Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 22. Juli 2021

Lesedauer: 7 Minuten

Die Helfer hätten es verdient

21. Juli: „Gratis-Konzert für Impfhelfer? Stadt nimmt Geschenk nicht an

Der Vergleich der Annahme von Gratis- und Verkaufstickets für das Rolling Stones-Konzert mit dem angebotenen Gratis-Konzert von Jan Delay für die Impfhelfer ist mir unverständlich. Für 20.000 Polizeibeamte, die ihren Dienst bei den Krawallen zum G20-Gipfel in Hamburg geleistet haben, wurde ein Gratiskonzert zum Dank in der Elbphilharmonie aufgeführt, ohne Sorge um Vorteilsnahme. Genauso hätten die Helfer der Impfkampagne der Stadt Hamburg auch ein Dankeschön mittels eines Konzertes verdient. Die Stimmung im Impfzentrum und der Umgang mit den Impfwilligen waren immer außerordentlich positiv, das hat vielen, die aufgeregt dort ankamen, so sehr geholfen! Eine tolle Idee von Jan Delay und sehr, sehr schade, dass der Senat dies unterbunden hat.

Dr. Christine Seeler

Warn-App vor Wichtigtuern

21. Juli: „,Katastrophen-Warnungen auf jedes Handy‘. FDP-Chef Christian Lindner über Konsequenzen aus der Flut, Corona-Impfungen in der Schule und seine Pläne nach der Bundestagswahl“

Wie weltfremd und gefährlich naiv muss man sein, um solche Vorschläge zu machen? Schon mal etwas von Stromausfall und Funkloch gehört? Schon mal gehört, dass zur Nachtzeit viele Menschen schlafen und dann nicht auf ihr Handy starren? Da stehen Politiker mitten in einem Katastrophengebiet, in dem durch Stromausfall kein Handy und kein Warnsystem funktioniert und wollen uns eine neue App verkaufen. Was wir dringend brauchen, ist eine Warn-App vor diesen Wichtigtuern.

Walter Kleinfeld

Sirenen aktivieren

Eine App auf dem Handy bringt uns Alten gar nichts und insbesondere in der Nacht, wenn das Hörgerät und das Handy im Wohnzimmer liegen! Warum werden die Sirenen nicht aktiviert? Das ist ein Ton, der jeden aufschreckt!

Luise Voigt

Übel an den Wurzeln packen

20. Juli: „Streit um Moschee verschärft sich. Nach massiven Vorwürfen des Verfassungsschutzes: CDU attackiert Islamverband“

Es ist höchste Zeit, das Übel an der Wurzel zu packen. Alle „Götter“ sind reine Fantasiegestalten, alle Glaubensrichtungen sind menschliche Erfindungen. Wann endlich erfolgt die strikte Trennung von Staat und Kirche? Die Unterstützung jeglicher Religionsgemeinschaften sollte unterbleiben. Natürlich muss der Staatsvertrag unverzüglich gekündigt werden, für alle!

Hans D. Biebau

Positives von der „Kollau“

20. Juli: „Wie Hamburg sich vor Starkregen schützt. Diverse Maßnahmen sollen ,Schwammstadt‘ vor Fluten bewahren. Reicht das?“

Wir wohnen in einem Bereich in Lokstedt, der schon wiederholt vom regelmäßig auftretenden Hochwasser des Baches „Kollau“ heimgesucht wurde. In der Vergangenheit ist es mehrmals pro Jahr zu Überschwemmungen gekommen, bei denen ganze Straßenzüge überflutet und wir Anwohner massiv geschädigt wurden. Die Gründe dafür sind vielfältig: Voreilig erteilte Baugenehmigungen für Wohngebiete seitens der Stadt, die Oberflächenversiegelung von Grünflächen und der zunehmend spürbare Klimawandel mit seinen extremen Wetterereignissen sind die Hauptgründe. Wenn ich nun lese, die „Stadt sei nur konzeptionell vorbereitet“, dann ist das leider eine nur zu wahre Aussage. In der Realität wurden vor zwei Jahren am Hagendeel die letzten Feuchtwiesen durch den Bau einer Folgeunterkunft vollständig versiegelt, und der angrenzende großflächige Bauhof in den Graben der „Alten Kollau“ entwässert. Es gibt aber auch positive Ansätze: In unserem Fall wurde tatsächlich auf den Rat der Anwohner-Initiative „Niendorf Kollau (NiKo) nachhaltig Wohnen und Erholen e.V.“ gehört. So wurde die Kollau in einigen Abschnitten renaturiert, also der Bachverlauf wiederhergestellt und die Sünden der Vergangenheit zumindest ansatzweise korrigiert. Zusätzlich wurden Ausgleichsflächen für Hochwasser geschaffen. Erschreckend anders wiederum stellt sich die Situation einige Kilometer bachabwärts da, kurz nachdem die Kollau in die in diesem Bereich kanalisierte Tarpenbek mündet. Das Oberflächenwasser des riesigen Neubaugebiets um die Gert-Marcus-Straße entwässert fast ausschließlich in die Tarpenbek. Alle 50 bis 100 Meter sind teils mächtige Entwässerungsrohre zu „bewundern“, die das hochliegende Gelände und die Dächer der Neubauten in die Tarpenbek entsorgen. Die Folgen waren vorhersehbar: Der tieferliegende Kollau-Wanderweg und die Grundstücke der anliegenden Gebäude wurden bereits wiederholt überflutet. Hier wurden seitens der Stadt schon bei der Planung beide Augen zugedrückt.

