Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 14. August 2021

| Lesedauer: 3 Minuten

Politische Einigung erwünscht

13. August: „Wie der Hauptbahnhof entlastet wird“

Die Vorschläge zur Entlastung des Hauptbahnhofes berücksichtigen u.a. nicht, dass die Züge von unterschiedlichen Bahngesellschaften betrieben werden, deren Auftraggeber letztlich die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind. Hier müsste also zunächst eine übergreifende politische Einigung und Neuvergabe der Verkehrsleistungen erfolgen. Weiterhin ist bei einer Durchbindung zu befürchten, dass sich evtl. Störungen und Zugverspätungen großflächiger auswirken würden. So lässt sich dies heute durch eine kürzere Wendezeit im Hauptbahnhof teilweise wieder ausgleichen. Ein dritter Aspekt ist die dann fehlende Möglichkeit der zeitgleichen doppelten Belegung der Gleise. So fahren heute z.B. Züge nach Lübeck und Kiel vom gleichen Gleis, jedoch in unterschiedlichen Abschnitten ab. Bei einer Durchbindung wäre diese doppelte Nutzung der Gleise nicht mehr möglich, so dass eine echte Entlastung zumindest fraglich ist.

Thomas Nasemann, Hamburg

CO2-Import einbeziehen

13. August: „Offener Streit im Senat über den Klimaschutz. Grüne werfen SPD vor, eine Verschärfung der Maßnahmen zu verhindern“

Leider muss man die Vorschläge von Herrn Kerstan als unrealistischen Aktionismus einordnen. Es wäre endlich an der Zeit nicht nur Ziele zu definieren, sondern auch quantifiziert darzulegen, welche Maßnahmen wie viel CO2-Reduzierung bringen. Das muss aber über alle Prozessstufen erfolgen, das heißt man muss auch den CO2 -Anteil in den vorgelagerten Produktionsprozessen miteinbeziehen. Solarzellen für PV-Anlagen kommen überwiegend aus China und werden dort mit Energie aus alten Kohlekraftwerken erzeugt. Dasselbe trifft übrigens auch für Fahrräder zu, deren Rahmen zu fast 80 Prozent aus China kommen, deren Stahl auch nicht umweltfreundlich erzeugt wird. Dieser CO2-Import gehört eben auch zur Wahrheit. Solange diese integrierte Betrachtungsweise nicht erfolgt, bleiben Vorschläge unseriös.

Dr. Klaus Striegel

Bitte sofort ein Tempolimit

13. August: Leitartikel: „Seid endlich ehrlich!“

Dank an den Chefkorrespondenten des Abendblattes, dass er endlich die Verlogenheit und Mutlosigkeit der Politik beim Klimaschutz deutlich benennt. Keine Partei traut sich, den Bundesbürgern zu sagen, dass echter Klimaschutz, mit dem sich noch das Schlimmste vermeiden lässt, von fast allen Bundesbürgern spürbare Einschnitte und spürbaren Verzicht verlangt. Stattdessen tun vor allem Union und FDP so, als könnten Markt und technischer Fortschritt allein Wunder bei der Rettung des Klimas bewirken. Warum beispielsweise nicht sofort ein Tempolimit, mit dem sich der CO2-Ausstoß reduzieren ließe, warum nicht ganz schnell ein Verkaufsverbot für Autos – vor allem SUV’s und Sportwagen, die eine noch festzulegende Schadstoff-Obergrenze überschreiten? Dies sind nur zwei Beispiele, bei denen ganz schnell und einfach konkret gehandelt werden könnte. Und selbst davor schreckt die Politik zurück. Also mit Hochgeschwindigkeit weiter in den Untergang.

Christoph Lütgert, Hamburg

Werbung für die Grünen

Während Sie diesen Artikel schreiben, reaktiviert China 53 stillgelegte Kohlekraftwerke, um den wachsenden Energiebedarf einer wieder boomenden Wirtschaft zu decken! Nur ein Beispiel von sehr, sehr vielen, dass die größten Verschmutzer China, Indien, Russland unbekümmert weitermachen, während einige unserer Politiker und Medien Deutschland zum radikalen Verzicht aufrufen. Deutschland verursacht nur zwei Prozent der weltweiten Emissionen, deshalb kann Deutschland nur durch Technologie-Führerschaft vielleicht einen Beitrag leisten. Der Predigt vom Verzicht wird die Welt jedenfalls nicht folgen. Ihr Leitartikel ist Werbung für die Grünen.

Norbert Platt, Hamburg

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