Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 22. November 2021

| Lesedauer: 5 Minuten

„Flickenteppich“ kein Erfolg

20./21. November: „Eine Impfpflicht muss her. Wer sich nicht schützt, gefährdet andere. Das muss enden, wollen wir unser Leben zurück

Wie sagt Herr Steinlein ganz richtig: „Eine Impflicht gibt es längst, sie ist total normal...“ und bezieht sich auf Kinder, die Kita oder Schulen besuchen wollen und gegen Masern geimpft sein müssen und deren Erzieher und Lehrkräften. Fest steht für mich, dass Regeln von G bis 3G und deren Überprüfung in einem deutschen „Flickenteppich“ nicht zum Erfolg führen werden. Dass ohne diese Impfpflicht ein neuerlicher Lockdown droht und in Kauf genommen wird, darf und kann nicht akzeptiert werden. Warum sollte es rechtlich in Deutschland nicht möglich sein, was in anderen Ländern – z.B. in Österreich – angeordnet wird?

Wolf Brake

Fehler bei sich selbst suchen

20./21. November: „Ein Scheitern mit Ansage. Wie konnte die Bundesrepublik sehenden Auges in die vierte Corona-Welle rutschen? Ein Erklärungsversuch“

Ich bin beeindruckt von dieser umfassenden Darstellung der Misere in der vierten Welle der Epidemie. Matthias Iken bringt, wie ich finde, ungefärbt von einer bestimmten Position auf den Punkt, warum in den verschiedenen Bereichen – Politik, Wissenschaft, Medien und nicht zuletzt wir selber als Gesellschaft – alle dazu beitragen, dass es so weit gekommen ist, dass Deutschland kurz vor einer allgemeinen Impfpflicht steht. Der Artikel trägt dazu bei, nicht immer nur die Fehler woanders zu suchen.

Jürgen P. Lipp

Wann zeigen wir Einsicht?

20./21. November: „Zwischen Hamburg und Berlin. Ein E-Mail-Wechsel – heute über Scholz und das Boostern“

Endlich traut sich mal einer auszusprechen, dass die Stiko, bzw. Herr Mertens, einen großen Teil zur Verschleppung des Impfgeschehens beigetragen hat. Herr Spahn hat sehr früh zum Boostern und zur Impfung ab 12 Jahren aufgerufen. Aber die Stiko hat das verzögert, dadurch ist wertvolle Zeit verloren gegangen. Auch wenn Herr Spahn vielleicht nicht alles richtig gemacht hat, ihm alles anzulasten, ist zu einfach. Irgendwie ist er der Sündenbock in dieser Pandemie. Aber wir vergessen immer wieder, dass wir alle mit einer Impfung einen Beitrag leisten können, das wäre so einfach. Gar nicht auszumalen, was für gute Zeiten wir hätten. Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und sogar Brasilien machen es uns vor. Wie weit muss es noch kommen, dass wir endlich Einsicht zeigen und handeln und uns impfen lassen!

Margret Sauer

Ein riesengroßer Skandal

19. November: „Manager-Gehälter: HHLA toppt sie alle“

Wird jetzt eine Neiddebatte angestoßen oder endlich einmal aufgeräumt bei den städtischen Managern? Der Erste Bürgermeister steht mit seinen 200.000 Euro bescheiden da und Michael Eggenschwiler hat zum ersten Mal ein dickes Lob verdient, dass er und das Flughafenmanagement auf variable Vergütungen verzichtet haben – Chapeau. Aber wie kann es sein, dass Angela Titzrath von der HHLA noch einmal 67.000 Euro mehr verdienen konnte? Diese Summe verdient keine Verkäuferin bei Penny oder C & A im ganzen Jahr. Spitzenkräfte sollen Spitzengehälter in der Wirtschaft und in der Stadt Hamburg bekommen – aber wie kommen solche Traumgehälter und Erfolgstantiemen besonders bei der HHLA zustande, wo die HHLA darüber hinaus ein wirtschaftlich maues Jahr hingelegt hat? Das ist ein riesengroßer Skandal! Finanzsenator Andreas Dressel will kein „kritisches“ Wort über die HHLA verlieren – geht’s noch? Ganz im Gegenteil: Die Politik sollte endlich dafür sorgen, dass besonders in städtischen Unternehmen die Kirche im Dorf bleibt und solche Gehälter und Tantiemen ausgeschlossen und zurückgefahren werden. Titzrath & Co. sollten sofort freiwillig verzichten oder mit neuen Verträgen ausgestattet werden. Damit könnte sich Andreas Dressel endlich einmal profilieren und der Steuerzahler sich freuen.

Dietmar Johnen-Kluge

Das hat mit Anstand zu tun

Es fällt mir schwer zu verstehen, wie man sich als Chefin so unsolidarisch ihren Mitarbeitern gegenüber verhalten kann. Viele Arbeitnehmer haben durch Corona schwere finanzielle Einbußen hinnehmen müssen oder wurden sogar ihren Job los. Ich habe im ersten Jahr der Pandemie als Chef auf die Hälfte meines Gehalts verzichtet, weil ich nicht erwarten kann, dass Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden, ich aber meine vollen Bezüge weiter erhalte. Das hat bei mir etwas mit Solidarität und Anstand zu tun. Man gibt den Mitarbeitern das Gefühl der Zusammengehörigkeit, man zeigt: Wir sind eine Familie. Ich denke, diese Haltung hat nichts mit der Größe eines Unternehmens zu tun. Wer nicht so handelt, sollte sich schämen, aber es gibt ja Gott sei Dank noch andere Beispiele unter den Vorstandschefs, siehe Flughafenchef Michael Eggenschwiler.

Fred Mordhorst

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