Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 24. Juli 2021

| Lesedauer: 8 Minuten

Sirenen sind die erste Wahl!

23. Juli: „Flutwarnung aus dem Rauchmelder. Die Unwetterkatastrophe hat viele Menschen ohne Vorwarnung überrascht. So könnten Bürger künftig alarmiert werden“

Ich stehe der Digitalisierung sehr offen gegenüber und nutze sie auch vielfältig, nur ist mein Smartphone nie im Schlafzimmer, und ich weiß, dass es auch bei vielen anderen Nutzer/-innen so ist, da für einen guten Schlaf empfohlen wird, keine digitalen Geräte im Schlafzimmer liegen zu haben. Andere haben nachts den Flugmodus aktiviert. Was ist, wenn der Strom ausfällt, der Akku leer ist. Wie soll dann eine Warnung ankommen? Für mich ist es völlig unverständlich, warum die Sirenen, die sehr gut hörbar sind, abgebaut, nicht gepflegt und somit nicht mehr funktionsfähig sind, nicht als die erste Wahl bei der Warnung für Menschen eingesetzt werden. Alle digitalen Wege sind begleitend, aber an erster Stelle stehen für mich die Sirenen.

Dagmar Hirche

Eingriffe in die Natur

23. Juli: Leserbrief: „Der Mensch ist schuld“

Der Leserbrief von Michaela Lorscheider spricht mir aus der Seele. So lange der Fokus auf CO2-Emissionen gerichtet ist und alle anderen Eingriffe in die Natur nicht verhindert werden, kann sich kaum etwas an dem Klimawandel ändern. Außerdem hören und lesen wir täglich, dass große Areale der Urwälder jeden Tag gerodet werden, was auf die Geldgier einiger Weniger, aber auch auf das Bevölkerungswachstum in einigen Erdteilen zurückzuführen ist. In diesem Zusammenhang sterben zahlreiche Tierarten aus. Die Folge ist, dass das Gleichgewicht der Natur nachhaltig gestört ist, und es auch in Zukunft immer mehr gestört werden wird. Jeder Baum, der gefällt und jedes Moor, das trocken gelegt wird, sind schwere Eingriffe in die Natur. Wir wissen es, und trotzdem geschieht es jeden Tag aufs Neue.

Kriemhild Padberg

Planung sieht anders aus

22. Juli: „Hamburg steht im Stau: Dramatischer Appell der Hafenbetriebe an die Stadt. Unternehmer erheben in Brandbrief schwere Vorwürfe gegen Verkehrsbehörde: ,Der Wirtschaftsstandort ist bedroht‘“

Der Verbandspräsident Gunther Bonz spricht allen Süderelbe-Bewohnern aus dem Herzen. Man fragt sich nur, ob das Willkür oder Unfähigkeit des Verkehrssenators ist, oder beides? Der Hinweis des Verkehrssenators, die Verantwortung auf den Bund zu schieben, ist einfach nur schäbig. Die Baustellenkoordination funktioniert doch seit Jahren nicht. Den Verantwortlichen ist wohl nicht bekannt, dass es drei Hauptachsen von Süden gibt, nämlich die A 7, die A 1 und die „Wilhelmsburger Reichsstraße“. Zudem werden zeitgleich in der Winsener Straße usw. Straßenbaumaßnahmen vorgenommen. Die Busse quälen sich durch 30er-Zonen, ständig kommt es daher zu Verspätungen. Für die Wirtschaft und den Individualverkehr sind dies unhaltbare Zustände. Planung in der zuständigen Verkehrsbehörde sieht anders aus, aber hier kümmert man sich nur um Radwege. Durch die vielen Staus werden die CO2-Werte in die Höhe getrieben, ist das von den Grünen so gewollt?

Uwe Ihde

Fahrrad – das goldene Kalb

Ich habe es geahnt, als feststand, dass ein Grüner im Senat Verkehrssenator wird. Es nützt auch nichts, wenn dieser durch einen neuen grünen Senator ersetzt wird. Den Grünen geht es doch nur darum, den Autoverkehr zu behindern. Für sie ist es der Tanz um das Goldene Kalb (Fahrrad). Was wird hier für Geld rausgeworfen. Fahren Sie doch mal durch Hamburg: Die Radwege sind fast leer, die Autos stehen Schlange. So ist es gewollt.

Karl-Heinz Best, Norderstedt

Ist das politisch gewollt?

