Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 1. März 2022

| Lesedauer: 7 Minuten

Kein Anstand und Gewissen

28. Februar: „Es wird einsam um Altkanzler Gerhard Schröder“

Gerhard Schröder hat jeglichen Anstand und Moral, sollte er diese Eigenschaften besessen haben, verloren. Den Überfall und den kriegerischen Angriff auf den souveränen Staat Ukraine, den er als berechtigt ansieht, ist eine Verhöhnung und Beleidigung der demokratischen Welt. Herr Schröder hat das SPD-Parteibuch – doch ist und denkt er sozial? Lebt und denkt er demokratisch? In meinen Augen tut er beides nicht. Er steht auf der Gehaltsliste von Putins Russland. Für Gerhard Schröder zählt nur Geld und Macht. Wenn es nicht so wäre, dann hätte er sofort, nach dem kriegerischen Angriff auf die Ukraine durch seinen Freund, den lupenreinen Demokraten, den Terroristen Putin, sofort die Freundschaft und alle seine Tätigkeiten bei den russischen Staatsunternehmen kündigen müssen. Statt dessen putzt er weiterhin die Stiefel des Diktators Putin. Weiter so, Gerhard Schröder, der einst Kanzler der Bundesrepublik Deutschland war und weiter durch unseren demokratischen Staat alimentiert wird. Wann hat die SPD endlich einen Gerhard Schröder satt und wirft ihn raus aus der SPD.

Otto Kröger, Hamburg

Für Parteiausschlussverfahren

Das Verhalten von Schröder, der zwar zu einem sofortigen Stopp des Angriffs auf die Ukraine aufgerufen hat, der aber nach wie vor daran festhält, sich finanzielle Vorteile aus seiner geschäftlichen Beziehung zu Putin zu verschaffen, ist von der SPD-Führung nicht mehr zu tolerieren. Auch der Umstand, dass Schröder sich soweit ersichtlich nicht von seiner Einschätzung Putins als „lupenreinen Demokraten“ distanziert hat, müsste der SPD Veranlassung geben, über ein Parteiausschlussverfahren nachzudenken. Dabei darf keine Rolle spielen, dass der Altkanzler sich in der Vergangenheit verdient gemacht hat. Hierauf Rücksicht zu nehmen, würde einer Verleugnung der Grundprinzipien der SPD gleichkommen.

Dr. Claus Rabe

Es wurde höchste Zeit

Es wurde höchste Zeit, dass die SPD sich vom Altkanzler Gerhard Schröder distanziert hat und ihn nun auch auffordert seine Lobby-Aktivitäten für den russischen Gaskonzern aufzugeben. Hätte man ihn nicht auch auffordern sollen, seinen angeblich so freundschaftlichen Draht zu Putin zu nutzen, um diesen zum Einlenken in der Ukrainekrise zu bewegen? Und ist es nicht auch an der Zeit, dass Schröder zur aktuellen Lage öffentlich Stellung bezieht und sich gegen den Angriff der Ukraine ausspricht, anstatt sich komplett in Schweigen zu hüllen? Will er riskieren, dass man ihm gegenüber auch noch den allerletzten Rest an Respekt verliert?

Peter M. Lange, Henstedt-Ulzburg

Sie kann ja wegbleiben

28. Februar: „Gergiev muss gehen – Wird Netrebko in Hamburg singen? Weitere Absagen und neue Ultimaten für Dirigenten“

Lasst doch die Netrebko in der Elbphilharmonie singen und einfach vorher die ukrainische Nationalhymne spielen, vielleicht singt sie sogar mit. Wenn sie das nicht will, kann sie ja wegbleiben.

Frauke Erhorn

Kulturaustausch nicht möglich

Leider geht es meiner Meinung nicht anders, als jeden russischen Künstler und sei er noch so berühmt und man ihn gern gehört hätte, von den geplanten Konzerten etc. auszuladen. Gerade der genannte Dirigent Valery Gergiev ist nicht akzeptabel wegen seiner Meinung zu Putin. Auch das Konzert der wunderbaren Anna Netrebko darf nicht stattfinden. „Die Russen“, egal wer, müssen wissen – so lange Herr Putin an der Regierung ist und unabhängige Staaten angreift – ist ein Kulturaustausch mit anderen Ländern nicht mehr möglich.

