Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 5. Februar 2021

Lesedauer: 8 Minuten

Unbeschreibliches Impfdebakel

3. Februar: „So kann man mit alten Menschen nicht umgehen“

Das, was unsere Bundes- und Landesregierungen mit dem Impfdebakel veranstalten, ist unbeschreiblich. Egal wie Frau Merkel, Herr Spahn oder Herr Tschentscher das sehen. Die Krankenkassen haben alle Daten, die benötigt werden. Man hätte gegen Einwurf von kleinen Münzen diese mit der Verteilung der Impfdosen beauftragen sollen. Alles in eine Hand geben. Das wäre auch die Art von Helmut Schmidt gewesen. Erbärmlich, was unsere Politiker da wieder abgezogen haben. Aber was erwartet man schon von diesen Selbstdarstellern!

Ulrich Bismarck

Stimmung machen, hilft nicht

Es ist sehr bedauerlich, dass nicht mehr Impfstoff im ersten Quartal zur Verfügung steht. Es wurde anfangs so getan, als wenn es sofort mit vollem Tempo losgehen könnte. Allen Verantwortlichen war aber von vornherein klar, dass die Lieferverträge nicht mehr hergeben. Die Impfterminabstimmungen sind ein Desaster, obwohl genügend Vorlaufzeit vorhanden war, das hat mit den geringen Impfstoffmengen wenig zu tun. Ungeklärt ist zudem, wie und wann die nicht mobilen Alten, die kein Taxi nutzen können, geimpft werden. Man hätte sicherlich für Deutschland allein unsolidarisch mehr bestellen können. Wenn das Vorbild Israel mit den meisten Impfdosen pro Einwohner bei neun Millionen Einwohnern demnächst wegen fehlendem Nachschubs eine Pause einlegen muss, wie viele Impfdosen hätte die EU überhaupt bei einer früheren Bestellung maximal bei ca. 450 Millionen Einwohnern unter den derzeitigen Produktionskapazitäten abbekommen? Die USA mit sehr großen Produktionskapazitäten und einem Exportstopp dienen auch nicht als Vorbild. Es hilft wenig, Stimmung gegen die EU und die Regierung zu machen und sich dann wundern, wenn die Unzufriedenheit insgesamt zunimmt. Es sollte sich vielmehr darum gekümmert werden, wie man das Impfchaos zügig beseitigt.

Helmut. W. Meyer, Halstenbek

Mir ist das ziemlich „wurscht“

3. Februar: „Grüne: Promenade nicht nach Jan Fedder benennen. Widerstand kommt von Bezirksfraktion Mitte: Frauen sollten Vorrang haben“

Es ist unglaublich! Da haben wir genug Probleme in der Stadt und die Grünen haben nichts besseres zu tun, als über den Namen der geplanten Promenade zu diskutieren. Der Name „Jan-Fedder-Promenade“ würde hervorragend zu diesem Teilstück der Elbpromenade passen, zumal sie quasi vor seiner ehemaligen Haustür liegt. Mir als Frau ist es ziemlich „wurscht“, ob Straßen oder Plätze nach Frauen-, Männer-, Bi- oder Transnamen genannt werden. Es sollte immer der passende sein. Hier wird halt ein beliebter Volksschauspieler vorgeschlagen. Es wird mittlerweile immer absurder, mit welchen „Problemen“ sich die Grünen herumschlagen und meinen, die Bürger erziehen oder bevormunden zu müssen. Wir alle in der Stadt haben sicherlich andere Sorgen und Nöte, als sich eine Diskussion über so einen Quatsch anhören oder lesen zu müssen.

Monika Schütte, Hamburg

Grüne Reaktion toppt alles

Man muss kein bekennender Jan-Fedder-Fan sein und man mag auch daran zweifeln, ob eine Straße unbedingt nach einem erst jüngst verstorbenen TV-Polizisten benannt werden sollte, aber die „Grüne Reaktion“ toppt alles. Sie ist mindestens ebenso irre wie das Bauverbot für Einfamilienhäuser oder die oft sehr speziellen Linksabbiegerbuchten für Radfahrer. Als Kompromiss für die Namenswidmung böte sich vielleicht eine „Witwe-Marion-Fedder-Promenade“ an, als Zeichen der Wertschätzung für alle traurigen und treuen Ehefrauen. Dr. Dietmar Gosch, Hamburg

