Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 19. Oktober 2020

| Lesedauer: 8 Minuten

Hamburg handelt vorbildlich

17./18. Oktober: „Nehmen wir es ernst! Die Einschnitte des Senats sind hart, aber berechtigt. Nur so kriegen wir die Pandemie in Griff“

Die Pandemie liegt noch lange nicht hinter uns. Der Winter steht vor der Tür und gerade deshalb ist mit steigenden Fallzahlen zu rechnen. Niemand sollte glauben, dass Corona vorbei ist. Im Gegenteil, es ist damit zu rechnen, dass die Welt noch sehr lange mit Corona zu leben hat. Deshalb sind die Schritte, die Hamburg gegangen ist, geradezu vorbildlich für ein effektives Handeln. Bleibt zu hoffen, dass andere Städte nachziehen. Karl Wetzel

Es liegt an uns!

16. Oktober: „Stolpern wir in den Lockdown? Nach ,historischem Gipfel‘: Mehrere Länder kippen Beherbergungsverbot

Es liegt an jedem Einzelnen, seinen Beitrag zu leisten, um diese Pandemie hoffentlich gesund zu überstehen. Jeder trägt Verantwortung – für sich und für die Mitmenschen. Es ist doch einfach: Wo sich viele Menschen aufhalten, wie zum Beispiel in der City, muss Maske getragen werden, auch wenn die Politik es noch nicht angeordnet hat. Augen auf und Eigenverantwortung, Disziplin und Eigeninitiative sind gefragt. Ob wir gesund bleiben, liegt auch an uns selbst.

Lutz Jaffé

Mehr Kosten als Nutzen

17./18. Oktober: „Muss Handelskammer aus DIHK austreten? Hamburger Unternehmer liebäugeln mit entsprechendem Antrag“

Als ehemaliger Hamburger Unternehmer und ehemaliges Zwangsmitglied der Handelskammer muss ich sagen, dass die Handelskammer uns in erster Linie nur Kosten verursacht hat. Große Unternehmen und Selbstdarsteller hatten eine Bühne, die alle Unternehmen mitbezahlen mussten. Die Kammerrebellen waren ein Lichtblick, der leider nicht lange anhielt. Nun sind wieder die Selbstdarsteller dran. Warum nicht wie bei anderen Clubs auch: Wer Mitglied sein will, soll es tun und seine Beiträge zahlen. Die anderen eben nicht. So geht’s ja auch bei den Gewerkschaften.

Jörg Ökonomou

Zur Stillstrategie gehört mehr

17./18. Oktober: „Stillen – reine Privatsache? Viele Menschen stören sich am Anblick einer Mutter, die ihrem Kind die Brust gibt. Eine nationale Strategie soll mehr Akzeptanz schaffen“

Es wäre fantastisch, wenn 82 Prozent der Frauen in Deutschland in den ersten Monaten ihr Baby stillen würden! Das ist aber leider ein Irrtum. Es ist richtig, dass vier von fünf Müttern direkt nach der Geburt zu stillen beginnen. Sie beenden jedoch die Stillbeziehung aufgrund verschiedener Hindernisse vorzeitig. Nach vier Monaten stillen lediglich noch 34 Prozent, das heißt die vielfältigen präventiven Effekte des Stillen kommen nicht zum Tragen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschland stillfreundlicher zu machen. Hier ist nicht nur eine positive Einstellung der Gesellschaft zum Stillen im öffentlichen Raum gefragt. Die Nationale Stillstrategie umfasst auch die Implementierung einheitlicher, wissenschaftlich fundierter Stillinhalte in Aus-, Fort-und Weiterbildung für alle Berufe, die mit (werdenden) Familien zusammenarbeiten, sowie die Verbesserung der Präventions- und Versorgungsstrukturen und Erarbeitung evidenzbasierter Leitlinien.

Dr. Judit Etspüler

Plastikzäune in Jenfeld

16. Oktober: „Senat: Schottergärten sind in Hamburg verboten“

Man könnte meinen, der Sprecher der Umweltbehörde arbeitet für eine andere Stadt. In unserem Quartier, Hamburg Jenfeld, werden alle Vorgärten bei einem Besitzerwechsel oder Neubau zu 70 bis 100 Prozent zugepflastert mit massiven Pflastersteinen. Der neueste Hit: Es werden keine Hecken mehr gepflanzt, der Trend sind Zäune mit Plastikverkleidung. Jeder macht hier, was er will und es wird nichts genehmigt oder kontrolliert. Alle klagen über Klimaverschlechterung aber die Landschaftsgärtner verdienen ihr Geld mit Pflastersteinen. Igel und Bienen finden keine Nahrung, Vögel keine Nistplätze, ganz zu schweigen von der Grundwassermisere. Wann wachen die Büromenschen endlich auf und schauen sich die Fakten vor Ort an, bevor sie solchen Unsinn vom Schreibtisch aus zu Protokoll geben. Will man uns bewusst Sand in die Augen streuen?