Die dramatische Stauproblematik im Süden Hamburgs lässt vermuten, dass der derzeitige Supergau auf den Einfahrtsrouten durch unseren Verkehrssenator entweder politisch gewollt ist oder durch die Unfähigkeit der Verkehrsbehörde verursacht wird. Sowohl in anderen Bundesländern als auch in angrenzenden EU-Staaten ist zu beobachten, dass an solch nostalgischen Punkten wie der A 255 durchgehend 24 Stunden gearbeitet wird. Während der Rushhour am späten Mittwochnachmittag waren auf der gesamten Baustelle A 255 lediglich vier Bauarbeiten zu sehen; sämtliche Baufahrzeuge standen still und waren abgeschlossen. Meine Fahrt von Buchholz i. d.N. bis in die HafenCity verlängert sich von bislang 50 Minuten auf zweieinviertel Stunden. Ich hoffe sehr, dass Herr Tschentscher Herrn Tjarks umgehend klar macht, welchen volkswirtschaftlichen Schaden seine Behörde anrichtet und welche Tragweite die baulichen Sparmaßnahmen für die Wirtschaftsregion Hamburgs und den bereits angeschlagenen guten Ruf des Hamburger Hafens zur Folge hat.

Knut Kuehrmann

Naivität und Nachlässigkeit

23. Juli: „So schlimm war es noch nie“

Leser Karl Georg Imke sagte den entscheidenden Satz: „Als ob wir noch nicht genug Baustellen in Hamburg hätten.“ Die neueste riegelt jetzt den Stadtpark von der City Nord (Jahnring, Überseering, Ring 2) über ca. zwei Kilometer ab. Rücksichtslos oder Absicht? Egal: für mich eine bodenlose Naivität und Nachlässigkeit. Das entscheidende Ärgernis: Baustellen werden eingerichtet – kilometerlang und unkoordiniert – konkrete Arbeit sieht man selten. Wo sind die Planer? Wer entwickelt ein sinnvolles Konzept für Einrichtung und Fortentwicklung – betreffend Umfang und Fortschritt? Hauptsache: Baustellen einrichten! Alles weitere findet sich dann schon! Welche Behörden versagen hier immer wieder? Und das schon seit Jahren? Vielleicht kann ja auch mal der Bürgermeister mit seinen Senatoren die Stadt insgesamt in den Blick nehmen!

Dieter Brandes, Hamburg

Eine Geschäftsidee...

Wenn ich noch einmal jung und am Anfang meines Berufslebens stünde, würde ich diese Geschäftsidee verwirklichen: Verkauf und Vermietung von Baustelleneinrichtungen und -absperrungen. Da gäbe es in Hamburg so viel zu verdienen, dass ich mir ohne weiteres einen Platz im nächsten Weltraumflug eines privaten Milliardärs reservieren und leisten könnte! Hamburg von oben in rot-weiß gesprenkelten Markierungen zu entdecken, stelle ich mir als ein schönes Bild und ein ganz besonderes Erlebnis vor.

Klaus Lang, Hamburg

Diese Zustellerin fehlt uns

21. Juli: „Wenn der Postmann nicht mehr klingelt“

Mit diesem Artikel sprechen Sie uns aus dem Herzen. Seit Monaten machen wir die Erfahrungen, dass die Pakete uns nur noch vor die Tür „gelegt“ werden. Bestenfalls wird kurz noch einmal geklingelt. Dank der guten Nachbarschaft haben wir die Hauseinheiten unter Kontrolle, wo die Eigentümer – und sei es für einen Tag – nicht anwesend sind. Es ist noch nicht lange her, da hatten auch wir hier in Sülldorf andere Zustände. Auch hier wusste die Paketzustellerin, an welchen Nachbarn sie sich wenden musste, wenn sie ihre Lieferung beim Empfänger nicht persönlich abgeben konnte. Natürlich hat sie einen Informationszettel beim Empfänger in den Briefkasten gesteckt. Leider ist sie vor einigen Monaten aus persönlichen Gründen zurück in ihre Heimat umgezogen. Dieser stets freundliche und positive Mensch, der immer ein paar freundliche Worte und ein erfrischendes Lächeln für einen übrig hatte, fehlt hier – auch aus den o. g. Gründen. Vielleicht sollte man bei der DHL Schulungsmaßnahmen für einen positiven Umgang der Zusteller mit den Kunden vornehmen. Ihnen die Zeit vor Augen halten und gleichzeitig mehr Umsatz, sprich Lieferungen, verlangen – das wird auf Dauer auch nicht den Erfolg garantieren. Denn Alternativen gibt es.

Jürgen Frank

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Leserbriefe