Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 18. September 2020

| Lesedauer: 8 Minuten

Der Riss durch die Gesellschaft

16. September: „Pro und Kontra: Muss Deutschland Flüchtlinge von Moria aufnehmen? Nein! Wir dürfen den Fehler von 2015 nicht wiederholen“

Man sollte sich mal etwas genauer ansehen, wer am lautesten nach Aufnahme der Flüchtlinge ruft. Es gibt eine große Gruppe Interessierter, die in der Flüchtlingsindustrie ihr Geld verdienen. Die Probleme, die daraus entstehen, werden nicht diskutiert. Ich denke hier speziell an die Kitas und Schulen. Wir müssen auch unsere Interessen wahrnehmen und genau schauen, wer bei uns Asyl bekommen kann. Sonst werden wir Rechtsaußen weiter in die Hände spielen. Der Riss geht schon jetzt durch die Gesellschaft und durch die Familien. Die Welt können wir nicht retten. Aber mit Augenmaß und mehr Sachlichkeit beteiligen sich vielleicht auch diejenigen wieder an der Diskussion, die jetzt schnell als Rassisten abgestempelt werden. Es tut weh, zusehen zu müssen, wie alles vor die Hunde geht.

Sabine Below

Falsche Botschaft

Natürlich muss den Flüchtlingen im Flüchtlingslager Moria geholfen werden. Aber ich stimme der Meinung von Herrn Iken zu, dass Deutschland in diesem Fall nicht wieder die Hauptrolle übernehmen sollte. Sonst würde die Botschaft lauten: Brennt die Aufnahmelager ab und zeugt während eures Lageraufenthaltes viele Kinder, dann habt ihr große Chancen, nach Deutschland zu kommen.

Martin Wucherpfennig

Akzeptabler Beitrag

Das Problem in Deutschland ist, dass nur noch das Schicksal Einzelner gilt. Für ein funktionierendes Ganzes, das Voraussetzung für ein gedeihliches Miteinander ist, sind meist Statistiken und keine Schicksalsberichte maßgeblich. Betrachtet man die Zentren, in denen die Migranten schwerpunktmäßig untergekommen sind, dann sieht jeder nicht durch Multikulti Vernebelte, dass es die Struktur sicherlich nicht verbessert hat. Das beste Beispiel sind unsere Schulen. Deutschland hat durch die Aufnahme einer sehr hohen Zahl von Flüchtlingen mehr als einen akzeptablen Beitrag geliefert. Das sollten gerade die akzeptieren, die sich über eine voranschreitende Verarmung breiter Bevölkerungsschichten aufregen.

Jürgen Schmidt

Die Welt lacht über uns

Warum müssen wir Deutschen wieder die Welt retten und ohne Abstimmung Flüchtlinge aufnehmen? Corona wird uns die Rechnung präsentieren. Unsere angeblichen Volksvertreter sollen sich endlich um uns kümmern und nicht das Geld der Steuerzahler verschwenden. Die Welt lacht sich über uns nur noch kaputt.

Christa Peter

Grenzen aufzeigen

16. September: „Der Fall Leistner und die Folgen. Pro und Kontra: Er schadet dem Ansehen des Fußballs und dem des HSV“

Strafe für Leistner? Ich bin dagegen. Was ist denn mit dem Fehlverhalten des Chaoten, der sich selbst wohl als „Fan“ sieht. Warum bekommt der denn nicht Stadionverbot? Solchen Leuten müssen doch Grenzen aufgezeigt werden. Leistner wird sich wohl nie wieder so verhalten, doch was macht der Chaot nächstes Mal, wenn er keine Strafe für seine verbalen Attacken bekommt?

Bernd Jahncke, Hamburg-Rahlstedt

Fans besser schützen

In der Diskussion über das Fehlverhalten des Spielers findet die Sicht der Zuschauer viel zu wenig Berücksichtigung. Ich möchte nicht im Stadion sein und plötzlich stürmen völlig unkontrollierte, Adrenalin gepuschte „Vorbilder der Jugend“ die Ränge und greifen dort Besucher an. Nebensächlich was der Fan gesagt hat, so ein Verhalten eines Spielers darf es nicht wieder geben. Für den Kicker, nach seiner Entlassung vom Verein, wäre ein Beistand von außen vielleicht hilfreich. Ein Seminar wie „Konfliktmanagement im Berufsalltag“ könnte ein Anfang sein. Der Verein muss jetzt, wenn nicht die Notbremse gezogen wird, die ganze Saison mit den Folgen der Aktion umgehen. Ein Spießrutenlauf für die gesamte Mannschaft auf allen Plätzen der Republik. Der kollektive Schulterschluss von der Dresdner Vereinsführung mit dem „verlorenen“ Sohn der Stadt war auch eher kontraproduktiv, da der Verein seine Kunden vor den Übergriffen des zu Brutalität neigenden „Profis“ besser schützen sollte.

