Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 16. August 2021

| Lesedauer: 5 Minuten

Staus sind Normalzustand

14./15. August: „Die A 7 – eine Lebensader als Dauerbaustelle. Elbtunnel erst 2028 wieder auf allen Spuren befahrbar. Die Autobahn wird saniert, aufgebockt und eingepackt. Autofahrer brauchen viel Geduld

Die A 7 muss den Durchgangsverkehr und den Wirtschaftsverkehr (Stadtverkehr) in Hamburg schultern. Schon jetzt wird der theoretische Grenzwert teilweise um 26 Prozent überschritten. Lange Staus sind der Normalzustand. Auch wenn es in Zeiten des Klimawandels keiner gerne hört, wird der Verkehr weiter zunehmen. Der Durchgangsverkehr will Hamburg so schnell wie möglich passieren. Eine längere Fahrstrecke würde jeder gerne in Kauf nehmen, wenn es flüssig vorangeht. Stehende Fahrzeuge verbrauchen unverhältnismäßig viel Kraftstoffe und schaden dem Stadtklima. Die Fahrer von E-Autos beobachten mit Sorge die Reichweite der Akkus. Mediziner würden einen Bypass legen, wenn die Hauptschlagader verstopft ist. Der Weiterbau der A 20 mit Anschluss an die A 1 wäre die logische und machbare Konsequenz. Eine nochmalige Verbreitung der A 7 ist unmöglich.

Edgar Mangelsdorff

Der Kunde geht über’s Internet

14./15. August: „Commerzbank öffnet neu am Jungfernstieg. Mit zwei Jahren Verspätung geht die Vorzeigefiliale des Geldinstituts wieder an den Start. Das Filialnetz im Norden wurde massiv ausgedünnt“

Egal, ob ich Kunde der Commerzbank, Hamburger Sparkasse, Deutsche Bank etc. bin, die Geldhäuser wollen doch gar keine Kunden mehr in ihren Geschäftsräumen haben. Bei fünf Jahren Bauzeit haben sich die Kunden doch schon an andere Schalterhallen, Automaten und Apps gewöhnt, und die Commerzbank hätte sicherlich kleinere Räumlichkeiten mieten können. Art Invest Real Estate als Eigentümer des Gebäudeensembles hätte vielleicht in Wohnraum statt in Gewerbefläche investieren sollen. Wie ein leerstehendes Bankfoyer den Jungfernstieg und die Hamburger Innenstadt attraktiver machen soll, erschließt sich mir nicht.

Gertrud Drewes

Konstante schlechte Leistung

14./15. August: „Hamburg bleibt braun-weiß. Der FC St. Pauli besiegt im 106. Stadtderby den Lokalrivalen verdient mit 3:2. Der HSV ärgert sich über einen nicht gegebenen Elfmeter“

Als HSV-Anhänger bin ich der Meinung, dass der FC St. Pauli das Derby verdient gewonnen hat. Aggressives Pressing und schnell nach vorn getragene Angriffe mit sofortigem Abschluss führten letztendlich zum Sieg. Der HSV erzielt seine höheren Spielanteile nur durch Ballverschieben in der eigenen Hälfte. Die vom Trainer geforderte Einbeziehung des Torwächters in das aktive Spiel führt meines Erachtens dazu, dass er sich in Richtung Mittellinie bewegt und die eigene Hintermannschaft zu ständigen Rückgaben verführt. Auch eine Möglichkeit sich der Verantwortung zu entziehen. Nur ganz selten kommt es zu zügig nach vorn getragenen Angriffen. Aber leider stürmt die Verteidigung voller Begeisterung mit und es kommt zu den überflüssigen Gegentoren. Alles wie in der Vergangenheit. Positiv gesehen kann man auch von einer konstanten Leistung über mehrere Jahre sprechen.

Egon Rühl

Auch die Region stärken

13. August: „Was wird aus Hamburg? Auf dem Weg zur Zehn-Minuten-Stadt“

Karin Loosen hat aus der Sicht einer umsichtigen Architektin richtig erkannt, dass eine wachsende Stadt nur dann langfristig funktioniert, wenn gleichzeitig der kleine Kiez, das Dorf in der Stadt, gefördert wird, um uns allen lange unnötige Wege zu ersparen. Leider unerwähnt bleibt die zweite, für Hamburgs Zukunft immens wichtige Stellung Hamburgs in der Region. Der Hauptbahnhof mit seinen wachsenden Zahlen von Pendlern und die HafenCity als Anziehungspunkt für das gesamte Umland. Eine Stärkung der Stadtzentren von kleinen und mittleren Städten in der Region könnte für Hamburg nur von Vorteil sein. Unsinnige Verkehrsströme über den Hauptbahnhof und mit dem Pkw in ein geplantes Einkaufszentrum der HafenCity können dadurch vermieden werden. Das Prinzip des Dorfs in der Stadt sollte auch für die Region gelten, ansonsten ist der Verkehrskollaps in Hamburg vorprogrammiert.

Bruno Brandi

Nicht alle Wege befahrbar

10. August: „300 Kilometer Radschnellwege. Metropolregion Hamburg wird bundesweit Vorreiterin für die ,Fahrrad-Autobahnen‘“

Mir würde es als Radfahrer schon reichen, wenn bestehende „Fahrradautobahnen“, wie die zwischen Harburg und Hamburg durchgängig befahrbar bleiben und nicht wie geschehen von 2019 bis 2021 für anderthalb Jahre zwischen Kornweide und Hauländer Weg gesperrt werden. Oder in der Zukunft für Jahre unterbrochen werden, wie abzusehen ist, wenn nach Rückbau der Wilhelmsburger Reichsstraße, auf dem Radschnellweg die neue Wilhelmsburger Mitte gebaut wird. In der Behörde gibt es hierzu jedenfalls noch keine Planung, wie man mir auf Anfrage erklärte.

Werner Ornberger-Meukow

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