Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 17. April 2021

Lesedauer: 4 Minuten

Wo ist der Zusammenhang?

15. April: „Corona-Zahlen steigen plötzlich wieder stark an. Inzidenz springt auf 150. Alle Bürger dürfen sich mehrfach wöchentlich testen lassen. Behörde nennt bisherige Kosten für das Impfzentrum“

Die Corona-Zahlen steigen, der Inzidenzwert steigt, die Maßnahmen, Menschen von allem fernzuhalten, werden verschärft. Aber einen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Fallzahlen und der Zunahme der Tests gibt es offiziell nicht. Seltsam. Wahrscheinlicher ist doch, dass die positiven Schnelltests, die den Gesundheitsämtern gemeldet werden, nicht gesondert erfasst werden und dass niemand diese Anforderung stellt. Denn: hohe Inzidenz, wenig Begründungen, bequemes Durchregieren und für die Menschen den Alltag kurzhalten. Kann man machen, muss man aber nicht. Transparenz bei den Infektionszahlen sollte sein, das schafft Akzeptanz.

Christine Friedrich, Hamburg

Ich bin fassungslos und traurig

14. April: „Die Hamburger Limonade, die keine sein darf. Warum auf Lemonaid-Flaschen Warnhinweise wegen zu geringen Zuckergehaltes stehen“

Seit ewigen Zeiten ist bekannt, dass Zucker nicht nur dick macht, sondern als Folge übertriebenen Genusses irgendwann zu schweren Stoffwechselerkrankungen führt, auf Dauer einen Vitamin- B12-Mangel zur Folge hat und unseren Knochen Calcium raubt, weil das dem Zucker beim Raffinadeprozess (nur damit er schön weiß und rieselig wird) entzogen wird, der Körper Calcium aber wiederum braucht, um den Zucker verstoffwechseln zu können. Also holt er es sich aus den Knochen. Und dann kommt einer daher, klug, gescheit, mit unternehmerischem Geist, aber gleichzeitig mit der Maxime „Leben und leben lassen“, indem er von seinen Gewinnen etwas für gute Zwecke abgibt und auch noch darüber nachdenkt, was gesund ist. Dann kommt ein Zweiter daher, beseelt von den bürokratischsten aller bürokratischen Geister und unterstützt von Lobby und weltweiter Großindustrie, immer noch nicht begreifend, dass gesunde Ernährung und weniger Zucker voll im Trend liegen und sagt aus reiner Prinzipienreiterei, dass diese hervorragende Idee so nicht umgesetzt werden könne. Ich bin fassungslos und traurig.

Isolde Stabenow

Bewerber – seien Sie gewarnt!

14. April: „Machtkampf um Merkel-Nachfolge eskaliert. Erbittertes Duell zwischen Parteivorsitzenden Laschet und Söder – Friedrich Merz wirft dem CSU-Chef Demontage des CDU-Vorsitzenden vor“

Achtung Kanzlerkandidat dringend gesucht: Gute Umgangsformen, freundliche Ausstrahlung, starke Persönlichkeit, mitreißender Redner, eiserner Wille, innovative Ideen, große Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit usw. Bewerbungen bitte umgehend an die Bundesgeschäftsstelle der CDU senden. Aber: Seien Sie gewarnt, eine Unterstützung können Sie nicht erwarten, denn wir demontieren gerade unseren Vorsitzenden.

Fred Bonkowski

Die Umfragen sind deutlich

Die CDU wäre in diesem Fall gut beraten, über den eigenen Schatten zu springen und den aussichtsreichsten Kandidaten zu nominieren. Die Umfragen, insbesondere in der potenziellen CDU-Wählerschaft sprechen eine deutliche Sprache. Wer das ignoriert, hat das Kanzleramt bereits verloren. Die Wähler wollen nach 16 Jahren Merkel, kein „weiter so“. Das ist der Hauptgrund, warum Herr Laschet scheitern wird. Dazu braucht man kein Prophet sein, man muss sich nur die Zahlen ansehen. Mit Herrn Söder hätte man auch die Chance, potenzielle AfD-Wähler zurück zu gewinnen, das ist mit Herrn Laschet schlicht nicht vorstellbar. Die CDU muss ihre Blase verlassen und staatspolitisch vernünftig handeln.

Christiane Dornecker

Die Realität sieht anders aus

15. April: „Ganztagsbetreuung: Giffey macht Druck auf Bundesländer“

Und wieder einmal wird versucht, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Wie kann ich einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung von Grundschulkindern versuchen durchzudrücken, wenn es dafür weder das geeignete Personal (geschweige denn genügend) noch die geeigneten Räumlichkeiten gibt? So wird wieder einmal fälschlicherweise jungen Familien suggeriert, es sei problemlos möglich, die Kinder unterzubringen, während beide Elternteile ohne schlechtes Gewissen voll berufstätig sind. Und dabei werden noch Hausaufgaben, Sport- und Spielangebote erledigt, leckeres gesundes Essen gibt es auch und noch eine Drittsprache und ein Musikinstrument werden gelernt. Wow! Nur sieht die Realität leider anders aus: zu viele Kinder werden von nur einer Pädagogin betreut, zu viele Mitarbeiter/innen fallen immer wieder durch Krankheit aus, immer mehr Kinder mit „herausforderndem Verhalten“ benötigen immer mehr Aufmerksamkeit. Zu wenig Schulen haben auch die räumlichen Möglichkeiten für ein solches Angebot. Bevor ein Rechtsanspruch durchgesetzt werden kann, müssen erst die Bedingungen geschaffen werden! Das wäre geschultes, motiviertes Personal, sinnvolle Auswahl an Nachmittagsangeboten und geeignete Räumlichkeiten inklusive Mensa.

Babette Geißler