Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 23. März 2021

Lesedauer: 7 Minuten

Das ist beschämend!

19. März: „Nullrunde für Millionen Rentner. Erstmals seit 2010 fällt die jährliche Erhöhung aus. In Ostdeutschland gibt es nur eine Mini-Anhebung“

Russland hat 144 Millionen Einwohner und 450 Abgeordnete. Die USA haben 326 Millionen Einwohner und 435 Abgeordnete. Deutschland jedoch mit nur 82 Millionen Einwohnern hat sage und schreibe 709 Abgeordnete, und da sind die Berater nicht dabei die teilweise bis zu 340 Euro die Stunde bekommen. Aber es war ja klar, dass zuerst unsere ohnehin schon sehr bedürftigen Rentner eine Nullrunde hinnehmen müssen. Das ist einfach nur beschämend was hier in der Politik gerade abgeht! Mir fehlen die Worte!

Martina Rozyk

Steckt eine Ideologie dahinter?

19. März: „AstraZeneca sicher und wirksam“

Warum bitte schön wird das Impfen mit AstraZeneca in Hamburg nicht umgehend wieder aufgenommen? Welche Ideologie steckt dahinter? Woanders wird dieses Mittel doch ab heute wieder geimpft. Wir, die wir zur Hochrisikogruppe gehören, aber noch nicht 80 Jahre alt sind, bekommen keine Impftermine. Es wird bei 116117 auf die über 80- Jährigen verwiesen und auf Berufsgruppen, die jetzt in der Gruppe 2 vorgezogen werden. Wir sind darüber traurig und empört. Bitte machen Sie Frau Leonhard Feuer unter dem Hintern.

Ingrid Köpcke, Hamburg

Wirtschaft reagiert

19. März: „Corona beschleunigt das Aus für den A380“

Corona schafft ein Umdenken in fast allen Lebensbereichen. Die Wirtschaft reagiert am schnellsten und schafft den A380 ab bzw. parkt ihn für hoffentlich bessere Zeiten. Parallel geht es auch den Büroarbeitsplätzen an den Kragen die zum Teil bereits in Home-Office-Plätze umgewandelt wurden. Ähnlich geht es dem Einzelhandel. Aber die schnelle Reaktion bleibt zunächst aus, sonst wäre zum Beispiel endlich ein Forum Innenstadt mit entsprechender Handlungsvollmacht installiert worden oder zumindest die Einzelhandelsflächen in der geplanten HafenCity reduziert worden. Es ist zu wünschen, dass auch Behörden sich flexibler geben und an den Entscheidungen aus der Vor-Corona-Zeit nicht krampfhaft festhalten.

Bruno Brandi

Verantwortungsloses Handeln

20./21. März: „Jetzt heißt es durchhalten. Die kleine Freiheit in Corona-Zeiten ist vorbei - aber Hamburgs Senat handelt richtig“

Das von Frau Gall dargestellte Szenario vergisst, dass es die Politiker geschafft haben, das anfangs vom Bürger entgegengebrachte Vertrauen durch verantwortungsloses Handeln mehrfach zu enttäuschen und zutiefst zu zerrütten. Niemand hat einen Fünf-Jahres-Plan erwartet, aber das ständige Entscheiden auf Sicht, das immer wieder Zitieren des „Lichts am Ende vom Tunnel“ haben die Glaubwürdigkeit nicht aufgebaut. Das Volk als „Souverän“ hat in einem Jahr an Bedeutung verloren, die vollmundigen Ankündigungen der Politiker hinsichtlich Masken-, Test-, Impfstofflieferungen und die eingetroffenen Realitäten haben das Vertrauen in diesen Personenkreis stark negativ beeinflusst. Vom souveränen Handeln, also der überlegenen Beherrschung einer Aufgabe, kann nicht gesprochen werden; schlimmer noch: auffallend schwache Amtsinhaber dürfen ohne Konsequenz weiter mit schwachen Auftritten glänzen. Das nur die besten Kräfte an die Spitze von Ministerien gehören, hat sich scheinbar in Berlin noch nicht durchgesetzt. So hofft man dort eiertänzelnd bis zur Bundestagswahl regieren zu können. Und nicht zu vergessen: Deutschland ist schon einmal krachend mit Durchhalteparolen gescheitert.

