Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 6. Juli 2021

| Lesedauer: 7 Minuten

Nicht akzeptabel

3./4. Juli: „„Mein Buch ist keine Doktorarbeit“. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock weist Plagiatsverdächtigungen zurück - und wirft der Union eine Rolle rückwärts in die 90er-Jahre vor“

Welch ein Eiertanz um den Kern der Wahrheit. Frau Baerbock hat unter ihrem Namen ein Buch veröffentlicht und damit den Eindruck erweckt, dies sei ihr Werk, von ihr verfasst. Es wurden aber ganze Passagen eingearbeitet, die zweifelsohne nicht aus ihrer Feder stammen. Das müssen nicht immer gleich Urheberrechtsverletzungen sein, Plagiate - laut Duden „Diebstahl geistigen Eigentums“ - sind es allemal. Für Frau Baerbock ist es ihrer Argumentation zufolge völlig in Ordnung, sich mit fremden Federn zu schmücken, solange es sich nicht um eine Doktorarbeit handelt. Denn, merke, „wer schreibt schon ein Buch allein“… ? Dann schnell noch ein Feindbild hinzugefügt - und ab damit. Für eine Frau mit dem Anspruch, Kanzlerin zu können, nicht akzeptabel!

Reinhard Hollunder

Betrügt seine Leser

Na, Frau Baerbock, das müssen Sie doch sicher wissen, dass Derjenige, der fremdes, geistiges Eigentum als seine eigene, schöpferische Leistung - ganz gleich wie - präsentiert, seine Leser betrügt und sich „mit fremden Federn schmückt!“ So einfach ist das! Und genauso einfach ist es, sein Zitat mit einer kurzen Quellenangabe zu verbinden, wie es allgemein praktiziert wird. Das wäre von Ihnen ehrlich und seriös und würde Ihrer Glaubwürdigkeit sicher guttun.

Hans-Dieter Klumpe, Rechtsanwalt, Hamburg

Faires Interview

Endlich mal ein faires Interview mit der Kanzlerkandidatin der Grünen Frau Baerbock. Danke an die Redaktion des Hamburger Abendblatts.

Uwe Pankel

Es mangelt an Bodenhaftung

Der medial omnipräsenten Frau Baerbock mangelt es offensichtlich an Bodenhaftung und Einfühlungsvermögen. Scheinbar aus dem Hut gezaubert, erleben wir sie seit einigen Wochen als sich selbst inszenierende „Kanzlerin der Herzen“. Heute muss sie verwundert feststellen, dass Jedermann, also der/die sprichwörtlich mehr oder weniger kleine Mann/Frau, sie beim Wort nimmt. Da kommt Schönfärberei nicht gut an. Aber ebenso wenig auch das Gebaren eines fanatischen Plagiatjägers. Frau Baerbock aber ist zu abgehoben, diese Stimmungslage zu erkennen, geschweige zu nutzen. Nein, reflexartig erkennt sie nur „...Kräfte, die die alten Pfründe sichern wollen.“ Das ist zu kurz, ideologisch und nicht an die Wähler gedacht! Hoffen wir also auf das gesunde Urteilsvermögen Jedermanns und seiner Frau und eine künftige Bundesregierung ohne eine entrückte Frau Baerbock.

Thomas M. Trost

5. Juli: „Zahl der Autos wächst stärker als Bevölkerung. Zunahme in Hamburg um 7,3 Prozent seit 2015. Fast 30 Prozent mehr Lkw.“

Leute lassen Autos stehen

Anjes Tjarks: Die Zahl der Pkw ist nicht entscheidend... Viel wichtiger ist die Nutzung. Genau, die Leute kaufen sich Autos um sie dann stehen zu lassen.

Reinhold Lehmann

Nur stilles Wasser

5. Juli: „St. Pauli in Not: Wirte fordern Ende des Alkoholverbots. Offner Brief von Gastronomen wie Corny Littmann und Olivia Jones. Sie fragen: „Habt ihr uns vergessen?““

Auf den Gedanken, ein pauschales Alkoholausschankverbot ab 23 Uhr für die Kiez-Lokale zu verhängen, kann nur ein Senat unter Führung eines Bürgermeisters Tschentscher verfallen, für den das Begleitgetränk in geselliger Runde offenbar höchstens ein Wasser ist, aber bitte ein stilles.

