Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 27. August 2021

| Lesedauer: 7 Minuten

Was soll die Diskussion?

26. August: „Pro & Contra: Ist die neue 2G-Option sinnvoll, um wieder normales Leben zu ermöglichen?

Wer vollständig gegen Covid-19 geimpft ist, schützt nachgewiesenermaßen sich selbst und seine Mitmenschen. Wer die Schutzimpfung verweigert, dem ist offensichtlich sowohl die eigene Gesundheit als auch die der Mitmenschen egal (medizinische Gründe gegen eine Impfung natürlich ausgeschlossen). Die pandemiebedingten Einschränkungen waren und sind im Einklang mit dem Gesetz, die Aufhebungen derselben im Falle einer vollständigen Impfung sind es ebenfalls, sogar zwingend! Was also soll die abstruse Diskussion um „Bürger Zweiter Klasse“ oder die „Spaltung der Gesellschaft?“ Wäre es nicht an der Zeit, den Impfverweigerern klarzumachen, dass sie mit ihrer egozentrischen Haltung die Gesundheit einer ganzen Gesellschaft aufs Spiel setzen und sich damit selbst zum „Bürger zweiter Klasse“ degradieren? Die persönliche Freiheit in unserer Gesellschaft ist eben nicht grenzenlos. Restaurants, Hotels, Theater, Kinos und Verkehrsmittel sind für Nichtgeimpfte tabu, wenn die verantwortlichen Betreiber dies gesetzeskonform anordnen. Also: Impfverweigerer, bitte draußen bleiben!

Michael Deil, Bargteheide

Impfzwang wegen Pocken

Es wird viel über den Zwang durch die Hintertür geredet, der nicht sein dürfe. Warum eigentlich nicht? Ich kann mich noch an die Impfpflicht gegen die Pocken erinnern. Ich selbst, sowie meine Kinder, sind geimpft worden. Man bekam Bescheid, wann man mit seinem Kind zum Impftermin zu erscheinen hatte. Diese Impfpflicht gab es vom Kaiserreich bis in die heutige Zeit. Sie wurde erst aufgehoben als die Pocken ausgestorben waren. Warum also nicht auch eine Impfpflicht gegen Corona? Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden kann, bringt eine Bescheinigung vom Arzt.

Anneliese Liermann

Zurück zum normalen Leben

„Wir“ sollten nicht auf die Rückkehr zu einem halbwegs normalen Leben warten. Wir sollten weniger aggressiv, entspannt mit uns und unseren Mitmenschen, einfach zu einem „normalen Leben“, in dem es Geimpfte und Ungeimpfte geben wird, zurückkehren. Covid-19 ist meiner Information nach kein „Killer-Virus“. Die Chance daran zu versterben, liegt bei 0,02 Prozent. Was die Impfung bei Menschen verursacht, die ein instabiles/sensibilisiertes Immunsystem haben – was vor der Impfung leider nicht getestet wird, ist derzeit noch völlig unklar. Sich daher vehement für diese „Impfung“ auszusprechen, finde ich wirklich verantwortungslos. Bei der „gewissen Anzahl von zufälligen Todesfällen die kurz nach einer Impfung auftreten, ist kein kausaler Zusammenhang erkennbar“ (Zitat RKI), aber bei Menschen die „mit“ oder „an“ Corona sterben bzw. gestorben sind, wird ein kausaler Zusammenhang automatisch hergestellt. Es gibt viele Krankheiten, die bisher nicht wirksam therapierbar sind, jedoch potenziell tödlich. ALS und Krebs sind nur zwei, an die ich Freunde verloren habe. Ich bin entsetzt, dass immer mehr Maßnahmen propagiert werden, die mich an die Nazi-Zeit erinnern. „Normales Leben“ findet ohne Ausgrenzung statt.

Barbara Pohlmann

Die Politik macht die Regeln

Ich werde das Gefühl nicht los, dass häufig vergessen wird, wer die Regeln aufstellt. Es ist nicht das Virus, das 2G oder 3G fordert, sondern die Politik. Man kann bei ähnlichen Parametern unterschiedlich entscheiden, siehe Deutschland vs. UK. Für die Veranstalter ist es existenziell, für die Gesellschaft ist ein Kulturereignis eher die Sahnehaube. Ich bin sehr dafür, sich viel mehr für einen reibungslosen Ablauf in den Bildungseinrichtungen einzusetzen. Universitäten werden hier zu wenig in den Fokus genommen. Das ist eine originäre Aufgabe der Bildungssenatorin.

