Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 26. Februar 2021

Lesedauer: 8 Minuten

Fakt ist Viren-Forschung

25. Februar: Gastbeitrag: „Wiesendangers Wuhan-Studie ein wichtiger Anstoß“

Ich schließe mich Herrn Strate an. Fakt ist die weltweite, auch in Wuhan stattfindende gefährlichkeitsverändernde Forschung an Viren. Die schnelle, weltweite Verbreitung ist ein Indiz dafür. Alles weitere ist einerseits natürlich Futter für Verschwörungstheorien, andererseits gibt es aber keinen Gegenbeweis. Kein technischer Bereich, z.B. AKW oder chemische Industrie, ist hundertprozentig sicher. Vom Vorsatz mal abgesehen, passiert in allen Bereichen immer mal etwas. Man muss aber kein Chemiker sein, um ein Leck in einer Leitung festzustellen – und kein Virologe in diesem Fall. Die von Wiesendanger erhoffte Draufsicht durch möglichst viele Disziplinen scheint sinnvoll – „Studie“ hin oder her. Eine Absprache mit Uni-Präsident Lenzen wurde bislang nicht dementiert. Was wäre denn, wenn die Vermutung eindeutig bewiesen würde? Doch soweit kommt es natürlich nicht, denn: Es kann nicht sein, was nicht sein darf!

Holger Schütz

Mein Dank an Herrn Dr. Strate

Vielen Dank an Herrn Dr. Strate bezüglich der Aufbereitung aller Daten zur Coronaentstehung. Es geht ja tatsächlich darum weiterzuforschen, zu untersuchen, zu diskutieren und auch uns für die Zukunft zu schützen. Hier sollte man alle Disziplinen beteiligen und nicht nur einäugig schauen. Soweit ich weiß, ist das auch der Ansatz von Herrn Wiesendanger. Forschung sollte das aufnehmen, statt reflexhaft wegzubeißen. Übrigens stimme ich Herrn Dr. Strate auf ganzer Linie zu, dass dies auch die Pflicht eines unabhängigen Journalismus ist. Was nützt es uns, wenn aus jedem Horn das gleiche getutet wird. Wie können wir uns dann noch entwickeln? Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich rede von Informationen und keinesfalls von Desinformation.

Britta Sponnagel

Schuld ist nicht Herr Spahn

25. Februar: „Der Entzauberte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schlittert von einer Panne in die nächste – das schadet seinen Ambitionen“

Herr Spahn ist nicht für die Schlechtleistung bezüglich der Impfstoffbeschaffung verantwortlich, sondern einzig und allein die Bundeskanzlerin. Sie hat Herrn Spahn gezwungen, seine Aktivitäten hinsichtlich der Impfstoffbeschaffung für ganz Europa, die schon gut und weit gediehen waren, abzubrechen. Grund: Sie wollte das Thema als „große europäische Geste“ der EU überantworten. Und die EU in Person von Frau von der Leyen sowie ihrer Mitarbeiterin Frau Kyriakides haben eine mit Schulnote „6“ zu bewertende Nichtleistung abgeliefert.

Joachim Willers

Mehr positive Botschaften!

24. Februar: „,Wir müssen die Impfstoffe feiern‘“

Langsam reicht es! Es liegt ja wohl unter anderem an der verheerenden Berichterstattung, dass AstraZeneca als der vermeintlich „schlechtere“ Impfstoff wahrgenommen wird. Wie wäre es, wenn mehr Stimmen wie die von Prof. Dr. Marylyn Addo zitiert werden würden? Es scheint so als hätten wir verlernt, positive Botschaften zu vermitteln und anzunehmen. Ebenso die Information, es wäre möglich, eine gerechte Impfreihenfolge aufzustellen, schafft falsche Erwartungen: Neid, Denunziantentum und Frust. Corona ist nicht gerecht. Wichtig ist doch, dass möglichst schnell so viele Leute wie möglich geimpft werden. Und wenn es geht, natürlich möglichst gerecht. Dieses Bestreben darf aber doch nicht zur Handlungsunfähigkeit und endlosen Debatten führen, ohne dass vorhandener Impfstoff verwertet wird!

