Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 17. März 2021

Lesedauer: 8 Minuten

Die Regierung versagt erneut

16. März: „Thrombose-Gefahr: Deutschland stoppt Impfung mit AstraZeneca

Erneut versagt unsere Regierung fundamental in der Corona-Politik. Bei der Entscheidung zum Stopp von AstraZeneca darf es in der jetzigen Situation nicht um die Frage der absoluten Sicherheit des Impfstoffes gehen, sondern um eine Risikoabwägung. Das Risiko, dass Menschen der vulnerabelsten Impfgruppen eins und zwei durch den Impfstopp an Corona erkranken und sterben, ist ungleich höher als eine Hirnblutung zu erleiden. Im letzteren Fall reden die Experten von sieben zu fünf Millionen im Umfeld der Impfung, ohne einen tatsächlichen Zusammenhang zur Impfung überhaupt zu bestätigen. Es sind sehr selten auftretende Verdachtsfälle. Wir reden damit in der jetzigen Lage leider über ein Luxusproblem, dass wir uns jetzt kaum leisten können. Am Ende kann letztlich auch jeder für sich selbst entscheiden, welches Risiko höher bewertet wird. Es wird niemand zur Impfung mit AstraZeneca verpflichtet. Es zeigt sich damit leider erneut, dass in unserer Regierung keine Macher, sondern Bürokraten sitzen, die mehr die absolute Risikominimierung und Enthaftung als den maximalen Bevölkerungsschutz im Fokus hat.

Martin Weinmann, Hamburg

Mehr Mut zum kleinen Risiko

Ich halte den Stopp der Impfung mit AstraZeneca für fragwürdig. Es ist zwar richtig zu prüfen, ob ein direkter Zusammenhang mit den Todesfällen wegen Thrombosen der Hirnvenen besteht. Zu bedenken sind aber auch die sicher auftretenden durch Corona verursachten Todesfälle, weil eine Impfung eben nicht bzw. erst später stattfand. Die möglichen Fälle der Toten wegen Thrombosen nach einer Impfung mit AstraZeneca, laut Herrn Spahn derzeit sieben der in Deutschland 1,6 Millionen Geimpften, stehen doch in einem sehr viel geringeren Verhältnis zu den durch nun verspätete Impfung folgenden Corona-Toten. Hier ist deutschlandweit sicher mit einer dreistelligen Zahl zu rechnen. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen, die das minimale Impfrisiko von einem Hunderttausendstel in Kauf nehmen, weiterhin geimpft werden dürfen. Liebe Politiker, haben Sie mehr Mut zum sehr kleinen Risiko. Deutschland hat bereits viel Zeit durch das Impfdesaster verloren und damit auch viele unnötige Corona-Tote zu verantworten. Dies ist nur nicht direkt in Zahlen messbar, Impftote schon. Ich als 54-Jähriger würde mich über eine zeitnahe Impfung mit AstraZeneca sehr freuen.

Holger Schlaaff, Hamburg

Alarmstufe eins

16. März: „Wahlsieger Scholz. Die Ausgangslage für den Hamburger hat sich am Sonntag deutlich verbessert“

Es bedarf nicht vieler Worte: Ist der G20-Gipfel in Hamburg schon vergessen? Und Cum-Ex? Beide Ereignisse, die bis heute nicht vollständig aufgeklärt sind, haben Unsummen an Steuergeld und vor allem Vertrauen in die Politik gekostet. Und die Folge: Der Verantwortliche verlässt Hamburg nach Berlin in höhere Ämter. Und dieser Mann, der derzeit von der Schwäche der Mitbewerber profitiert, soll unser Kanzler werden? Alarmstufe eins.

Axel Zimmerman

Chaos endlich beseitigen

16. März: „Bezirke schaffen Parkzonen für E-Scooter“

Endlich wird etwas unternommen, das abartige Chaos, verursacht durch diese Elektroroller, zu beseitigen. Allerdings herrscht dieses Chaos überall und nicht nur an den Brennpunkten in der Innenstadt oder in einem Szeneviertel. Es ist dringlich, überall in der Stadt gegen das unverantwortliche Abstellen von Rollern anzugehen, die eine Gefahr für alle Fußgänger, aber insbesondere für Behinderte darstellt. Es gibt inzwischen so viele verbügelte Strecken, an denen das Abstellen mühelos möglich ist, ohne die Bürgersteige zu vermüllen. Auch sollte die Polizei ermächtigt werden, Strafzettel auszustellen bei verkehrswidrigem Verhalten oder auch Abstellen. Es gibt schließlich den § 1 der StVo. Und die Roller haben ja alle Kennzeichen. Mir wurde von Seiten der Polizei mitgeteilt, dass es nicht vorgesehen ist, Strafanzeigen auszustellen. Warum eigentlich nicht?

