom? Mehr als ein Jahrzehnt dominierte der Wunsch die Energiepolitik – nun ist die Wirklichkeit zurück “

Wenn es um die Energie-Grundversorgung geht, steht unser Wohlstand und sozialer Friede auf dem Spiel. Hier bewegt sich die Embargo-Politik der Bundesregierung auf einem schmalen Grat. Man sollte sich vor Moralapostelei hüten. Saudi-Arabien führt seit sieben Jahren Krieg gegen die Huthis, de facto gegen die Infrastruktur und jemenitische Zivilbevölkerung. Die Geschäfte mit Saudi-Arabien laufen wieder wie geschmiert. Wo ist da die Moral? Gut: Putins Überfall auf die Ukraine war frech und fast vor unserer Haustür, da ist eine heftige Reaktion berechtigt. Also mit Herrn Habeck auf nach Katar, zu einer der lupenreinen Demokratien am Golf, um Flüssiggas für den Winter zu sichern. In Ordnung: Das ist immer noch besser als Fracking-Gas. Lieber Despoten pampern, als die Erde verplempern. Dazu habe ich einen Vorschlag: Warum nicht Flüssiggas aus dem Iran? Die Iraner leiden seit Jahren sinnlos unter einem Embargo, das keines seiner Ziele erreicht, die Bevölkerung jedoch in die Armut getrieben hat. Sie sind ein altes, stolzes Kulturvolk, verlässliche Partner und haben seit sehr langer Zeit keinen Angriffskrieg bzw. keine „Militäroperation im Ausland“ mehr geführt. Irans Weg zur Atombombe lässt sich, falls überhaupt, eher durch Zusammenarbeit und Anerkennung verhindern. Wandel durch Handel, Dollars für die Mullahs! Ich möchte im nächsten Winter meine Beine von iranischem Flüssiggas wärmen lassen.

Prof. Ludwig Paul, Hamburg

Die Dinge wertschätzen

19./20. März: Schumachers Woche: „Sparen? Können wir uns sparen …“

Der Artikel von Herrn Schumacher hat mich sehr amüsiert und ich habe mich darin wiedergefunden. Ich bin auch ein Mensch, dem es schwer fällt etwas wegzuwerfen, seien es Lebensmittel oder da ich Handwerker bin, Schrauben, Muttern oder ähnliches. Irgendwann benötigt man es einmal. Lebensmittel, die vom Vortag übrig bleiben, kann man am nächsten Tag noch verwenden. Meine Frau sagt dann immer, ich sei ein Kriegskind, obwohl ich 1955 geboren bin. Ich habe von meinen Eltern Sparsamkeit und Wertschätzung von Dingen gelernt und ich glaube nicht, dass solche Eigenschaften zum Nachteil sind. Würden alle Menschen so denken, müssten nicht so viele Lebensmittel vernichtet werden, und man würde durch geringere Produktion auch noch Ressourcen sparen. Auch wenn ich es mir finanziell anders leisten könnte, fahre ich mit dieser Einstellung sehr gut.

Fred Mordhorst

Es mangelt an Motivation

21. März: „Das Alarmsignal von Düsseldorf. Beim glücklichen 1:1 bei der Fortuna zeigt sich der HSV in einem schlechten Zustand. Was jetzt noch Hoffnung macht“

Es ist nicht zu fassen, mit welcher Verve die Rauten-Jungmillionäre zu Werke gehen! Und das mal wieder in der entscheidenden Phase der Saison. Meiner Meinung nach wollen die Jungs nicht, und können es dann natürlich nicht. Es mangelt offensichtlich an psychologischer Führung – sprich Motivation. Herr Walter ist unverkennbar ein treuer Fan von Alttrainer Toppmöller, der einst im Mai mit entwaffnender Ahnungslosigkeit kundtat, Psychologie wäre Humbug… Dabei ist es doch eine Binse, dass Leistungssport und (psychologische) Motivation eine Einheit darstellen. Jetzt wird deutlich, warum Leistung und HSV nicht kompatibel sind. Bonjour tristesse…

Dr. H. Klingenfeld, Ahrensburg

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