Chris Dreyer

Altstadt wieder aufbauen

19. Juli: „Berlin hat sein Schloss zurück. Geld zu sammeln, Unterstützer zu gewinnen, Politiker vom Wiederaufbau zu überzeugen – das ist das Lebenswerk des Hamburger Kaufmanns Wilhelm von Boddien“

Über den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses als Humboldt-Forum – das Alte erhält eine neue konstruktiv-kritische Nutzung – freue ich mich sehr. Völlig zu Recht thematisiert Wilhelm von Boddien mit seinen Worten „wir haben dieses Haus wiederaufgebaut, um die Stadt zu heilen“ noch einmal die Möglichkeit der Stadtreparatur (Wiederaufbau der Berliner Altstadt). Eine Revision der aktuellen Berliner Politik der Verdrängung und Verachtung der bedeutsamen baulichen Stadtgeschichte vor 1933 ist dringend erforderlich.

Martin Wendt

Ein Elektroauto weniger

17./18. Juli: „Elektroautos stehen in Hamburg vor dem Durchbruch. Die Neuzulassungen von ,Stromern‘ haben sich im ersten Halbjahr verdreifacht“

Als Rentner, in einem Reihenhaus an einer Wohngebietsstraße zu Hause, kam uns die Idee, einen Plug-In-Hybrid zu erwerben, um den größten Teil unserer Fahrstrecken im Nahbereich, den wir nicht mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV bewältigen können, rein elektrisch, die wenigen längeren Fahrten konventionell mit Verbrenner zurückzulegen. Voraussetzung für den Kauf eines solchen Fahrzeuges wäre aber auf jeden Fall, dass wir es an unserem Reihenhaus auf unserem Grundstück auch aufladen können, denn die nächste öffentliche Ladestation ist 1,5 Kilometer entfernt. Eine Bauvorabanfrage dazu wurde aber leider abgelehnt: Das Vorhaben hätte eine negative Vorbildwirkung für zukünftige Entwicklungen in diesem Bereich und ist städtebaulich nicht vertretbar. Der Sachbearbeiter der Baubehörde hat sicherlich aus Sicht des Baurechts eine richtige Entscheidung getroffen – damit wird es aber leider ein Elektroauto weniger in Hamburg geben. Ich hoffe, dass unser Bürgermeister und der Senat die gesamtpolitische Sichtweise auch in diese Amtsstuben der Baubehörde Altona vermitteln können und werden.

Wilfried Schlag, Hamburg-Osdorf

Diesen Unsinn sofort stoppen

21. Juli: „,Die Aussicht war fantastisch‘. US-Milliardär Bezos ist mit seiner Crew ins All geflogen. Nach zehn Minuten war er zurück – grenzenlos begeistert“

Meines Erachtens ist es eine Unverschämtheit, dass man, nur weil man es sich leisten kann, zum Privatvergnügen und um daraus einen Geschäftsbetrieb zu machen, in den Weltraum fliegt. Im All rotiert schon so viel Schrott, auf unserem Planeten kämpfen wir gegen Umweltkatastrophen und egozentrische Milliardäre wie Branson und Bezos haben nichts Besseres zu tun, als ins All zu fliegen. Dieser Unsinn sollte gestoppt werden.

Susanne Domjahn