Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 2. November 2020

| Lesedauer: 8 Minuten

Lasst uns wieder spielen

30. Oktober - 1. November: „Unser Leben geht weiter! Der Lockdown wirft uns auf uns selbst zurück. Zeit, zur Besinnung zu kommen. Gedanken von Matthias Iken“

Der Artikel von Herrn Iken hat mir sehr gut gefallen. Er beschreibt anschaulich die Verhältnismäßigkeit der Dinge bezogen auf die Stimmung rund um das Thema Corona. Wir sollten in diesen Zeiten daran denken, was noch alles möglich ist und nicht was jetzt alles eingeschränkt wird. Es gibt viele Möglichkeiten auch in den eigenen vier Wänden für gute Stimmung zu sorgen. Wir könnten beispielsweise „Restaurant“ spielen. Dabei ist es natürlich wichtig, dass auch ein Rollenwechsel zwischen Gast und Koch stattfindet, bzw. der Koch später mit am Tisch sitzt. Kinder lieben dieses Spiel. Wenn wir mal kreativ und ein bisschen verrückt denken, können wir im November die dunkle Stimmung verjagen und gemeinsam mit den engsten Vertrauten mal Dinge ausprobieren die gute Laune machen, statt in Endzeitstimmung vor den Sondersendungen zu sitzen. Schnappen wir uns das Handy und drehen mit Verkleidung ein lustiges Video, so machen wir unser Unterhaltungsprogramm selber. Und bei Hausarbeiten drehen wir die Musik lauter und tanzen in der Küche, statt in der Disco. Machen wir es uns drinnen nett. Es liegt in unserer Verantwortung, und wenn Nachbarn aus einem anderen Haushalt einsam sind, holen wir sie dazu. Treffen mit Personen aus zwei Haushalten sind gestattet.

Regina Grabbet, Spielelehrerin

Bleiben wir optimistisch

Wir sind seit Monaten darum bemüht, unbeschadet aus dieser Krise zu kommen. Wir benutzen den ÖPNV, da wir schon seit über 30 Jahren kein Auto haben und bisher haben wir nicht das Gefühl, dass es besonders gefährlich ist. Mit Ihren Aussagen relativieren Sie sehr gut die Gefahren der Pandemie. Die Angst versuchen wir schon seit langem zur Seite zu schieben, aber wir verspüren großen Respekt und verhalten uns entsprechend vorsichtig. Wir waren auch schon in Theatern, Ausstellungen und Museen. Wir haben schon in tollen Restaurants gegessen, die alle wunderbar die Hygieneregeln einhielten. Wir haben sogar kleine Reisen gemacht und wir haben sie alle unbeschadet überstanden. Bei diesem erneuten Teil-Lockdown werden uns diese wunderbaren Erinnerungen helfen, den dunklen, grauen und nassen November zu ertragen. Bleiben wir optimistisch, vorsichtig und respektvoll, dann überstehen wir diese Krise und lernen mit dem Virus zu leben. Ihr Artikel hat mir sehr gut getan.

Karin Schramm

Lockdown light, hilft das?

29. Oktober: „Wir wussten doch, was zu tun ist. Aber viele haben sich nicht an die Corona-Regeln gehalten. Jetzt bekommen alle die Quittung. Was läuft falsch im Land?

Ich teile den Kommentar von Herrn Haider. Alle Branchen, wirklich alle, behaupten, ihre Sicherheitskonzepte wären mehr als ausreichend und würden genügend Schutz bieten. Mag überwiegend auch so sein. Spricht man mit Verwandten, Freunden und Kollegen, dann sagen alle, man hält sich an alle Regeln und passt auf. Aber an dieser Entwicklung haben nicht nur die Party-People Schuld. Auch ist die Möglichkeit der Ansteckung beim vorbeigehen an einem Maskenmuffel eher gering, insbesondere wenn man selbst eine Maske trägt. Wahrscheinlich haben sich die „Normalos“ alle nicht ausreichend an die einfachen Regeln gehalten. Werden wir das künftig machen? Seien wir doch ehrlich, überall laufen Planungen für Weihnachten und den Jahreswechsel. Familie, Freunde und Bekannte treffen. Was hilft da ein Lockdown light bis Ende November?

Gerd Jobmann

„Bleibt zu Hause“ – gilt weiter

29. Oktober: „,Für die Gastronomie ist das eine Katastrophe‘. Sterneköche, Kiezbar-Betreiber und Gewerkschaft einig in Kritik an Schließung ab 2. November“

Nachvollziehbar beschweren sich diejenigen Gastronomen, die sich strikt an die Hygieneregeln gehalten haben, dass sie für das Fehlverhalten anderer Gastronomen wieder bestraft werden sollen. Diese Sicht greift aber zu kurz. Wegen des unverantwortlichen Verhaltens einer Minderheit der Bevölkerung müssen nun Anreize und Gelegenheiten vermindert werden, sich privat (und womöglich unter Einnahme enthemmender und vernunftseinschränkender Substanzen) treffen zu können. Dazu gehört leider auch die Gastronomie. Damit dies hoffentlich nur ein begrenzter Eingriff bleibt, gilt weiter der Appell: Bleibt zu Hause!

