Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 20. März 2021

Lesedauer: 7 Minuten

Endlich mal eine Erklärung...

19. März: Sportplatz: „Mit Bewegung das Corona-Risiko reduzieren“

Dieser Bericht von Herrn Prof. Klaus-Michael Braumann spricht mir aus der Seele. Endlich mal eine Erklärung, dass man auf sich selber achten muss und wie wichtig Bewegung ist. Ich war auch froh zu lesen, dass endlich mal nicht auf die Impfungen hingewiesen wurde.

Danica Hubrich

Entspannt sind wir nicht

19. März: „Hamburg ruft 500.000 Masken zurück. Die vom Bund gelieferte Corona-Schutzausrüstung erfüllt Standards nicht. Schulen und Polizei betroffen.“

Es ist sagenhaft: Erst waren es die Visiere, die schützen sollten. „Überraschend“ boten die dann doch keinen Schutz, da an den Seiten offen. Jetzt, trotz mehrstufiger Testung, qualitativ minderwertige KN95-Masken. An deren Stelle sollen die blaugrünen, an den Seiten nicht abschließenden OP-Masken den notwendigen Schutz gewährleisten. So ausgerüstet sollen die Lehrer/-innen dann nicht nur unterrichten, sondern in Eigenregie ihre Schüler testen. Sieht man im Fernsehen Bilder, dann testen dort Menschen in Schutzanzügen, mit FFP2-Masken, Handschuhen und Schutzbrillen. Meine Frau ist Grundschullehrerin, sie arbeitet (noch ungeimpft) mit privat beschafften FFP2-Masken. Entspannt sind wir nicht.

Tilman Stein

Kein Gewissen?

19. März: „,Ich habe Fehler gemacht‘: Hamburgs Erzbischof tritt zurück“

Er bietet dem Papst seinen Rücktritt an. Jetzt! Nachdem er überführt wurde. Nachdem seine Verfehlungen öffentlich gemacht wurden. Hat dieser Mann kein Gewissen? Wissen um eine Sünde, um eine eigene Sünde, die ihn nicht zur Reue brachte? Er hat geschworen, die Zehn Gebote zu befolgen, danach zu leben. Gilt das nur, solange die anderen zusehen? Und wenn es keiner merkt, muss ich mich nicht daran halten? Spätestens als die Untersuchungen anfingen, hätte er zurücktreten müssen.

Ulrich Schröder

„Scharhörn“ ist die Lösung

17. März: „Elbvertiefung – nach 15 Jahren ist es geschafft. Komplette Freigabe in der zweiten Jahreshälfte. Die Wirtschaft ist zufrieden, Umweltschützer sind enttäuscht. Wie geht es mit dem Schlick weiter?“

15 Jahre für ein Werk, dass in drei Jahren zu erledigen war, sind typisch für das heutige Deutschland. Die Anzahl der Schiffe im Ostasiendienst wird weiter wachsen. Der Suez-Kanal ist kein Hindernis. Rotterdam und Antwerpen werden noch größer werden. Der Tiefwasserhafen bei Scharhörn, den schon die Bürgermeister Weichmann und Kern wollten, ist die Lösung der Hamburger Probleme. Die Elbe kann nicht weiter vertieft werden. Künftig kommt nur noch die Ladung, die hier benötigt wird zu uns. Umladungen aus den Fernverkehren für Skandinavien erfolgen in anderen Häfen.

Reimer Göttsch

Eine pragmatische Maßnahme

17. März: „Wie eine Krise in der Krise. Warum das vorläufige Aus für den Impfstoff von Astrazeneca so ärgerlich ist“

Zum wiederholtem Mal versagt unsere Regierung. Statt dem Paul-Ehrlich-Institut einen Gegenvorschlag zur Aussetzung abzuverlangen oder selbst zu machen, wird zögerlich und völlig unsensibel der Einsatz von Astrazeneca ausgesetzt. Zur Überbrückung hätte man die Impfkandidaten von Astrazeneca auf „Männlich über 50“ einschränken können, denn diese Thromboseprobleme hatten fast ausschließlich Frauen unter 50 Jahren. In Großbritannien hat man überwiegend ältere Mitbürger mit Astrazeneca geimpft und keine besonderen Probleme festgestellt, im Gegenteil: besserer Schutz als mit dem Biontec-Vakzin. Außerdem sollten wir sofort von der EU einen Ausfuhrstopp aller innerhalb der EU hergestellten Vakzine nach Großbritannien und den USA erwirken, solange bis diese beiden Staaten sich von ihrer egoistischen Abschottung verabschieden. Weiterhin sollte die Regierung der Bundesrepublik unverzüglich den russischen Impfstoff Sputnik V in erheblicher Menge bestellen und sobald zugelassen, auf freiwilliger Basis zur Impfung anbieten. Das wären pragmatische Maßnahmen, um die Krise etwas besser in den Griff zu bekommen.

