Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 28. Juni 2021

| Lesedauer: 4 Minuten

Attraktives Angebot schaffen

26./27. Juni: „Bundesrat stoppt Ganztagsbetreuung

Als ich die Überschrift las, dachte ich doch wahrhaftig, kluge Politiker hätten gemerkt, dass man dieses Gesetz nicht über die Köpfe der Kinder hinweg machen kann! Aber nein, es ging nicht um Kinderrechte, es ging um Geld! Vor Jahren wurden in einer Studie Jugendliche gefragt, ob sie Ganztagsbetreuung wollten. Über 80 Prozent wollten nicht. Der Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung gilt nie für das Kind. Er gilt für die Eltern! Dabei kann ich mir vorstellen, dass selbst für Grundschüler eine Ganztagsbetreuung attraktiv wäre, wenn sie ein freiwilliges, kindgerechtes Bildungsangebot darstellte – nur aufgehoben mag niemand werden.

Dr. Ursula Augener

Aus der Seele gesprochen

26./27. Juni: „Seid ihr noch zu retten? Länder bremsen Rechtsanspruch auf Ganztagsplatz in Grundschulen aus“

Die Autorin spricht mir aus der Seele. Ich rege mich immer wieder darüber auf, dass Frauen zwar mitarbeiten müssen, damit die Rente nicht zu niedrig ist, wie aber die Kinder betreut werden, wenn keine Großeltern in der Nähe wohnen, ist den alten weißen Männern doch egal. Die Frauen sind in der Regel diejenigen, die die Kinderbetreuung oder Altenbetreuung in der Familie übernehmen sollen. Wie früher… Betreuung und Job sind nicht immer unter einen Hut zu bekommen. Das Ergebnis ist Teilzeitarbeit. Wo ist da die Gleichberechtigung? Hier besteht dringend Handlungsbedarf. Aber es kostet unsere Politiker weniger Mühe und ist ja einfacher, Gendersternchen zu setzen. Ich würde zu gerne erleben, dass alle Frauen an einem Strang ziehen und für ihre Rechte und die ihrer Kinder auf die Straße gehen. Die Wirtschaft würde zusammenbrechen. Bei den Wahlen im September ist für die Frauen dann ja klar, dass sie nur zwischen Not und Elend entscheiden können.

Karen Weidmann Henkel

Abitur für alle?

26./27. Juni: „Bestes Abitur seit zehn Jahren. Trotz Corona verbesserte sich Durchschnittsnote auf 2,27“

Es waren sicher andere Zeiten bei meinem Abitur 1958, denn derartig gute Ergebnisse wie heute sind mir nicht bekannt. Gleichermaßen nicht die hohe Zahl der Schulabgänger mit Abitur. Waren damals die Anforderungen an die Schüler zu hoch oder sind sie heute zu niedrig? Oder war/ist es wesentlich nur der politische Wille, jedem das Abitur zu ermöglichen? Was machen wir, wenn noch mehr als 60 Prozent der Schulabgänger das Abitur haben? Gibt es für alle einen Beruf, der den Abiturienten ausfüllt oder wird sie/er auf andere Berufe ausweichen müssen? Ich sehe diesbezüglich skeptisch in die Zukunft!

Werner Altekrüger, Osdorf

Lärmbelästigung nimmt zu

21. Juni: „8000 Motorradfahrer protestieren. Sternfahrt startet in Vechta. Biker gegen pauschale Lärmschutz-Auflagen“

Sehr überrascht bin ich, dass im Abendblatt einer Minderheit von Motorrädern, die mit ihrem Lärm zunehmend die Anwohner auch in Hamburg belästigen, so viel Raum gegeben wird. Wir müssen als Anwohner leider feststellen, dass die Lärmbelastung an den Wochenenden durch Motorräder und technisch manipulierter Pkw deutlich zunimmt. Ein Lärmpegel von 80 Dezibel ist eine Grenze, die technisch gut machbar ist, und mehr Lärm verbessert nicht den Spaß am Motorradfahren. Wer diese Regelung zum Schutz der Anwohner für eine Bestrafung hält, will eindeutig nur Radau machen.

Dieter Fries

Ausgehuniform wäre besser

25. Juni: „Bundespräsident Steinmeier dankt Bundeswehr für Hilfe“

Gute Unterstützung durch die Bundeswehr. Keine Frage! Aber im Impfzentrum meiner Wahl saßen die Damen und Herren alle im „Kampfanzug“ auf ihren Plätzen. Muss man die alten Leute in Pflege- und Altenheimen so erschrecken? Die Ausgehuniform wäre da wohl passender gewesen. Schade.

Heinz Koopmann

Die üblichen Versprechen

22. Juni: „So will die Union die Wahl gewinnen. Keine Spur mehr von Konkurrenz: CDU-Chef Laschet und CSU-Chef Söder stellen ihr Programm vor“

Hurra. Da sind sie wieder. Die nahezu üblichen Versprechen von Wohltaten für unser Land. Mehr Geld, viel mehr Geld ausgeben für unser Volk. Nur ohne Einschnitte oder strikt abgelehnte Steuererhöhungen wird es nicht funktionieren. Also Herr Laschet, Wahlkampf ist ja schön. Aber dann muss man auch mal die Wahrheit sagen und nicht um den heißen Brei herumreden. Wenn Deutschland mehr Geld ausgeben will, muss das gegenfinanziert werden oder etwa nicht? Das „Wahlprogramm“ der CDU zeigt hier keine Lösungen. Kurz gedacht und schlecht gemacht. Traurig!

Axel Pabst

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