Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 19. Juli 2021

| Lesedauer: 7 Minuten

Ausgelagerte Abteilungen

16. Juli: „20 Prozent weniger Lehrstellen in Hamburg. Im zweiten Corona-Jahr fahren Unternehmen die Zahl der Ausbildungsplätze noch weiter herunter. Trotzdem sind viele noch nicht vergeben“

Und hinterher beschweren sich die Betriebe, dass es kein Fachpersonal mehr gibt. Vielleicht hat der Lehrstellenabbau gerade in den kaufmännischen Bereichen auch etwas damit zu tun, dass gerade in großen Betrieben Abteilungen wie z. B. Buchhaltung, Einkauf usw. ausgelagert werden und somit der Ausbildungsberuf gar nicht mehr weiter angeboten werden kann.

Daniela Stuth, Hamburg

Absurde Situation

16. Juli: „So gewinnen Sie gegen Fahrraddiebe. Klar, ein solides Schloss ist ein Muss. Wie man sein Velo darüber hinaus gut absichert“

Die Tipps der Präventionsexpertin des LKA Hamburg zur Verhinderung von Fahrraddiebstahl sind richtig. Insbesondere jener, dass ein Fahrradrahmen immer an einen festen Gegenstand anzuschließen ist. Allerdings gibt es ein Problem mit ihren Kolleg/-innen derselben Behörde: Bei Straßenplanungen, -Sanierungen usw. ist es regelmäßig die Straßenverkehrsbehörde, die sich gegen das Aufstellen von Fahrradbügeln ausspricht. Alles Argumentieren, warum Fahrradbügel notwendiger Teil von Radverkehrsinfrastruktur sind, hilft da nicht. Behördenintern sollte mal geschult werden, dass sichere Fahrradabstellmöglichkeiten zum Standard von Verkehrsplanung gehören. Derzeit ist die Situation absurd, dass eine Seite der Behörde das Anschließen an Fahrradbügeln einfordert und die andere Seite das Aufstellen der Bügel verhindert.

Ulf Dietze

Solidarität ist angesagt!

16. Juli: „Die Regen-Katastrophe. Tote und Vermisste nach Hochwasser heftige Niederschläge in Rheinland-Pfalz und NRW. Häuser in Eifel eingestürzt“

Wie viele Menschen haben wir die grauenhaften Zerstörungen in den von den Regenmassen betroffenen Gebieten im Abendblatt und im Fernsehen gesehen. Von den verantwortlichen Politikern wurde „schnelle und unbürokratische Hilfe“ zugesagt. Wie diese funktioniert, wie langsam der Staat reagiert, welche Prüfungen er Betroffenen auferlegt, haben alle leidvoll erfahren, die durch die Pandemie geschädigt wurden. Darum ist Solidarität der Deutschen angesagt! Es muss ein Spendenkonto her unter dem Dach der FUNKE Mediengruppe und dem WDR! Schnelle Hilfe ohne staatliche Bürokratie ist geboten.

Lutz Jaffé

Das Werk aller Parteien

16. Juli: „Lienen zerlegt Kanzlerkandidat Laschet“

Die Zahl der Opfer der Flutkatastrophe steht noch nicht fest, die Retter von Hilfsdiensten und Bundeswehr kämpfen noch darum, möglichst viele Menschen zu retten – und währenddessen bringen sich die Sympathisanten der grünen Partei in Stellung, um aus der Katastrophe Profit für ihren Wahlkampf zu schlagen. Das gilt für Lienen ebenso wie für die Demonstrierenden in einigen Großstädten. Wahlkampf auf Kosten der Opfer ist unangemessen und nicht entschuldbar, auch wenn die Not bei den Grünen nach dem Debakel um den Lebenslauf von Annalena Baerbock groß sein mag. Denn die Sorge um das Klima treibt nicht nur die Grünen um. Außer der AfD haben alle Parteien begriffen, dass der Klimawandel bekämpft werden muss. Nur über die Methoden gibt es unterschiedliche Ansichten. Aber in dem Ziel sind sich alle einig. Allerdings sind auch alle Parteien dafür verantwortlich, dass in den letzten Jahren die Infrastruktur in Deutschland, inklusive der Kanalbauten und Flutschutz sträflich vernachlässigt wurde. Auch die Zersiedelung der Landschaft ist das Werk aller Parteien. Hier muss jetzt kurzfristig und dringend gehandelt werden!