Michael Möller

Das ist eine verlogene Moral

17. März: „Keine Segnung für Homosexuelle: Kritik am Vatikan“

Wie kann die vatikanische Glaubenskongregation sich nur anmaßen zu behaupten, die Segnung homosexueller Paare entspräche nicht den Plänen Gottes. Was für eine verlogene Moral, die die katholische Kirche ins Feld führt, um ihre Geisteshaltung zu rechtfertigen. Man ist versucht, das „Responsum ad Dubium“ als Ausdruck einer menschenverachtenden Einstellung zu charakterisieren, die homosexuelle Paare als Menschen zweiter Klasse herabstuft. Es ist zu hoffen, dass dieses päpstliche Edikt von den Bischöfen missachtet wird, um weiteren Schaden von der katholischen Kirche abzuwenden.

Dr. Claus Rabe

Club für radelnde Minderheit

17. März: „Radfahren: Hamburg wieder nur ,ausreichend‘. Hamburg in ADFC-Umfrage auf Platz sieben: Beklagt werden zu schmale Radwege und falsch parkende Autos“

Dem ADFC scheint nicht klar zu sein, dass er für eine radelnde Minderheit spricht, die für ihre Verkehrswege im Gegensatz zu den Fahrzeughaltern nichts bezahlen. Man staunt mit welcher Arroganz und Selbstherrlichkeit von diesen Leuten breitere Wege eingefordert werden. In meinen Umfeld kenne ich niemanden der in Kopenhagen oder in einer Fahrradstadt leben will, die meisten beschweren sich eigentlich nur über den stetig wachsenden Parkplatzmangel. Das Fahrrad ist und bleibt ein Schönwetter-Vehikel für Kurzstrecken und kann und wird nie das Auto ersetzen können.

Armin Dreier

Die Kasse stimmt immer

18. März: „Studie: Immobilienpreise steigen bald nicht mehr. Laut einer Prognose der Deutschen Bank endet der Boom in Hamburg 2022. Gründe sind weniger Zuwanderung und das bereits hohe Preisniveau“

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Cui bono? Nützt es Hamburger Wohnungssuchenden? „Hamburgs Wohnungspolitik ist (...) nicht nur sozialpolitisch, sondern auch angebotsorientiert und damit vorbildlich.“ Das kann auch nur ein Banker sagen, der Geld aus dem Nichts schöpft, es als Immobilienkredit verleiht und noch gut daran verdient. Mit der Inflation der Immobilienpreise steigt auch die Kredithöhe. Wo früher 100.000 Euro zu fünf Prozent als Kredit gewährt wurden, sind es heute 500.000 Euro zu einem Prozent. Die Kasse stimmt immer. Das Angebot mag für potente internationale Kapitalanleger ja stimmen. Aber stimmt es auch sozialpolitisch? Gebaut wird wie der Teufel. Aber Mitte der 1970er-Jahre gab es in Hamburg noch ca. 400.000 Sozialwohnungen, heute sind es nur noch um die 80.000. Und aus dem versprochenen Drittelmix an Sozialwohnungen ist in den letzten Jahren nach der Anzahl der fertiggestellten Wohnungen ein Viertelmix und nach der Wohnfläche ein Fünftelmix geworden. Vorbildlich?

Helgo Klatt, Hamburg

Was ist mit den Fahrrädern?

16. März: „Bezirke schaffen Parkzonen für E-Scooter. Im Schanzenviertel gibt es ab sofort vier fest definierte Abstellbereiche. Auch in der Innenstadt gelten von morgen an neue Regeln“

Als Grund wird angeführt, dass die Scooter ansonsten wild abgestellt werden und Fußgänger gefährden. Um die neuen, zahlreich im Stadtbild auftauchenden knallroten Leihräder der Uber-Tochter kümmert man sich aber nicht. Die stehen zwar auch kreuz und quer im Verkehrsraum herum, aber das sind ja Fahrräder – und Fahrräder und Radfahrer haben in der Möchtegern-Fahrradstadt Hamburg ja Narrenfreiheit.

Dr. Thomas Koch