Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 9. Januar 2021

Lesedauer: 7 Minuten

Hotelunterbringung als Lösung

8. Januar: „Vier Obdachlose innerhalb weniger Tage gestorben. Kälte, Stress, Corona: Linke in der Bürgerschaft fordern die Stadt zu Konsequenzen auf“

Ihr Beitrag spiegelt das in diesen Corona-Zeiten grundsätzliche Problem der obdachlosen Menschen wider: Aufgrund ihres schlechten allgemeinen Gesundheitszustandes sind Obdachlose besonders gefährdet, da sie schlicht nicht genug widerstandsfähig sind. In den Unterkünften des Winternotprogramms ist das von uns allen geforderte und in diesen Zeiten auch notwendige „Social Distancing“ schlichtweg nicht möglich. Eine Unterbringung von Obdachlosen in den leerstehenden Hotels wäre da eine sinnvolle Alternative. Wir haben bereits in der ersten Corona-Welle Hotelzimmer für Obdachlose angemietet und auch jetzt wieder seit Mitte Dezember bis zunächst Anfang März 15 Hotelzimmer angemietet. Für uns als rein spendenfinanziertem Verein ist dies ein finanzieller Kraftakt, aber wir sehen die Hotelunterbringung als vernünftige und pragmatische Alternative zum Schutz der obdachlosen Menschen. Unser Sozialarbeiter betreut unsere Gäste dort vor Ort, und wir haben bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Auch die Vermittlung bzw. Rückkehr ins staatliche Hilfesystem kann dort durch die Betreuung geregelt werden. Insofern können wir der Sozialbehörde in ihrer bisherigen Argumentation nicht zustimmen, dass eine vernünftige Betreuung in Hotels nicht zielführend bzw. nicht sinnvoll ist. Dieses Argument ist aufgrund unserer praktischen Erfahrungen nicht nachvollziehbar. Eine Übernachtung kostet pro Kopf weniger als 30 Euro inkl. Frühstück. Die Hotels würden sich bestimmt freuen, bedeutet dies doch Umsatz in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten. Es hätten also alle etwas davon.

Jan Marquardt, Geschäftsführer CaFée mit Herz e.V., Hamburg

Keine erneute Kandidatur

8. Januar: "Trumps Tag der Schande"

Ein schwacher Trost wird den Amerikanern bleiben, wenn sie an die Zukunft Trumps denken, der als der schlechteste Präsident in die amerikanische Geschichte eingehen wird. Ihm wird das zu Teil werden, was er im Wahlkampf gegen Hillary Clinton gefordert hatte – nämlich den Aufenthalt im Gefängnis. Er wird sich in mehreren Strafverfahren, die von dem Vorwurf der Steuerhinterziehung bis hin zu strafrechtlich relevanten Sexualvergehen reichen, vor Gericht verantworten müssen. Eine erneute Kandidatur in vier Jahren wird daher mit Sicherheit ausgeschlossen sein.

Dr. Claus Rabe

Transparenz wäre wünschenswert

7. Januar: „Impftermin vereinbaren: Was Hamburger am Telefon erleben“

Als geduldiger über 80-jähriger Hamburger gehöre ich nach Beschluss von Bund, Ländern und Ethikrat zu der prioritär zu impfenden Gruppe. Die Umsetzung in den Bundesländern läuft, bei allem Verständnis für Anlaufschwierigkeiten, ärgerlich und chaotisch, aber vermeidbar. Weil die verfügbaren Impfdosen, die Impfkapazitäten und die der Call-Center natürlich begrenzt sind, dem aber ein großes Impfinteresse der Menschen gegenübersteht, ist Chaos vorprogrammiert bei Telefonversuchen oder Online-Servern. Das Chaos ließe sich vermeiden, wenn man Telefon- oder Online-Terminvergaben nur nach amtlicher Aufforderung ermöglichte. Weiter müsste eine nachvollziehbare und faire Reihenfolge bei der amtlichen Aufforderung eingehalten werden: zuerst die 100-Jährigen und dann die über 80-Jährigen? Oder geht man nach Alphabet vor? Wer legt die Impfreihenfolge fest? Transparenz wäre wünschenswert. Der Staat könnte den Ablauf nach Verfügbarkeit der Impfdosen steuern, um das Chaos zu vermeiden, und es werden nicht die zuerst geimpft, die die stärksten Nerven in der Warteschleife haben oder die kompetentesten am Computer sind.