Dr. med. Matthias Soyka

Impfmüdigkeit oder Bürokratie

14. Juli: „Wie andere EU-Länder gegen die Impfmüdigkeit kämpfen“

Das Lamentieren und Mahnen wegen der angeblichen Impfmüdigkeit ist überflüssig, so lange es immer noch reichlich Menschen gibt, die vergeblich versuchen, einen Impftermin zu bekommen. Im Kreis Pinneberg zum Beispiel. Der Hausarzt impft nur eigene Patienten, Minderjährige schon mal gar nicht. 18-jährige? Noch lange nicht dran. Der Kinderarzt priorisiert noch und impft nur Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen. Das Impfzentrum impft Minderjährige erst seit letzter Woche. Termin über Impfen-S-H? Bitte warten... Hamburg hat Tausende Termine frei? Aber nicht für Schleswig-Holsteiner. Ist es Impfmüdigkeit oder die Bürokratie in Deutschland?

Stephanie Rust, Quickborn

Wo ist das Problem?

14. Juli: „Schluss mit ,Damen und Herren‘“

Ich kann nicht verstehen, dass man für eine einfache Begrüßung aufwendige Schulungen veranstalten muss. Damit sich alle angesprochen fühlen, schlage ich – je nach Tageszeit – vor: „Guten Morgen, liebe Fluggäste“, „Good morning, dear passengers“ usw. Wo ist das Problem?

Margret Paech (LH-Stewardess aus dem 51. Lehrgang)

Traurige Fernsehwelt!

14. Juli: „Damenwahl mit Fremdschäm-Faktor“

Wie man aus einer solchen, sagen wir mal etwas „flachen“ Sendung einen solch erquicklichen Artikel zaubern kann, ist sehr erfreulich. Ich würde fast vorschlagen wollen, die Serie auf Arte auszustrahlen: als Comedy-Sendung für Kulturinteressierte? Mehr feinsinniger Humor ginge selbst dann nicht, wenn man es wollte. Traurige Fernsehwelt.

Sebastian Ropohl

Verstärkung sozialer Spaltung

15. Juli: „Wo Hamburg bis 2035 am meisten wächst“

Nicht zuletzt die Corona Krise hat deutlich gemacht, wie sehr der Aufenthalt im Grünen geschätzt wird und umgekehrt wie sehr die Zahl der Infektionen mit der Bebauungsdichte zusammenhängt. Was lernt die Stadtplanung daraus? Wir verdichten eng bewohnte Gebiete wie Billstedt, Jenfeld, Lurup und Eidelstedt weiter, dafür „entvölkern“ sich die grünen Elbvororte und die Walddörfer. Die einen haben das Grün, der ärmere Rest noch mehr Verkehr, Lärm und Enge – so wird die soziale Spaltung der Stadt verstärkt.

Harald Lübkert

Finanzierung auch von Mietern

15. Juli: „Sommergärten erblühen in der Innenstadt. Alles so schön grün hier:Aktion rund um die Passagensoll Menschen in die City locken“

Ich möchte drauf hinweisen, dass zumindest im BID „Neuer Wall“ die Kosten für den BID zu einem sehr großen Teil auf die Mieter umgelegt werden im Zuge der Nebenkostenabrechnung. Wir zahlen für unsere Praxis ein hohen vierstelligen Betrag jedes Jahr für den BID. Es trifft also nicht zu, dass die Gelder für die Sommergärten von den Grundeigentümern stammen. Sie stammen von den Mietern, ohne dass diese Einfluss darauf haben, wie diese Gelder verwendet werden. Ich freue mich über den Sommergarten in der Innenstadt. Ich freue mich nicht darüber, dass ich als Mieter dieses Projekt ungefragt finanziere, während die Grundeigentümer als Wohltäter dargestellt werden. Richtig müsste es in ihrem Bericht heißen: „Insgesamt fließen rund 240.000 Euro Brutto in das Gemeinschaftsprojekt, von denen rund drei Viertel von den Mietern der BID der neuen Quartiere stammen und knapp ein Viertel aus dem städtischen Neustartfonds finanziert werden.

Dr. med Ansgar Frieling

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