Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 27. Januar 2022

| Lesedauer: 7 Minuten

Nur eine Regel: Impfpflicht

26. Januar: „Das Ringen um die Impfpflicht beginnt. An diesem Mittwoch diskutieren die Bundestagsabgeordneten erstmals, ob die Deutschen zur Corona-Immunisierung verpflichtet werden sollen

Zwei Jahre dauert die Corona-Krise mit all ihren Wellen und Varianten nun an, ein Ende ist nicht absehbar. Warum nicht? Es gibt viele Gründe für das Problem, aber anscheinend nicht „die“ Lösung. Vielleicht sollten unsere zaudernden Politiker einmal Leute wie den oft kritisierten Boris Palmer (Die Grünen) anhören. Dieser hat bei Markus Lanz einen Vorschlag unterbreitet, bei dem selbst Herr Lanz andächtig zuhörte. Wir heben alle Corona-Regeln (durch die eh keiner mehr durchblickt) auf. Dafür führen wir nur eine Regel ein: die Impfpflicht. Zumindest für die vulnerable Gruppe 50 plus. Das Argument, in einem Land wie Deutschland im Jahr 2022 sei dies schwer durchzusetzen, verfängt nicht. Palmer hat praktisch dargestellt, wie es gehen könnte. Die Kommunen schreiben mithilfe des Melderegisters jeden Bürger an und fordern einen Impfnachweis. Folgt dieser nicht, gibt es Bußgeldbescheide, so funktioniert das mit Verkehrsdelikten seit Jahrzehnten. Wer etwas schaffen will, sucht Lösungen, wer verhindern will, sucht nach Ausreden. Denn der Grund, weswegen wir in der Dauerschleife gefangen sind, ist noch immer die bedrohliche Lage auf den Intensivstationen. Diese entspannt sich mit jedem Genesenen und Geimpften, bis wir aus der Gefahrenzone sind. Flankiert werden müsste diese Impfpflicht mit einer funktionierenden Werbekampagne. Schauspieler, Fußballer, Influencer, Sozialarbeiter und Imame holen die Leute ab, überall und jederzeit wird für das Impfen geworben. Wir haben viele gute Werbeagenturen in diesem Land. Dafür bekommen alle ihre Grundrechte und Freiheiten wieder. Wäre das kein guter Tausch? Fordern (Impfpflicht) und Fördern (Aufklärung), so bekommt überzeugt man sicherlich viele Leute, die Mehrheit steht ohnehin hinter dem Staat – aber dieser muss jetzt endlich einmal Handlungsfähigkeit zeigen. Es wird Zeit.

Benjamin Mathews, Neu Wulmstorf

Brücke instandsetzen

26. Januar: „Finanzierung des Köhlbrandtunnels ungewiss. Die neue Bundesregierung gibt noch keine feste Zusage und wartet auf konkrete Entwurfspläne der Stadt Hamburg. FDP kritisiert den Senat“

Ein neuer Köhlbrandtunnel soll 3,245 Milliarden kosten? Geht’s denn noch? Für diesen Betrag kann die bestehende Köhlbrandbrücke von Grund auf instandgesetzt werden, und eine ausreichende Anzahl an Containertaxis inklusive der notwendigen Infrastruktur geschaffen werden. Vermutlich würden noch einige Millionen für die wirklich wichtigen Bereiche Soziales, Gesundheitswesen und Integration übrigbleiben. Die Entscheider müssen sich endlich von ihren Wolkenkuckucksheimen verabschieden. Nur wenn Interessenverbände, unabhängige Experten und politische Entscheider gleichberechtigt an einem Tisch sitzen, kann ein für die Gesellschaft nachhaltiger Konsens gefunden werden.

Peter Stüve-Bernklau,

Hamburg-Rissen

Veralteten Plan überprüfen

26. Januar: „Nabu und Linke: A 26 Ost stoppen! Senat hält an Plan für neue Autobahn durch die Stadt fest. Bau wird wohl noch teurer“

Es zeugt von Verantwortungslosigkeit und Respektlosigkeit uns Bürgern und Steuerzahlern gegenüber, einfach stur an einer veralteten Planung festzuhalten. Warum verweigert der Senat eine zeitgemäße Überprüfung? Einzige Antwort: Dann hätte man schwarz auf weiß, dass die monetären und Klimakosten den propagierten Nutzen nicht rechtfertigen. Die Forderungen des eigenen Klimabeirates lediglich „zur Kenntnis zu nehmen“ ist eine Ohrfeige für all die vielen Menschen, die unter dem Klimawandel leiden und in naher und ferner Zukunft den Klimaschutz stemmen müssen. So macht sich Politik unglaubwürdig.

