Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 1. September 2021

| Lesedauer: 7 Minuten

Fonds für Schutzmaßnahmen

31. August: „Sorge vor Starkregen: Wo in Hamburg Überflutungen drohen“

Es wird zunehmend im Rahmen der vereinfachten Baugenehmigungsverfahren nachverdichtet, ohne auf die Auswirkungen Rücksicht zu nehmen. Es werden auch keine Bebauungspläne geändert, denn dann müsste sich die Baubehörde mit den Auswirkungen auseinandersetzen und Maßnahmen zur Anpassung der Infrastruktur ergreifen (Siele, Rückhaltebecken, Überflutungsgebiete). Wie mir ein Mitarbeiter der Baubehörde einmal sagte: „Wir wissen um die Problematik, es hat uns aber nicht zu interessieren.“ So wird das Problem einfach auf die Grundeigentümer verlagert. Ich würde daher vorschlagen, dass die Stadt Hamburg einen Sonderfonds einrichtet, aus dem die Schutzmaßnahmen für Grundeigentümer bezuschusst werden.

Marlies Kaeding

Ein notwendiger Überblick

30. August: „Stau, ÖPNV, Elektromobilität: Wohin steuert der Verkehr in Hamburg? Serie: Wie nachhaltig ist Hamburg?“

Vielen Dank! Ein wirklich gutes Format: Eine ausführlichere Diskussion über die Verkehrspolitik in Hamburg. Statt kurzatmiger Statements die Umschreibung eines langfristigen Konzepts. Was der grüne Verkehrssenator Tjarks erläutert, mag nicht allen Verkehrsteilnehmern passen, wie sollte das gehen? Es ist jedoch ein konsequentes Konzept in einer weitgehend konzeptionslosen Zeit. Es werden zu recht effektive Maßnahmen im Sinne des Klimaschutzes in den Mittelpunkt gestellt, und er setzt auf Veränderungen unserer emissionsreichen Gewohnheiten durch neue Angebote. Wer wagt heute solche Aussagen? Mutig! Respekt! Herr Thering spielt den bedauernswerten Part des Nörglers. Mit Einwürfen und Schlagworten, die wenig Kompetenz erkennen lassen, von alternativem Konzept keine Spur. Wir leiden in Hamburg, nicht nur im Verkehrsbereich, an einer ideenlosen Opposition. Solche Formate bitte fortsetzen. Sie liefern uns Bürgern den notwendigen Überblick für eine Beteiligung an einer Diskussion, die offen und umsichtig geführt werden muss. Die Umsetzung wird nicht einfach sein, wenn sie zukunftsorientiert und akzeptabel gelingen soll.

Dr. Rüdiger Warnke

Den Ausbau der A 7 abwarten

30. August: „Sprengt A 20 das Jamaika-Bündnis?“

Bevor die A 20 als weitere Autobahn gebaut wird, und wichtige Naturlandschaften zerstört werden, sollte der Ausbau der A 7 im Westen von Hamburg abgewartet werden. Wenn das alles fertig ist, vierspurig in beide Richtungen, sollte diese deutlich mehr Verkehr aufnehmen können. Die Staus ergeben sich aktuell nur aus den Baustellen. Dasselbe gilt für den geplanten Ausbau der A 23. Wenn es endlich ohne Rückstand möglich ist, auf die A 7 am Autobahndreieck Hamburg-Nordwest zu kommen, fließt auch da alles. Grundsätzlich sollte es gelten, vor teuren und aufwendigen Neubauten, den Effekt von im Bau befindlichen Projekten abzuwarten.

Frank Hertig

Streik gefährdet unser Leben

31. August: „Lokführer streiken fast eine Woche“

Bei allen unterschiedlichen Ansichten und Auslegungen dazu steht doch eines fest: Der Streik gefährdet die Gemeinschaft, ja das Leben von uns Bürgern. Allein das war schon an den Bildern in den Nachrichten während des ersten Streiks zu erkennen, die zeigten, wie die Fahrgäste auf Grund des stark reduzierten Bahnverkehrs in die Waggons gepresst wurden. Und was tut die Politik? Offensichtlich einmal mehr wieder nichts! Wäre es denn nicht zwingend notwendig, dass die Verantwortlichen zumindest einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung bei Gericht stellen, mit der Begründung, dass der Streik zum gegenwärtigen Zeitpunkt (wegen der Pandemie und der vierten Welle) dazu geeignet ist, die Gesundheit und sogar das Leben von uns Bürgern akut zu gefährden? Warum denn sonst all die Einschränkungen bei den anderen gemeinschaftlichen Aktionen? Das bedeutet doch keinen Verstoß oder was auch immer gegen das gesetzlich geschützte Streikrecht, sondern schlicht eine gerechtfertigte vorbeugende Maßnahme. Man gewinnt erneut den Eindruck, dass für die Politik das Menschenwohl und -leben zurzeit keinen erstrangigen Wert mehr hat!