Stefan Kruse

Merkel ohne Mitspracherecht

26. August: „Merkels Versagen. Der gescheiterte Afghanistan-Einsatz ist die zweite große Fehlleistung der Kanzlerin“

Politikredakteurin Hollstein übersieht, dass man 20 Jahre lang verhindern konnte, dass von Afghanistan weitere brutale Terroranschläge auf den Westen ausgingen, dass Afghaninnen Freiheiten erleben konnten, die vorher unbekannt waren, dass in dieser Zeit Schulen und Universitäten besucht und Berufe ergriffen werden konnten, die nur Männer vorbehalten waren. Es gab eine deutliche Abnahme der Mütter- und Kindersterblichkeit, eine Verbesserung der Infrastruktur und ein Wirtschaftswachstum. Und das bleibt in den Köpfen. Vor allem aber: Von „den“ Taliban zu sprechen ist ebenso falsch, wie von „dem“ Afghanistan. Vielleicht sind sogar die maßgeblichen Mitglieder durch Generationswechsel klüger geworden und einige Afghanen und vor allem Afghaninnen selbstbewusster. Wenn man in diesem wirren Land „siegen“ und ein einheitliches, nach unseren Werten ausgerichtetes demokratisches Land entwickeln wollte, ist man tatsächlich total gescheitert. Zu Recht: Denn einen Kulturwandel kann man nie mit einem militärischen Einsatz schaffen. Das wissen wir doch inzwischen! Das Unerträglichste dieser langen militärischen Intervention ist neben den Opfern aber der brutale Abzug. Aber den haben Trump und Biden erzwungen. Bei diesem erbarmungslosen Schachzug hatte Merkel keine wirksamen Karten im Spiel. Und ob alles wirklich ganz vergeblich war, zeigt erst die Geschichte.

Uwe-Carsten Edeler

HSV ohne sportliche Linie

26. August: „Der fehlende HSV-Lerneffekt“

Im letzten Jahr wurde Toni Leistner noch als sogenannter „Königstransfer“ gefeiert. Er sollte Stabilität in die Abwehr des HSV bringen. Jetzt wird er vom Hof gejagt. Beim HSV gibt es überhaupt keine sportliche Linie. Jeder Trainer kann entscheiden wie er will, ohne dass die sportliche Leitung des Vereins ein Konzept vorgibt. So kann der HSV keinen Erfolg haben. Wenn der neue Trainer Tim Walter im Oktober wieder wegen Erfolglosigkeit den Club verlässt, wird der HSV den Abgang von Toni Leistner noch sehr bedauern.

Henning Butenschoen

Es gibt zu viele Autos

24. August: „Immer wieder Staus: Die Wahrheit über Hamburgs Baustellen“

Wann begreifen die Leute endlich, dass ein jeder seinen Teil zu den Staus beiträgt und es für Fahrten von A nach B Alternativen zum Auto gibt? Fakt ist, dass zu viele Autos auf den Straßen unterwegs sind, bzw. rumstehen. Für alle sonstigen Verkehrsteilnehmer – einschließlich des ÖPNV – besteht ein erheblicher Nachholbedarf an ausreichend ausgebauten Verkehrswegen, zumal die Infrastruktur seit den 50er-Jahren den Autoverkehr über Gebühr bevorzugt. Sehr empfehlenswert zu diesem Thema ist der im Internet verfügbare Film „Fahrradboom im Autoland“, in dem neben Mobilitätsalternativen in einem Rollentausch zwischen Auto- und Radfahrer versucht wird, die auf beiden Seiten bestehenden Vorurteile und Missverständnisse aufzuzeigen, bzw. abzubauen, aber auch Zahlen zu den volkswirtschaftlichen Kosten sowie zum Ressourcenverbrauch aufgezeigt werden.

Lüder Ahrlich, Lüneburg

Regenwasser fürs WC

24. August: „Wie eine Siedlung Wasser spart und Energie erzeugt“

Vor Jahren haben die Kläranlagen-Betreiber darauf hingewiesen, das es Probleme gibt, wenn „zu wenig“ Wasser gebraucht wird bzw. eingeleitet wird. Und eine bewährte Einrichtung vermisse ich bei diesem Thema: Die Regenwassernutzung für die WC-Spülung war in den 80er-Jahren zeitweise Auflage in Neubaugebieten. Sinnvoll in mehrfacher Hinsicht und ein relativ geringer Aufwand in Neubauten …

Fritz Scholle, Dipl.-Ing. Lokstedt

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