Dr.-Ing. Helmut Salzmann, Hamburg

So viel Unsinn

6. Januar: "Lockdown länger und schärfer - Jeder Haushalt darf nur eine Person treffen"​

Absurd. Jetzt darf die Familie nicht mehr ohne Infektionsrisiko auf Fahrrädern zu Oma fahren. Also muss sich Oma auf den beschwerlichen Weg zur Familie im ÖPNV machen, dessen Pandemietreiberei zugegeben wird. Bei so viel Unsinn des Senats ist klar, dass das Virus gewinnt.

Dirk Emmermann

Demokratie bleibt standhaft

7. Januar: "Joe Bidens zweiter Triumph"​

Vergleicht man den Regierungsstil von Trump, Putin oder Erdogan, wird man keinen großen Unterschied feststellen können. Es sind die Vereinigten Staaten von Amerika die den Unterschied ausmachen. Trump hat sich das falsche Land für seine politischen Ambitionen ausgesucht. Trotz aller Schwierigkeiten und Unterschiede, die jetzt auch durch seine Politik entstanden sind, die Demokratie in der USA bleibt standhaft. Der Trump-Virus wird wie Covid-19 langsam verschwinden, aber immer im Hintergrund lauern.

Fred Bonkowski

Trumps Rechnung geht auf

Wie tief kann die freie Welt noch sinken? Verblendete Trump-Anhänger, erstürmen das Capitol. Es gibt vier Tote. Demonstranten skandieren, ihnen sei die Wahl gestohlen wurde, das hohe Haus gehöre ihnen. Trumps Rechnung geht also auf. Tag für Tag verbreitet er über Twitter Falschmeldungen, und seine Anhänger übernehmen sie blind. Bei jedem seiner Auftritte in der Öffentlichkeit, gießt Trump neues Öl ins Feuer und wackelt so an den Grundfesten der Amerikanischen Verfassung. Ich mag mir nicht vorstellen, wie die in Kürze anstehende Amtsübergabe erfolgen wird. Auf jeden Fall wird es für Biden wird es sehr schwer, die USA wieder zu einen. Ich hoffe, dass es klappt und sein Land nicht in einen Bürgerkrieg abrutscht.

Achim Bothmann​

Jetzt kommt die Quittung

5. Januar: "Europas Impfdesaster. Die EU-Kommission muss sich jetzt einige kritische Fragen gefallen lassen"

Jetzt erhalten wir die Quittung: Deutschland ist in Sachen Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht viel besser als ein Entwicklungsland. Wir können nur neidisch auf Länder wie Dänemark, Großbritannien, Israel und die USA blicken - dort läuft es wesentlich besser, es ist rechtzeitig genügend Impfstoff bestellt worden und es wurden schon sehr viele Menschen geimpft. Der von vielen zu Unrecht hochgejubelte Jens Spahn wird seinem Ruf nicht gerecht: Es wurde mit Rücksicht auf die EU zu spät und zu wenig Impfstoff bestellt. Daran soll auch die Bundeskanzlerin entscheidend mitgewirkt haben - was für ein Desaster. Über die niedrigen Bestellmengen hat sich sogar der deutsche Hersteller des Impfstoffes zu Recht gewundert. Noch vor kurzem hat sich der Gesundheitsminister selbstbewusst dahingehend geäußert, dass sich die Deutschen glücklich schätzen könnten, in diesen Zeiten in Deutschland zu leben, das würde er heute sicher nicht mehr so sagen. Man kann nur hoffen, dass die Politik endlich aufwacht und in der Lage ist, die Bevölkerung nachhaltig zu schützen, damit nicht noch weitere Lockdowns nötig sind und die Todeszahlen nicht noch weiter in die Höhe schnellen.

Helmut Jung​

Ich bin ein großer Fan

6. Januar: "Wetter" auf Seite eins

Jeden Tag, wenn ich das Abendblatt zur Hand nehme freue ich mich auf die Überschrift zur Wetterankündigung auf Seite 1. Ich hoffe und wünsche, dass viele Leser diese Kreativität und diesen Witz sehen und würdigen. Ich bin jedenfalls ein großer Fan. Weiter so!

Silvia Gaitzsch

Jeden Tag ein Highlight

Jeden Tag ist die Wetter-Überschrift ein Highlight. Die Ideen und der Witz-Reichtum scheinen unendlich zu sein. Wir Briten haben momentan leider wenig zum Lachen. Insofern sind Ihre Überschriften auch für mich als in Hamburg lebender "britischer Humorist" jedes Mal ein besonderer Genuss.

Ihr Wetter-Fan, Mark Lyndon​​