Klaus Harder

Danke für die Herzlichkeit

31. August: „Impfzentrum in den Messehallen schließt heute Abend endgültig“

Das Hamburger Impfzentrum schließt. Zeit, allen Mitarbeitern dort einmal Danke zu sagen! Danke für die freundliche Begrüßung und für die Orientierungshilfe. Danke für fast keine Wartezeiten, für geduldige Aufklärung und gute Beratung. Danke für die gute Laune, für das Lächeln und den einen oder anderen lustigen Spruch. Danke für die tolle Atmosphäre und die Herzlichkeit. Für mich waren beide Besuche dort ein Erlebnis. Das habt ihr super gemacht!

Nicola Schoett

Verkaufen wegen der Schulden

30. August: „Kurssprung bei Hapag-Lloyd – soll Hamburg seine Anteile verkaufen?“

Klares Ja! Es wirkt scheinheilig, den Verkauf der Anteile noch auszuschließen, mit der Begründung, den Standort Hamburg und die Arbeitsplätze zu sichern. Das war sinnvoll, als damals die Beteiligungsverhältnisse völlig unklar waren, aber heute gilt dies so nicht mehr. Der frei handelbare Teil der Hapag-Lloyd-Aktien (Freefloat) beträgt nur circa zehn Prozent des Grundkapitals. Der Höhenflug der Aktie hat damit sicherlich zu tun, weil es zu wenig handelbare Aktien gibt, da Großaktionäre wie die Stadt keine Stücke abgeben. Wenn Hamburg es schafft, institutionelle Anleger dafür zu gewinnen, zu den heutigen Notierungen den Anteil abzukaufen, den Anteil zu platzieren, wäre das sicherlich ein gutes Geschäft für Hamburg und würde parallel mehr Freefloat verursachen. Hamburg könnte aber auch peu à peu seinen Anteil über die Börse abgeben, was sich ebenfalls anbietet. Die Stadt mit ihren vielen Staatsunternehmen und Beteiligungen spielt schon lange Unternehmer, sollte sich aber mehr den ihr eigentlich zugedachten Aufgaben widmen. Angesichts der enormen Schulden der Stadt wie auch ihrer Finanzverpflichtungen passt die Beteiligung an Hapag-Lloyd einfach nicht mehr in die Zeit.

Sven Jösting

Mehr wirtschaftliche Weitsicht

Hamburg hat, will es Welthafen bleiben, ein vitales Interesse daran, dass wenigstens eine Weltreederei hier ihren Sitz hat. Die Entwicklung der jüngst an Maersk verkauften Hamburg-Süd zeigt deutlich, was passiert, wenn das Ausland im Hamburger Hafen das Sagen hat. Hamburger Arbeitsplätze werden ins Ausland verlagert, gleiches gilt für die Steuereinnahmen. Kapitalstarke ausländische Gesellschaften lauern schon lange darauf, bei Hapag-Lloyd einzusteigen. Von wirtschaftlicher Weitsicht zeugen die Verkaufsvorschläge nicht. Hapag-Lloyd zahlt schließlich auch eine anständige Dividende an die Stadt!

Reimer Göttsch

Alte Verbindungen aktivieren

28./29. August: „Bund plant: Mit dem Zug in 59 Minuten nach Hannover“

Mir ist egal, ob ich mit der Bahn 20 Minuten schneller in Hannover bin. Was mich interessiert, ist der Ausbau des ÖPNV in Hamburg, damit wir von den Außenbezirken schneller in die Stadt und in die außenliegenden Zentren wie z.B. Norderstedt kommen. Außerdem müssen die Bahnverbindungen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen, die in den letzten Jahrzehnten stillgelegt wurden, aktiviert werden. Sonst werde ich nie auf mein Auto verzichten.

Hellmut Dürr

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