Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 29. Juli 2021

Lesedauer: 7 Minuten

Lasst die Elbe, wie sie ist

28. Juli: „Vertiefung der Binnenelbe: ,Korsett‘ für Fluss? Tschechien und Deutschland wollen den Strom ganzjährig bis nach Hamburg schiffbar machen

Ich glaube es nicht: Ausgerechnet zu der Zeit, in der u.a. im Ahrtal die Orte im Wasser versinken, sollen die letzten Elbtalauen dem Götzen Mammon geopfert werden. Haben die Verantwortlichen denn nicht aus den vergangenen Hochfluten der Elbe gelernt, als nicht zuletzt durch Flutung der Nebenflächen als Polder die Fluthöhe reduziert und der Scheitel verzögert wurde? An der Ahr ist eine derartige Ausbreitung einer Flut aus geografischen Gründen nicht möglich. Hier müssen andere Maßnahmen getroffen werden. Aber an der Elbe ist die gezielte Überflutung durch Polder und Auen sehr wichtig. Und das will man zerstören, damit Kreuzfahrtschiffe ganzjährig fahren können, obwohl durch die zunehmenden Trockenperioden eine Schifffahrt besonders im Sommer immer schwieriger wird, trotz Vertiefung. Wo soll das nötige Fahrwasser herkommen? Aus dem Grundwasser der Umgebung? Lasst die Elbe als Naturerbe, wie sie ist. Die Natur wird es danken.

Dr. Jürgen Koch, Holm

Weltfremder Vorschlag

27. Juli: „Eimsbüttel plant ,Parklets‘ – dafür fallen Parkplätze weg“

Der Verkehr im Viertel besteht jetzt schon zu mindestens 60 Prozent aus Parkplatzsuchverkehr. Was sollen diese vollkommen nutzlosen „Parklets“ da noch? Die paar Tage im Jahr, die man draußen verbringen kann, kann man auch auf dem Balkon, im Park oder Biergarten genießen, ohne dafür ganzjährig den mangelnden Parkraum zu vernichten. Man kann immer wieder nur staunen, wie weltfremd viele Politiker sind.

Armin Dreier

Wann spendet die Kirche?

27. Juli: „Jede Spende hilft. Nach der Flut beweisen Millionen Deutsche, dass dieses Land in der Not zusammensteht“

Ich kann Ihrem Artikel vollumfänglich zustimmen. Spenden ist eine Herzensangelegenheit, zeigt soziale Kompetenz und hilft den Opfern. Auch ist die Höhe der Summe dabei nicht entscheidend. Magenschmerzen bereiten mir dabei nur die Spendenaufrufe der katholischen Kirche. Eine Institution, die überregional, bzw. weltweit agiert, ruft zu Spenden auf und ist gleichzeitig in einen Immobilienskandal in London verwickelt, in dem es um 350 Millionen Euro veruntreutes Geld geht. Zum Vergleich: Die Bundesregierung hat 200 Millionen Euro für die Flutopfer bereitgestellt. Ich finde, bevor diese Kirche nicht selbst etwas von ihrem unermesslichem Vermögen spendet und sich lieber in Immobiliengeschäften versucht, sollte sie sich zurückhalten mit Spendenaufrufen. Es macht sie noch unglaubwürdiger, als sie es nach allen bisherigen Skandalen schon ist.

Klaus Anders

Impfpflicht verhütet Lockdown

28. Juli: „,Impfpflicht wird es nicht geben‘. Justizministerin Christine Lambrecht: Restaurants können nur für Geimpfte öffnen“

Eine Impfpflicht muss her und zwar schnell, in vielen Ländern gehen die Zahlen doch wieder hoch, wollen wir wirklich einen neuen Lockdown riskieren? Vor vielen Jahren bei den Pocken ging es doch auch, und wenn ich heute mein Kind in den Kindergarten geben will, muss es gegen Masern geimpft sein. Ich kann diese Unvernunft der Impfgegner nicht verstehen.