Norbert Herzberg, Pronstorf

Informationen vorenthalten

20./21. März: „Die unbequeme Wahrheit über Corona. Das die Bezirke Hamburg-Mitte und Harburg stärker betroffen sind, ist für Experten kein Zufall. Aber die Debatte hat der Senat lange gescheut.“

Den Bürgern in Hamburg wird in der Corona-Zeit viel abverlangt. Und gleichzeitig werden ihnen wertvolle und interessante Informationen vorenthalten. Es hat nichts, aber auch gar nichts, mit Rassismus und Diskriminierung zu tun, wenn man sich fragt, woher die hohen Infektionszahlen in Hamburg kommen. Und wenn der Senat jetzt die Zahlen der einzelnen Bezirke nennt, dann ist das auch wieder nur Verschleierungstaktik. Wirklich aussagekräftige Zahlen ergeben sich nur, wenn die Zahlen nach Stadtteilen veröffentlicht werden. Bekanntlich sind die Bezirke in der Bevölkerungsstruktur sehr unterschiedlich. Für den Bezirk Mitte macht es sicher einen Unterschied, ob wir über die Innenstadt oder Hamm/Horn reden. Ein wichtiges zweites Kriterium muss die Altersstruktur der Infizierten sein, und zwar in kleinen Schritten von fünf Jahren. Für mich bleibt die Frage, ob der Senat diese Zahlen so dezidiert nicht hat oder nicht veröffentlichen will oder veröffentlichen darf. Womit wir dann wohl wieder beim Datenschutz wären.

Bernd Glodek, Schnelsen

Online als Chance

20./21. März: „Die Gitarre im Arm, der Lehrer auf dem Bildschirm. Instrumentalunterricht für Kinder findet nach wie vor unter schwierigen Bedingungen statt - in der Regel online. Private Musikschulen äußern „Unmut“ im offenen Brief.“

Auch wenn der Instrumentalunterricht per PC kein vollwertiger Ersatz für die Präsenz ist, so bin ich als Cellolehrer in Zeiten der Pandemie dennoch unendlich dankbar für die Möglichkeit, digital weiter meinen Beruf ausüben zu können. Ohne Sorge vor Ansteckung und ohne schlechtes Gewissen der Allgemeinheit gegenüber. Mit einer offenen und positiven Einstellung ist, so zumindest meine Erfahrung, ein effektiver und bisweilen auch erfüllender Musikunterricht möglich. Bis zur, auch von mir herbeigesehnten, Wiederkehr des öffentlichen Lebens scheint mir noch etwas Geduld das Gebot der Stunde zu sein.

Rolf Herbrechtsmeyer

Diskriminierung von Frauen

22. März: Kommentar: „Frauen an die Fußball-Macht. Ein unglaublicher Fall zeigt, was Vereinen und Verbänden fehlt.“

Vielen Dank für diesen Artikel! Nicht nur wegen der Aufklärung des Sachverhalts, was auch bei mir für Empörung sorgte, sondern auch, weil ich im Laufe des Lesens aufgrund Ihres Satzes: „Zu Recht fragt man sich, ob der WDFV einen Vogel habe“, so laut lachen mußte, dass mein Mann auch sofort diesen Artikel las, der an sich ja nicht lustig ist, angesichts der Tatsache, dass Frauen von „gewissen“ Männern, vor allem anscheinend im Fußball, immer noch diskriminiert werden. Aber da der im Artikel beschriebene U-23-Trainer Vogel heißt, reizte es mich zu einer Lachsalve. Danke dafür, der Montag morgen ist gerettet.

Gisela Seib, Eidelstedt

Kampf gegen die Bürokratie

13./14. März. „Schade, eigentlich. Ein behindertes Kind zu haben kann sich anfühlen wie das ganz große Glück. Wäre da nicht der tägliche Kampf gegen die Mühlen der Bürokratie. Es ist Zeit, dass sich das ändert. Ein Essay.“

Der Bericht von Iris Mydlach hat mich sehr berührt. Er macht deutlich, wie schwer der tägliche Kampf gegen die Bürokratie ist. Und das in der heutigen Zeit, wo wir uns doch wie selbstverständlich fast alles „leisten“ können, wenn nicht gerade die Pandemie unser Leben beherrscht. Obwohl heutzutage der Inklusionsbegriff in aller Munde ist, ist er doch schwer umsetzbar. Inklusion bedeutet, dass alle Menschen als wertvolle Mitglieder der Gemeinschaft gesehen und respektiert und nicht ausgegrenzt werden dürfen. Frau Mydlach berichtet von den vielen Hindernissen, die ihren Alltag und damit das Familienleben verändern und erschweren. Bewundernswert und anerkennend habe ich den Bericht gelesen und wünsche der Familie Kraft, Ausdauer und weiter Mut!

Sabine Budeweit