Babette Geißler

Eine gute Spendenaktion

23. Februar: „Geschichts-Münzen sollen den Michel retten helfen“

In den 90er-Jahren und auch noch später wurden Spendenaktionen zur Rettung des Michels mit der Verewigung der Spendernamen auf Messingplatten ins Leben gerufen, die dann anschließend im Kirchenvorplatz platziert wurden. Schaut man sich heute die Vielzahl der gelegten Platten an, müssen die damaligen Aktionen sehr erfolgreich gewesen sein. Wenn ich heute mit meinen Enkeln den Michel besuche, suchen wir als erstes unsere Namen, was uns dann auch ein wenig stolz macht, dabei gewesen zu sein. Gleiches könnte ich mir heute auch noch einmal vorstellen, was zusätzlich zu den Gedenkmünzen ein Spendenanreiz wäre.

Thomas Fetzberger

Das nötigt mir Respekt ab

24. Februar: „,Das nächste Fiasko für Jens Spahn“‘. Schnelltests kommen später – das löst breite Kritik an Gesundheitsminister aus

Ich war nie ein „Fan“ von Jens Spahn. Aber die Tatsache, dass der Mann weiß, dass diese Pandemie ihn seine politische Lebensplanung kosten kann und er trotzdem immer wieder Entscheidungen trifft, diese kommuniziert und sich dafür der öffentlichen Kritik stellt, ohne in exkulpierender Weise mit dem Finger auf andere zu zeigen, nötigt mir Respekt ab. Vor allem in einer Zeit, wo diese Entscheidungen möglicherweise Menschenleben kosten können. Das Heer derjenigen, die, bar jeder Verantwortung, kein Mikrofon auslassen um kund zu tun, dass Spahn natürlich alles falsch macht und sie selbst die Lösungen für alle Probleme hätten, muss man ertragen, darf sich aber seinen Teil dabei denken und spätere Wahlentscheidungen daran ausrichten. Diese Pandemie trifft uns unvorbereitet. Alle, die verantwortlich dazu Entscheidungen treffen, machen Fehler. Mitunter mit fatalen Folgen. Aber das ist das Leben. Im Kleinen wie im Großen. Aber die Gesellschaft kann anschließend daraus lernen. Bis jetzt lerne ich jedoch, dass die Katastrophe wohl noch nicht groß genug ist, um auf Wahlkampfgetöse und Pflege persönlicher Eitelkeiten zu verzichten. Dieses Schmierentheater ist das eigentliche Fiasko.

Andreas Kaluzny

Die Bürger werden gegängelt

24. Februar: „Maske tragen auch beim Joggen. Hamburg verschärft Regeln drastisch“

So langsam verstehe ich den Hamburger Senat echt nicht mehr. In allen anderen Bundesländern machen die Schulen mit guten und vernünftigen Konzepten wieder auf. Viele mittlerweile sogar komplett. Auch die Blumenhändler und Gartenfachmärkte können wieder öffnen. Und was passiert in Hamburg? Da werden die Hamburger Bürger mal wieder gegängelt und wie kleine Kinder behandelt. Weil am letzten Wochenende an der Elbe viele Menschen ohne Maske unterwegs waren, dürfen jetzt alle Hamburger und Besucher auf sämtlichen belebten Plätzen und sogar beim Joggen eine Maske tragen. In den Schulen klappt der digitale Unterricht immer noch nicht, in den meisten Schulen sogar noch nicht einmal der normale Fernunterricht. Uns droht ein Corona-Jahrgang, ich spreche aus leidvoller Erfahrung mit einem Sohn im Abschlussklassenjahrgang. Hat der Senat noch mehr Einfallslosigkeiten? Ach ja, alle Kleinselbstständige, die jetzt keinen Umsatz machen dürfen, die lässt man am langen Arm verhungern. Anstatt sie zu bedauern und über mögliche Unterstützung nachzudenken, bittet man nur um Verständnis, ohne sich weiter um diese Beschäftigtengruppe zu kümmern. Da darf man sich nicht wundern, wenn wir im kommenden Jahr einen Anstieg bei der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen haben.

Michael Brachthäuser

Fitness-Zustand von Kindern

Was noch? Fast alles ist zu und fast nichts mehr erlaubt und jetzt soll es auch noch derartig absurde Regeln fürs Joggen geben? Unsere einzige Flucht aus dem derzeit mehr als tristen Alltag. Fehlt nur noch, dass diese neue Verordnung auch für Kinder gilt, die sich ohnehin kaum mehr nach Draußen treiben lassen. Am Sonntag habe ich „meinen“ Handball-Kindern einen Fitnessparcours im Stadtpark angeboten – Coronakonform natürlich. Ich war schockiert über den Fitness-Zustand einiger Mädchen und Jungs. Zehn Minuten am Stück joggen – im Training früher unser Warm-up – unschaffbar für einige Kinder. Die können nichts dafür.

Elke Becker