Dr. Robert J. Degenhardt

Virologen weiter ernst nehmen

29. Oktober: „So hart wird der Lockdown. Corona: Bund und Länder schränken öffentliches Leben bis Ende November stark ein“ und Leserbrief: „In die Hysterie getrieben“

Es ist sicher angebracht auch einmal die hohen Zahlen der Krebstoten und die Problematik der multiresistenten Erreger (MRE) anzusprechen. Ja, es ist unerträglich, dass jährlich Tonnen von Medikamenten, bis hin zu Reserveantibiotika in der Tiermast eingesetzt werden und die Politik tatenlos zusieht. Hier ist großer Handlungsbedarf, auch beim Verbraucher, zumal einige landwirtschaftliche Betriebe zeigen, dass es auch anders geht. In Bezug auf Corona müssen wir aber bedenken, dass wir es hier mit einem exponentiellen Infektionsgeschehen zu tun haben. Weder Krebs noch MRE haben die Gesundheitsämter und Krankenhäuser je an Leistungsgrenzen gebracht, wie dies in Nachbarländern durch Covid-19 bereits jetzt erfolgt ist. Hoffen wir, dass diese Länder die Situation möglichst schnell wieder unter Kontrolle bekommen. Mir erschließt sich auch nicht die Logik aller Maßnahmen, und die Folgen für die Gesellschaft werden wir noch lange spüren. Aber wir sind bisher einigermaßen gut mit den Einschränkungen gefahren. Deshalb sollten wir die Warnungen der Virologen und Intensivmediziner weiter ernst nehmen, unseren Beitrag leisten und versuchen, dass uns die schlimmen Erfahrungen anderer Länder erspart bleiben.

Dr. Michael Hahn, Hamburg

Traumhaftes Eingangstor

22. Oktober: „Neue Planungen für den Elbtower. In dem Wolkenkratzer soll es deutlich mehr Büroflächen geben, dafür weniger Hotelkapazitäten. Bebauungsplan wird öffentlich ausgelegt“ und Leserbriefe

Die ach so weltoffenen Hamburger und Hamburgerinnen können doch mal in vergleichbare Städte schauen. Wenn man in Rotterdam einläuft, ist die Skyline ein Traum. Und für unsere Stadt wäre der Elbtower ein traumhaftes Eingangstor. Und nicht über alles die Bürger abstimmen lassen. Dann wäre unsere Elbphilharmonie heute eine Bauruine.

Jochen Freitag, Hamburg

Ich hoffe auf mehr Sicherheit

24./25. Oktober: „Hamburger können selbstfahrenden Bus testen“

Auch wenn durch autonome Busse leider langfristig Arbeitsplätze entfallen werden, erhoffe ich mir irgendwann eine deutliche Verbesserung der Sicherheit für die Fahrgäste. Es sind in Hamburg täglich sehr viele Busse unterwegs und der Stress für die Fahrer und Fahrerinnen hat fraglos zugenommen. Aber die Sicherheit der Passagiere muss stets an oberster Stelle stehen. Immer wieder erlebe ich, dass Fahrer zu schnell unterwegs sind, nicht nur in Tempo-30-Abschnitten, bei Hinweisen uneinsichtig reagieren oder abrupte Bremsmanöver produzieren, bei denen die mehrheitlich stehenden Fahrgäste schnell ins Straucheln gelangen oder auch stürzen. Leider wird darüber nur bei größeren Personenschäden berichtet, und es würde mich sehr interessieren, ob unser Verkehrssenator regelmäßig über die Unfallstatistik des öffentlichen Nahverkehrs unterrichtet wird, die beträchtlich sein dürfte. Ein autonom fahrender Bus, der vor einer Ampel „sanft bis an die Kreuzung heranrollt“, wäre ein Traum. Fakt ist doch: Die Bevölkerung wird immer älter, und die Anzahl der Sitzplätze in Bussen nimmt gefühlt von Jahr zu Jahr ab. Ich habe schon längst die Konsequenz gezogen, mir möglichst immer einen Sitzplatz zu suchen, dort zu verweilen, bis der Bus an der Haltestelle zum Stand gekommen ist und dann erst das Fahrzeug zu verlassen. Glücklicherweise muss ich nicht zu Spitzenzeiten fahren.

Anneke Timm

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