Gitta Uther, Seevetal

Reiserückkehrer jetzt testen

27. Juli: „Neue Hürden für Urlauber? Corona-Zahlen steigen rasant – jetzt sollen Reiserückkehrer schärfer kontrolliert werden“

Warum fangen wir nicht jetzt damit an? Die Sommerferien in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gehen diese Woche zu Ende, in Hamburg nächste Woche Donnerstag – und da wird jetzt noch über eine Testpflicht für Reiserückkehrer diskutiert? Die nächste gemeinsame Sitzung der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung findet am 10. August statt. Leider kommen jetzt aber schon täglich viele Reiserückkehrer zurück und bringen das Virus mit. Warum machen wir jetzt die gleichen Fehler wie letztes Jahr? Da begann hier in Hamburg alles im März mit den Reiserückkehrern aus Ischgl, die erst sehr spät am Flughafen kontrolliert wurden. Alles viel zu spät – und das Ergebnis ist ja bekannt.

Gerhard Maack, Hamburg

Andere machen es besser

27. Juli: „Hamburg hat die höchste Inzidenz aller Bundesländer“

Bei Bürgermeister Tschentschers Äußerungen und Handlungen zur Corona-Pandemie hatte man immer den Eindruck, dass er sich als Alphatier unter den Ministerpräsidenten fühlte. Leider sehen seine Ergebnisse nicht so aus. Hamburg war eines der Bundesländer, das nur sehr langsam von den hohen Inzidenzwerten runter kam und ist jetzt wieder das Bundesland mit den höchsten Werten. Auch wenn Hamburg nicht mit Mecklenburg-Vorpommern vergleichbar ist, so läuft hier wohl einiges falsch. Seit Monaten werden Wirte auf dem Kiez und der Schanze, sowie die sonstige Gastronomie gegängelt, ab 23 Uhr gilt noch immer die Sperrstunde, und die Inzidenzzahlen gehen trotzdem hoch. Diese Politik schadet nur der Wirtschaft und den Beschäftigten und hat keinen nennenswerten positiven Einfluss auf die Corona-Entwicklung. Bitte nicht alles auf die Urlauber schieben, denn knapp 50 Prozent der Urlauber am Hamburger Flughafen kommen aus umliegenden Bundesländern. Andere Bundesländer machen es einfach besser und zeigen uns, wie es gehen kann.

Jörg Friederichs, Hamburg

Politischer Tunnelblick

24./25. Juli: „Senator: Lieber Ausgangssperre in Hamburg als Schulen schließen. Ties Rabe (SPD) warnt vor erneuten Einschränkungen“

Die Philosophie von Ties Rabe zeugt leider von einem politischen Tunnelblick. Schließlich gibt es keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass die Ausgangssperre im Frühjahr in Hamburg, bei der zeitweise sogar ernsthaft über ein Verbot von einsamen Joggingrunden am Abend diskutiert wurde, wirklich einen signifikanten Effekt auf das Infektionsgeschehen gehabt hat. Zudem existieren nach wie vor entscheidende Stellschrauben beim Corona-Krisenmanagement, wo der rot-grüne Senat eindeutig viel zu wenig tut, wenn man nur einmal an die Ablehnung einer bundeseinheitlichen Software bei der Nachverfolgung von Infektionsketten denkt, die kaum stattfindenden Abwasserproben, die einen guten statistischen Aufschluss über die reale Verbreitung des Virus geben könnten oder die Vernachlässigung der ärmeren Stadtteile, in die man zum Beispiel wie in Köln Impfbusse schicken könnte. Deshalb sollte die Politik endlich aus ihrem größten Fehler lernen, der vor allem darin besteht, die Verantwortung immer nur auf die Bevölkerung abzuwälzen!

Rasmus Ph. Helt

Der politische Wille fehlt

23. Juli: „Nachtflug: BUND attackiert Lärmbeauftragte“

Der Vorfall zeigt wieder einmal, dass dem Flughafen und der Politik das Schicksal der Bevölkerung völlig egal ist. Es fehlt einfach der politische Wille, ernsthaft an den Zuständen überhaupt etwas zu ändern. Alles was unangenehm für die Hamburger Bevölkerung ist, wie die Flüge nach 23 Uhr, wird über die Startbahn Nord nach Schleswig-Holstein geschoben, und die Bevölkerung dort mit Lärm und Dreck überzogen. Bisher hat die Fluglärmschutzbeauftragte nichts Vernünftiges zustande gebracht. Das Geld sollte man sparen und lieber den Opfern des Fluglärms und der gesundheitsschädlichen Feinstaubbelastung zukommen lassen.

Dieter Hillebrand, Hasloh

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