Frank-Thomas Schmidt

Unlogische Hygienekonzepte

15. September: „Traut euch! Sorgen bei Hamburger Künstlern: Obwohl Theater und auch die Elbphilharmonie wegen Corona viele Plätze nicht besetzen dürfen, sind Vorstellungen und Konzerte oft nicht ausverkauft“

Alle Umfragen in der Bevölkerung ergeben sehr hohe Zustimmungswerte für eine konsequente Corona-Politik. Und wenn Sie trotzdem glauben, immer wieder ein lockeres Verhalten propagieren zu müssen, unterliegen Sie einem Denkfehler, der darauf beruhen könnte, dass Sie zuviel auf laute Interessengruppen hören wie zum Beispiel Kulturschaffende, Fußballfunktionäre, Hotel- und Gaststättenverbände. Die Motive der Vorsichtigen liegen vielleicht gerade darin, dass sie tagtäglich sehen müssen, wie unlogische Hygienekonzepte (Maske in den Fluren, aber nicht am Platz) erlassen werden – und dass diese Konzepte oft das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben wurden, da ein Nichteinhalten meistens nicht sanktioniert wird. Wir jedenfalls würden wieder ins Theater, Konzert oder Kino gehen, wenn die Konzepte logisch wären (Aerosole richten sich nicht danach, ob wir gerade stehen, gehen oder sitzen) – und wenn wir sicher sein könnten, dass jeder, der drängelt oder die Maske nur symbolisch trägt, vom Personal „eingenordet“ wird. Und so geht es in unserem durchaus kulturaffinen Umfeld vielen, einer schweigenden Mehrheit, die mit den Füßen abstimmt.

Esther Straßburger

Diebstähle energisch verfolgen

16. September: „Fahrraddiebstahl – Zahl der Anzeigen steigt weiter“

Erschreckend, nun sind es schon 1557 Fahrraddiebstähle (!) in einem Monat in Hamburg. Dahinter stecken viele Ärgernisse und finanzielle Verluste für die Bestohlenen. Oftmals sind auch Kinder und arme Menschen betroffen. Auf der einen Seite will der rot-grüne Senat die Menschen zu mehr Fahrradfahren bewegen, auf der anderen Seite wird der Fahrradklau offensichtlich als „Kavaliersdelikt“ gesehen und wohl auch aus politischen Gründen nicht energisch genug verfolgt. Die rechtliche Laissez-faire-Einstellung ist auch sonst überall: Radfahrer können ungesühnt auf Gehwegen rasen, über rote Ampeln fahren oder Einbahnstraßen in entgegengesetzter Richtung fahren – grüne Paradiese. Leider wurden unserer Familie bereits drei Fahrräder in kurzer Zeit (trotz teurer Schlösser) gestohlen, wir haben dafür kein Verständnis mehr!

Harald Meyer, Hamburg-Ottensen

Es stinkt im Stadtparkwald

15. September: „Gesucht: Visionen für den Stadtpark. Befragung soll Zukunft von Hamburgs grüner Oase mitprägen. Straßensperrungen geplant. Aber es gibt auch Kritik“

Das wichtigste wäre der Lärmschutz für die umliegenden Wohngebiete. Laute Musik von morgens bis in die Nacht aus dem Stadtpark. Große Boxen mit „tollen Bässen“ sind für ruhesuchende Menschen unerträglich. Für 40 Tage im Jahr zwei Straße zu sperren, um noch mehr Freizeitfläche zu bekommen, würde noch mehr Lärm und Müll bedeuten. Viel wichtiger wäre es, endlich Toiletten aufzustellen. Es stinkt im Stadtparkwald. Seit drei Jahren schon sind die große Wiese und die Wiese am Ententeich Partymeile. Bässe und Trommler hört man im ganzen Stadtpark. Es ist kein Erholungsgebiet mehr, Grillschwaden statt frischer Luft. Ich hoffe, dass nicht auch noch der umwelt- und klimafeindliche Plan von 2018 umgesetzt wird, die für Insekten und andere Kleintiere wichtigen Kleingärten am Goldbekufer zu zerstören.

Petra Burmeister

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