Gabriele Rhomberg

Blumen statt Kunstrasen

Es kann wirklich gar nicht oft genug darauf hingewiesen werden, wie wichtig blütenreiche Gärten für die Erhaltung der Insektenwelt sind. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass die Anlage von Kunstrasen und gefärbten Holzschnitzeln genauso kontraproduktiv ist. Es wäre schön, wenn auch hierauf aufmerksam gemacht wird.

Marianne Klimek

Leistung geht vor Quote

16. Oktober: „Maria Furtwängler: ,Frauen wissen, wie es geht‘. ,Tatort‘-Star kritisiert Medien und fordert Gleichstellungsquote in allen Gesellschaftsbereichen“

Diese in den letzten Monaten immer wieder hochkochende Debatte hat nun auch die Schauspielerinnen erreicht. Interessant, dass im Vorstand der Hubert Burda Media (Professor Burda ist der Ehemann von Frau Furtwängler) nicht ein einziger Mann sitzt. Bei aller Berechtigung der Diskussion um Gleichberechtigung sollte Leistung immer vor Quote gehen. Ich war in allen Berufsjahren in mehreren Firmen tätig, in denen das Geschlecht keine Rolle spielte. So tickt die Wirtschaft eben. Und wenn schon Gleichberechtigung à la Furtwängler: Warum sind denn zum Beispiel über 99 Prozent aller Mitarbeiter der Müllentsorgung männlich?

Norbert Herzberg, Pronstorf

Streik, wenn’s keiner merkt?

16. Oktober: „U-Bahnen und Busse bestreikt – Minister klagt Ver.di an“

Ich kann mich an keinen Streik in den letzten 30 Jahren erinnern, in dem nicht die Sätze gefallen sind wie „Streik ja, ist auch berechtigt. Aber doch nicht gerade jetzt!“ Streik nur, wenn’s keiner merkt?

Birgit Rausch

Grabbesuch nur mit Umweg

14. Oktober: „,Schrankenbetreuer‘ auf dem Friedhof“ und Leserbriefe

In dieser Woche besuchte ich unser Familiengrab bei der Kapelle 11 und wurde vom Schrankenwärter darauf aufmerksam gemacht, dass ich in Zukunft die Ein- und Ausfahrt über Bramfeld nehmen müsste. Das bedeutet für mich, dass ich, wenn ich nicht mit dem Fahrrad aus Eimsbüttel zum Grab meiner Eltern und Großeltern fahren kann, jetzt einen riesigen Umweg, mit vielen Verkehrsbehinderungen über Bramfeld nehmen muss. Der Friedhofsverwaltung habe ich einen Brief geschrieben, mit der Bitte um einen Schranken-Chip für all die Menschen, die regelmäßig das Grab ihrer Familienangehörigen besuchen möchten, ohne einen derartigen Anfahrtsweg in Kauf zu nehmen. Ich bin sehr gespannt auf die Rückantwort.

Angela Schwerdfeger-Steffens

Ruhe für Trauernde

Den Verantwortlichen wird in den Leserbriefen übertriebene Regulierung vorgeworfen, es wird beklagt, dass Gäste nicht mehr im Auto über den Friedhof fahren können und es wird die Frage gestellt, woher man denn wisse, dass die Verstorbenen Ruhe wünschen. Als Trauernder besuche ich seit mehr als drei Jahren den Friedhof. Seit Jahr und Tag stehen an den Eingängen Einfahrtsverbote. Fahren dürfen nur Besucher, HVV und Firmen, die dort beschäftigt sind. Anstatt all den Transitfahrern einen Vorwurf zu machen, dass sie das Verbot missachten, werden diejenigen gescholten, die genau dies Einfahrtsverbot durchsetzen wollen. Und ja, ich weiß natürlich nicht, wo sich eine Verstorbene wohler fühlt, auf einer Verkehrsinsel oder im Wald, aber ich als Trauernder wünsche mir Ruhe.

Werner Siems

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