Renate Ulawski

Ein Akt der Menschlichkeit

28. Februar: „Ukraine-Krieg: Beiersdorf spendet zwei Millionen Euro“

Die ganze Welt solidarisiert sich mit der Ukraine. Persönliche Hilfen kommen vor allem aus den Nachbarländern, Spendengelder kennen längst keine Grenzen mehr, allen voran auch private Spenden. Die Spende von Beiersdorf ist ein exemplarisches Beispiel für unbürokratische und uneigennützige Hilfe eines Unternehmens. Es sollte Schule machen. Jetzt ist aber meines Erachtens auch städtisches Engagement gefordert. Die Stadt Hamburg sollte mit gutem Beispiel voran gehen und Spendengelder auf den Weg in die Ukraine bringen, um die Existenzängste der Menschen in diesem am Abgrund stehenden Land zu lindern. Es wäre eine große Geste und ein Akt der Menschlichkeit.

Günter Dorigoni, Hamburg

Weitere zweitklassige Saison?

28. Februar: „HSV verliert Handball-Nordderby“

Werder Bremen wird zum wiederholten Male zum Stolperstein des HSV! Zwar ist der Wiederaufstieg nach dieser Niederlage nach wie vor möglich, aber es ist zu befürchten, dass die Mannschaft von Trainer Timo Walter auch im vierten Anlauf das angestrebte Ziel verpasst. Und wie schon in vielen Spielen zuvor zeigte der HSV nur eine Halbzeit, dass man um den Aufstieg kämpfen will. Die vielen unnötigen Punktverluste haben dafür gesorgt, dass der HSV trotz der wenigsten Niederlagen aller Bundesligaclubs nicht auf einem Aufstiegsplatz steht. Gelingt es in den kommenden Begegnungen nicht, eine erstklassige Leistung über die gesamte Spielzeit abzurufen, werden Hamburgs Fußballfans sich wohl auf eine weitere Saison in der Zweitklassigkeit einstellen müssen.

Martin Wucherpfennig

Auf die Stärken besinnen

26./27. Februar: „So ,blank‘ ist die Bundeswehr wirklich. Deutschland will die Nato-Ostflanke verstärken. Doch bei der Armee ist an allen Ecken und Enden Reformbedarf. Mit Geld allein ist es nicht getan“

Jan Döner hat es in seinem Artikel die Situation der Bundeswehr und ihrer Probleme sehr gut beschrieben. Man muss kein Experte sein, um mit normalem Menschenverstand zu erkennen, dass die Ursachen nicht in einem zu geringen Verteidigungsetat liegen. Die Gorch Fock ist für jeden Bürger ein nachvollziehbares Paradebeispiel dafür, wie finanzielle Mittel verschwendet werden. Vielleicht wäre es gut, wenn wir in Zeiten, in denen wir scheinbar nur noch in Milliarden denken, einfach mal innehalten. Wir reden hier über einen Etat von knapp 50-mal eintausend Millionen Euro! Und jetzt werden noch mal weitere 100 Milliarden Euro „Sondervermögen“ für die Bundeswehr bereit gestellt. Wenn sich in den Strukturen und der politschen Führung nichts grundlegendes ändert, wird diese gigantische Summe wie ein Schluck Wasser in der Wüste verdunsten. Die Bundeswehr verfügt über kluge Köpfe und eigene Hochschulen. Vielleicht sollte man sich besser auf die eigene Stärken besinnen.

Carsten Nicolaisen

Hat man alles berücksichtigt?

26./27. Februar: „Ärger um Parkzonen beim Kinderkrankenhaus. Klinik wehrt sich gegen den Verlust vieler Stellplätze für Mitarbeiter und Besucher.“

Der Senat findet, dass das Kinderkrankenhaus gut an den ÖPNV angebunden ist. Der kürzeste Weg zur nächsten Bushaltestelle beträgt 450 Meter, die meisten Bushaltestellen anderer Linien sind weiter entfernt. Aber fahren diese Busse dann auch 24/7 im Zehn-Minutentakt? Und wie sieht es mit der Anbindung an die Wohnorte von Beschäftigten und Eltern der kleinen Patienten aus? Denn Schichtwechsel im Krankenhaus ist eben nicht nur tagsüber in der Woche und Eltern müssen vielleicht auch kurzfristig spätabends oder nachts ihre Kinder im AKK besuchen.

Eike Antje Oldenburg

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