Lüder Osmers, Schenefeld

Unsägliche Gängelung

Der Senat hat sich in die Sommerpause verabschiedet, ohne vorher die Sperrstunde in der Gastronomie aufzuheben. Die fühlt sich an, wie eine Ausgangsbeschränkung 2.0, ist meines Erachtens bei einer stabilen Inzidenz unter 10, einer fortschreitenden Impfung der Bevölkerung und einer entspannten Situation auf den Intensivstationen ein unverhältnismäßiger Eingriff in die persönlichen Freiheitsrechte der Hamburger. Es ist einfach inakzeptabel, dass man als Hamburger während des Sommers um 23 Uhr aus dem Restaurant geworfen wird, während die Urlauber munter im Ausland mit der Delta-Variante feiern - und Hamburg ist wohlgemerkt das einzige Bundesland im Norden (inkl. des Stadtstaates Bremen), in dem diese Regelung noch gilt. Mit einer Kontaktnachverfolgung (dazu sollten die Gesundheitsämter bei der aktuellen Ansteckungsrate auch mit Fax und Listen auf Papier in der Lage sein, aber es gibt ja auch die Luca-App), der Nachweispflicht, negativ getestet, genesen oder zweifach geimpft zu sein, und Abstandsgeboten ist diese Gängelung einfach nur willkürlich und richtet sich gegen die Bürger und Gastronomen. Es ist kein Wunder, dass sich die Bürger nach 23 Uhr Alternativen suchen. Auch ich denke darüber nach - sollte diese Regelung nicht schnellstens abgeschafft werden - wilde Champagnerparties an der Alster zu feiern. Ich fordere den Hamburger Senat auf, Auskunft darüber zu geben, wie lange wir diese unsägliche Gängelung noch ertragen müssen, und von welchen Kriterien eine Aufhebung der Sperrstunde abhängt.

Dierck Beckmann, Hamburg

Öffentliche Farce

5. Juli: „Der große Knall noch vor der Präsidiumswahl. Beirat des HSV lässt Marcell Jansen als einzigen Kandidaten zu und lehnt die Bewerbung von Marinus Bester ab. Ist das noch eine Wahl?“

Der HSV Profi-Fußball (AG) beweist seit Jahren, was er nicht kann: den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga, zielgenaues und den Anforderungen ausgerichtetes Scouting, eine den Bedürfnissen aufgestellte Transferpolitik, Spielerverkäufe mit Ertrag für den Verein erwirtschaften, stabile sportliche Rahmenbedingungen für den Profi-Fußball schaffen, ein funktionierendes Nachwuchsleistungszentrum zu etablieren, ein Trainerteam langfristig mit Verantwortung ausstatten und gleichzeitig Resultate einzufordern, eine gesunde finanzkräftige Basis herzustellen und Gelder zu akquirieren (z.B. Vermarktung fehlender Stadion-Name). Und nun bringen es die Verantwortlichen (Beirat) sogar fertig, die Wahl des neuen HSV Vereinspräsidenten zu einer öffentlichen Farce verkommen zu lassen und bügeln alle anderen Bewerber außer Marcell Jansen unter fadenscheinigen Gründen einfach ab. Ein demokratischer Prozess sieht komplett anders aus; neue Impulse, Ideen und Veränderungen sollen im Keim erstickt werden. So etwas kennt man doch eigentlich nur aus Nordkorea!

Joachim Gebauer

Was ist mit Qualifikationen?

Mal abgesehen von der Frage, ob der junge Herr Wenzel wirklich ausreichende Qualifikation bewiesen hat, indem er die Gelder von FfF verwaltet, stellt sich doch insbesondere bei Bester die Frage, ob der HSV wirklich einen Präsidenten braucht, der sich noch nicht mal mit den Regularien der Wahl auskennt und erwartet, dass man ihm das auch noch alles vorher erklärt. Was sind das denn für Qualifikationen?

Manfred Stöckling

Egoistische Gründe

3./4. Juli: „Blankeneser wollen Aldi-Filiale verhindern“

Ich lebe jetzt seit 13 Jahren im wunderschönen Blankenese und bin immer wieder entsetzt, wie einzelne, Blankeneser Wutbürger, aus egoistischen Gründen Neuerungen verhindern wollen.

Michael Eckert, Hamburg Blankenese

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