Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 22. Februar 2021

Lesedauer: 5 Minuten

Wohnungsleerstand beseitigen

21./22. Februar: „Der Kampf ums Traumhaus. Eine alte Geschichte fällt den Grünen nun auf die Füße – das Verbot des Eigenheims. Der Wahlkampf hat begonnen

Noch vor relativ kurzer Zeit wurde in Hamburg-Nord einem großen Unternehmen eine Baugenehmigung für Doppelhaushälften erteilt, obwohl der Kampf ums Traumhaus schon bei den Grünen brodelte. Zigtausend Bäume wurden gefällt und Grünflächen bebaut. Hamburg Nord ist inzwischen dichter besiedelt als andere Bezirke. Und es nimmt kein Ende. Jetzt müssen Laubenpieper ihre kleine, grüne Oase für einen Geschossbau aufgeben. Der Bezirksamtsleiter Herr Werner-Boelz sollte mal unter die Menschen gehen, mit ihnen reden und sich nicht nach Zahlen am Schreibtisch orientieren. Vielleicht wäre es auch im Interesse aller Bürger wichtiger, sich erst einmal um den Wohnungsleerstand in Hamburg zu kümmern. Schließlich ist auch Herr Werner-Boelz ein „Bürgervertreter“, der alles tun sollte, damit Hamburg eine „grüne Metropole“ bleibt und die Hamburger nicht ins Umland abwandern.

Gudrun Schuch-Nehrke

Ökologische Trittbrettfahrer

Die Aussage, die Ökobilanz falle im Geschosswohnungsbau besser aus, ist ein Irrtum. Erstens hinterlässt jeder Mensch einen ökologischen Fußabdruck. Die Umweltbelastung steigt deshalb auch mit jeder räumlichen Verdichtung, durch ein Mehr an Menschen. Sollte allen zu denken geben, die Verhältnisse wie in Megastädten dieser Welt für wünschenswert halten. Zweitens mögen sich der grüne Hofreiter oder jetzt auch Werner-Boelz freuen, wenn sie aus ihren schicken Münchner, Berliner und Hamburger Altbauwohnungen ins Grüne schauen können. Anders als sie selbst aber haben Eigenheimbesitzer, die jahrzehntelang Hypotheken abtragen mussten, Bäume gepflanzt und mit Blumen Bienen, Vögeln und Insekten Nahrung gegeben. Hofreiter und Werner-Boelz, die urbanen Großstädter, haben aus eigener Tasche ökologische Eigenleistungen nicht erbracht. Sie sind nichts anderes als ökologische Trittbrettfahrer.

Hans-Joachim Meissner

Preise und Mieten steigen

19. Februar: „Haspa will Negativzinsen ausweiten. Der Geldbetrag, für den das Verwahrentgelt gilt, dürfte schon bald deutlich sinken“

Durch die Ausweitung der Negativzinsen, heizt die Haspa den Immobilienmarkt immer weiter an. Die vermögenden Hamburger räumen ihre Konten und investieren ihr Kapital in Häuser und Wohnungen. Dadurch steigen die Preise und damit die Mieten. Wer kann sich als Normalverdiener noch eine schöne Wohnung leisten? Hauptschuld ist die europäische Zentralbank, die Europa mit einer Nullzinspolitik und billigem Geld flutet. Leidtragende sind die Normalverdiener.

Henning Butenschoen, Hamburg

Zuwächse für’s Kopfkissen

Nun wird man also auch bei der Haspa für die Vorsorge in Form von Bargeld bestraft. Das wird dem guten alten Kopfkissen enorme Zuwächse bringen. Außerdem sollen Filialen schließen und Personal abgebaut werden. Das ist ja eigentlich immer dasselbe Spiel, wenn man nicht weiter weiß. Die angedachten Nachbarschaftstreffs bringen mir als Bankkunde herzlich wenig. Ich möchte in einer Bank kompetent und zügig beraten, bzw. bedient werden und keine Weinverköstigung vornehmen und schon gar nicht in immer länger werdenden Schlangen warten müssen, siehe Filiale Ottensen.

Holger Karstens, Hamburg-Ottensen

Die Routine ist wichtig

19. Februar: „Das Leiden der behinderten Kinder in Zeiten der Pandemie. Schüler mit einem Handicap trifft der Lockdown besonders hart. Der Erfahrungsbericht einer Hamburger Familie“

Auch die Situation in den Werkstätten und den Wohneinrichtungen für behinderte Menschen ist äußerst angespannt. Wechselbetrieb, Masken tragen, fehlende Aufgaben und vertraute Routinen sind für erwachsene Menschen mit einer Behinderung eine unglaubliche Herausforderung. Arbeitsplätze im ersten Arbeitsmarkt entfallen unter Umständen ganz und das ungewollt „arbeitslos sein“ kann wirkliche Lebenskrisen auslösen. Wohneinrichtungen sind ähnlich vielen Kontakten ausgesetzt wie Pflege- und Altenheime und das Risiko entsprechend hoch. Tritt dort ein Coronafall auf, hat dies unter Umständen dramatische Folgen. Aufgrund eines positiven Kontakts ist die Wohngruppe unseres Sohnes jetzt zwei lange, quälende Wochen in Quarantäne. Noch sind zum Glück alle negativ. Welche Erleichterung aber wird es sein, wenn auch diese Einrichtungen durchgeimpft sind, damit die Menschen, die Corona nicht richtig verstehen können, ihr normales, gewohntes Leben wieder aufnehmen können. Dieses Leben ist häufig dann gut, wenn einfach nur die Routine läuft. Und zu dieser Routine gehören keine Restaurant- oder Theaterbesuche. Claudia Mohr

Geduld und gute Laune

16. Februar: „Impfen - so funktioniert’s“

Am 17. Februar hatte ich meinen ersten Impftermin, den ich in Begleitung meiner Enkelin wahrnahm. Wir beide waren vom ersten Augenblick an begeistert von den vielen Helfern, die an ihren grünen Masken leicht zu erkennen waren. Großartig, mit wie viel Zugewandtheit, Geduld und guter Laune man uns durch die Ausstellungshalle geleitete, bis hin zur Impfkabine. Herzlichen Dank dafür! Das gilt auch für die Ärztin und den Arzt, die anschließend die Impfung durchführten.

Lilo Palme