Herbert Nölting

Strafzettel für Scooter

Unglaublich, dass die Gemeinschaft der Steuerzahler jetzt für den Missstand einiger Unternehmen Flächen und Geld zur Verfügung stellen will. Warum werden nicht endlich die in großer Anzahl falsch geparkten, mit Nummernschildern versehenen Fahrzeuge mit Straftickets versehen? Die Vermieter können leicht feststellen, wer das Fahrzeug zuletzt abstellte und durch Versendung eines Bildes des letzten Abstellortes belegen. Strafmandate, könnten die Kassen füllen, und die kreuz und quer abgestellten Scooter würden sicher bald in der Masse so abgestellt werden, dass sie weitere Gehwegnutzer nicht gefährden.

Olav Henry Dohrn

Ein Kraftwerk für Namibia

15. März:„Brennholz aus Afrika für Fernwärme? Der große Streit“

Um Schuld aus der deutschen Kolonialzeit zu tilgen, fände ich es angemessen, ein Kraftwerk auf Basis von Verbrennung von Holzpellets in Namibia zu bauen und natürlich ein Werk, welches die Holzpellets aus dem Buschholz verarbeitet. Das fördert den Umweltschutz in Namibia und hilft beim Einsparen von unsinnigen Holztransporten nach Deutschland. Wenn Holz in Hamburg verbrannt werden soll, dann doch bitte die Millionen Kubikmeter Holz, die aus den „Industriewäldern“ stammen, geschädigt durch Windbruch, Trockenheit, Borkenkäfer und Pilzerkrankungen. Es entfällt der lange Transportweg, es können Mischwälder angelegt werden mit all ihren Vorteilen und ein Waldbrand hätte es deutlich schwerer sich auszubreiten!

Jörg W. Biehl, Pinneberg

Vögel brauchen Bäume

13./14. März: „Dächer von Bushaltestellen sollen zur Grünfläche werden“

Da werden in Hamburg ohne Ende gesunde Bäume abgeholzt für Velorouten, die keiner befahren wird außer einiger Freizeitsportler, für Neubauten, die keiner bezahlen kann und für Büros, die keiner mehr braucht. Und es wird verdichtet und versiegelt wie nichts Gutes. Gärten verschwinden komplett. Um diesen ganzen Frevel wieder auszugleichen, sollen nun die HVV-Dächer begrünt werden. Weder Insekten noch Vögel werden sich bei dem Lärm und Gestank dort einen Lebensraum suchen. Vögel brauchen Bäume und Insekten eine abwechslungsreiche, grüne Vielfalt. Das scheint man bei den Grünen nicht zu wissen.

Sylvia Nitze

Frische Infos und Perspektiven

13./14. März: „Schade eigentlich. Ein behindertes Kind zu haben kann sich anfühlen wie das ganz große Glück. Wäre da nicht der tägliche Kampf gegen die Mühlen der Bürokratie. Es ist Zeit, dass sich das ändert“

Ein toller Bericht von Iris Mydlach, wie es eben ist als Familie mit einem Kind mit Behinderung, wo es Spaß und Support gibt, aber auch Berührungsängste und dichtesten Verwaltungsdschungel. Was andere fassungslos macht, ist unser Alltag. Ich möchte ermutigen, den Weg zum Elternverein von „Leben mit Behinderung Hamburg“ zu finden. Hier gibt es Begegnungen, frische Infos und Perspektiven. Wir wurden Mitglied, als unser Sohn Pelle noch klein war und seitdem sind die Chancen auf das nötige Bewusstsein immer gestiegen: Gemeinsam sind wir stärker!

Kerrin Stumpf, Leben mit Behinderung Hamburg Elternverein e.V.

Ich habe sofort gespendet

13./14. März: „,Helft mir, mir läuft die Zeit davon‘. Franziska Himmler hat Multiple Sklerose. Ihre einzige Chance, die tückische Krankheit zu stoppen, ist eine Stammzelltherapie“

Der Artikel ist so berührend und emotional, dass ich sofort gespendet habe. Ich selbst bin 82 Jahre alt, und das Leben fordert uns alle in diesen Zeiten stark heraus. Ich wünsche Franziska Himmler viel Glück und Erfolg, damit sie bald das Geld für die OP bekommt.

Thea Behrens