...wie aus einem „Stromsee“

3. Februar: „So nachhaltig ist mein Ökostromtarif. Nicht jeder Anbieter bringt mit seinem Angebot den Klimaschutz voran“

Ein Verbraucher kann nur bestimmen, welchen Strom er einkauft, er kann nicht bestimmen, welchen Strom er bezieht. Prokon, ein Errichter und Betreiber von Windkraftanlagen, hat das europäische Verbundnetz mal mit einem großen „Stromsee“ verglichen, an den alle Kraftwerke und alle Verbraucher angeschlossen sind. Die Kraftwerke füllen den See mit Strom und die Verbraucher entnehmen den Strom. Wie sich der Strom aus den unterschiedlichen Kraftwerken in dem See vermischt, weiß niemand, daher kann auch niemand vorhersagen, welche Anteile aus Atom-, Kohle- Wind- oder Wasserstrom der jeweilige Verbraucher erhält. Ich kann nur sicher sein, „grünen Strom“ zu beziehen, wenn ich autark bin, also nicht am Verbundnetz hänge. Dies ist zum Beispiel immer dann der Fall, wenn meine PV-Anlage ausreichend Energie liefert.

Günter Vogelbein, Schenefeld

Die Schließung ist empörend

3. Februar: „Hamburger Aktion Kinderparadies steht vor dem Aus“

Ich habe keine Kinder, bin also nicht betroffen. Aber wie kann man überhaupt darüber nachdenken, diese Aktion zu beenden (nicht nur in den jetzigen schwierigen Zeiten)? Ich habe von meinem Balkon aus den Blick auf den Zugang solch einer Betreuungsstelle. Die wird seit ewigen Zeiten täglich genutzt (jetzt besonders). Wie kann man dann behaupten, das sei grundsätzlich nicht mehr notwendig? Ich finde diese Aussage und angedachte Schließung empörend. Egal wie viel es die Stadt kosten sollte, das darf nicht geschehen!

Veronika Six

Das ist Wahnsinn!

3. Februar: „Milliardär vergibt Tickets ins All“

Wahnsinn! Die Atmosphäre unserer Erde wird durch Weltraum-Tourismus zerstört und von dem eingenommenen Geld profitiert ein Kinderkrankenhaus. Unser schöner blauer Heimatplanet, dessen Hülle so zart und empfindlich ist, soll durch reiche Wahnsinnige attackiert werden. Astronauten weisen die Menschheit seit langem darauf hin, dass die Beschädigung unserer Atmosphäre nicht gut gehen kann und sind doch selber daran beteiligt. Der Himalaya liegt in den höchsten Höhen voller Müll, die tiefste Tiefsee liegt voller Plastik und jetzt wird noch die Erdatmosphäre von irren Reichen beschädigt. Ein ganzes Abendblatt ließe sich mit Berichten über aktuelle Umweltzerstörung füllen, von der Schädigung der Muttermilch, über Bienen- und Wal-Sterben, und dann so ein Bericht. Unfassbar!

Siegfried Stockhecke, Volksdorf

Appell an alle Politiker

28. Januar: „Deutsche Corona-Politik gescheitert?“

Der Umgang mit den Senioren von Seiten der Politik in Bund und Ländern in der Corona-Pandemie kann so nicht länger hingenommen werden. Zum Ende des vorigen Jahres schien ein Licht am Ende des Tunnels und vor allem die besonders gefährdete Gruppe der Senioren über 70 schöpfte Hoffnung und Zuversicht. Doch dann folgte Panne auf Panne. Impftermine sind nur schwer, wenn überhaupt zu bekommen, der Impfstoff konnte und kann bis heute nicht in der ausreichenden Menge wie angekündigt geliefert werden und ernsthafte Zweifel an der Wirksamkeit des Impfstoffs von AstraZeneca für Senioren wurden laut. Und fast stündlich gibt es Verlautbarungen, die das ganze Geschehen für den Bürger auch nicht übersichtlicher machen. Eine Pandemie ist kein „Schönheitswettbewerb“ für Politiker. Vertrauen, gerade in Zeiten der Pandemie, ist ein hohes Gut und die Politik auf allen Ebenen tut derzeit ihr Bestes, dieses Vertrauen zu gefährden, wenn nicht gar zu zerstören. So darf es nicht weitergehen, nicht im Interesse der Senioren und auch nicht der gesamten Bevölkerung. Daher mein Appell an alle Politiker: Nehmen Sie Ihre Verantwortung in dieser für die Bürger besonders schweren Zeit besonders ernst. Eine Bitte um Entschuldigung und Verständnis zur rechten Zeit kann hierzu auch einen Beitrag leisten. Offenheit und Ehrlichkeit schaffen noch immer das meiste Vertrauen.

Dr. Herlind Gundelach,

Senatorin a.D.