Barbara Siebenkotten, Hamburg

Autobahn für Pendler

Diese Autobahn „Hafenpassage“ zu nennen, ist eine Mogelpackung. Denn laut Planungen sollen 84 Prozent Pkw darauf fahren und nur 16 Prozent Lkw, und das bei unrealistischen Umsatzprognosen für den Hafen. Passender wäre, sie „Pendlerautobahn“ zu nennen. Das aber lässt sich uns Bürgern nicht vermitteln. Stattdessen soll uns suggeriert werden, dass diese Autobahn für den Hafen und somit zum Erhalt von Wirtschaft und Arbeitsplätzen gebaut werden soll. Für den Hafen gibt es aber bessere und günstigere Lösungen als den Ausbau der Haupthafenroute inklusive neuer Köhlbrand-Querung. Und zur Sicherung von Arbeitsplätzen bietet die Mobilitätswende mehr Arbeit als es vermutlich Leute gibt. Die Bundesmittel müssen umgewidmet werden. Im Vergleich zu anderen Großstädten landet Hamburg bei der Mobilitätswende bereits jetzt auf den hinteren Plätzen.

Michael Rahloff, Hamburg

Land unter durch Siele

25. Januar: „Wie schützt man die Menschen vor dem Meer? Experten entwickeln den neuen ,Generalplan Küstenschutz‘ für Schleswig-Holstein. Der Meeresspiegel steigt, die schweren Fluten nehmen zu. Was zu tun ist“

Dieser ständige Kampf gegen den Landverlust müsste finanziell vor allem vom Bund getragen werden. Hamburg und die übrigen Küstenländer sollten an die Gefahr des rückwärtigen Absaufens denken, wenn die Flüsse, Bäche und Siele wegen längeren und höheren Hochwassers nicht mehr ablaufen können und über die Ufer treten. Machen wir uns aber bitte nichts vor: In 300 bis 400 Jahren wird die norddeutsche Tiefebene als Siedlungsraum aufgegeben werden müssen, wenn sich an der Rückbewegung des Erdklimas Richtung Klima vor 50 bis 150 Millionen Jahren nichts ändert. In diesem Rückbewegungszustand, in welchem die „Art Mensch“ entstand, lebt die Erde seit einigen Millionen Jahren, nur unterbrochen durch einige Eiszeiten und einige kleinere Kaltzeiten, so z.B. um 1600 und 1700 mit Missernten und Hungersnöten in Mitteleuropa und dann wieder Fahrt aufnehmend ab ca. 1870 mit dem Beginn des abschmelzens der Alpengletscher, als wir noch kein CO2-Problem hatten. Es ist schon richtig, dass die Beschleunigung der Erderwärmung durch den Menschen gebremst werden muss. Das wird aber nur mit einem sofortigen Stopp des Bevölkerungswachstums gelingen. Und so nebenbei: Jene, die in der norddeutschen Tiefebene nach einem Atomabfall-Endlager für eine Million Jahre suchen, dürfen sich bei zu erwartenden Meeresspiegelhöhen von um die 100 Meter in dieser Region nicht über mitleidiges Lächeln wundern.

Bernd Wenzel, Buchholz

Wo sind die Gründächer?

25. Januar: „Die Veddel erhält modernen Verkehrsknotenpunkt ,Mobilitätshub‘ entsteht bis 2029. Mehrstöckiger Busbetriebshof und umfassende Umsteigemöglichkeiten geplant“

Ein „toller“ Plan – es sind auf den Skizzen weder Gründächer noch Photovoltaik zu sehen, der Untergrund wirkt fest versiegelt, es ist nicht erkennbar, wie der Bau sich in die Umgebung fügt und Radwege, auf denen 600 Fahrräder zum Abstellplatz kommen, erkenne ich auch nicht… Ich dachte, bei Neubauten müsste jetzt der Klimaverbesserung Rechnung getragen werden? Wie lange wollen bzw. können wir noch warten, da gegen Erwärmung und tote Betonoptik vorzugehen, wo neu gebaut wird?

Dr. Susanne Heinrichowski

Einfach den Account löschen

25. Januar: „Kann man das Radikalen-Netzwerk abschalten? Im Messengerdienst Telegram verbreiten Corona-Leugner Hetze und Lügen. Der Staat will dagegen vorgehen. Doch das ist nicht so einfach“

Klar kann man Telegram abschalten – jeder für sich, jetzt sofort! Den Account zu löschen, gehört zur selbstverständlichen Handyhygiene wie das Händewaschen zur Handhygiene!

Detlef Monska, Buxtehude

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