Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 24. August 2020

| Lesedauer: 8 Minuten

Für viele Kinder langweilig

22./23. August: „Kinder unerwünscht! Hotels nur für Erwachsene haben Zulauf“

Ich finde es nicht diskriminierend, wenn Kinder im Hotel unerwünscht sind. Schließlich bieten doch vielerorts Familienhotels speziell auf Eltern und Kinder ausgerichtete Unterkunft und Freizeitgestaltung an. Es sollte doch Ziel von Eltern sein, gerade im Urlaub die Zeit gemeinsam mit ihren Kindern zu verbringen und sich mit ihnen zu beschäftigen. Dafür bietet ein Urlaub, der die Interessen der Kinder berücksichtigt, auch Erholung für die Eltern. Welchen Reiz hat denn ein Urlaub für Kinder, wenn sie von morgens bis abends am Pool oder am Strand verbringen müssen, weil die Eltern am Strand chillen wollen? Aber Urlaub mit Kind ist eben nicht so, dass ich mich als Elternteil erholen kann und die Kinder sich selbst überlasse. Ich habe selbst zwei Kinder und weiß, wovon ich rede. Und nun zum Punkt: Genau das ist der Grund, warum Kinder eben häufig als „störend“ empfunden werden, da der Urlaub nicht „kindgerecht“ ist, die Kids sich langweilen und eben von allen als nervig empfunden werden.

Corinna Schaumann

Auch Erwachsene nerven

Ich verstehe diese ganze Aufregung nicht, es gibt doch wirklich genügend Hotels, muss ich unbedingt in ein Hotel, in dem Kinder unerwünscht sind? Wir haben zwei Kinder und Enkelkinder, mit denen wir häufig und gerne etwas unternehmen, aber im Urlaub haben wir auch gern unsere Ruhe und verstehen, dass manche Urlauber solche Hotels bevorzugen. Allerdings sind auch viele Erwachsene so nervig, dass man sich an deren Stelle lieber Kinder wünscht.

Gisela Buntin, Neuallermöhe

Großer Fehler der SPD

20. August: Leitartikel: „Monopoly in Altona“ und „SPD-Fraktionschef greift Holsten-Investor an“

Die Holstenbrauerei wollte das „Sahnestück Holstenquartier“ damals eigentlich direkt an die Hansestadt verkaufen. Die Stadt hätte zugreifen können. Hat sie aber nicht. Und das hat wohl damals Olaf Scholz so gewollt. Und mit dieser Scholz-Panne oder auch „eindeutigen Positionierung“ ging das Monopoly-Spiel los. Der Kommentar von Herrn Iken hätte also heißen müssen: „Dank Olaf Scholz Monopoly in Altona – Was nun Herr Tschentscher?“ Und der Artikel von Herrn Gaßdorf hätte besser heißen sollen: „SPD-Fraktionschef äußert Selbstkritik.“ Das war damals ein großer Fehler der SPD. Nun beißen Kienscherf, Dressel und Tschentscher nachts in die Kissen und wissen nicht weiter. Das Beste, was die Stadt jetzt machen kann, ist das Holstenquartier erst einmal zu einem Park umzuwandeln. Die Idee: „Hopfenpark“.

Andreas Müller-Goldenstedt

Bei Projekten fast immer dabei

17. August: „Sein Ziel: Den Grünbunker verhindern. Anwohner Mario Bloem kämpft gegen das Projekt. Früher hatte er eigene Pläne für das Gebäude“

Der Unternehmer, der den „größten Kritiker“ des Grünbunkers gibt, hätte also gern selbst ein Hotel auf den Bunker gebaut. Und zwar in Ausmaß und Höhe entsprechend der jetzt von ihm monierten Aufstockung. Mit Lindenberg-Fanshop, aber ohne Park, ohne Stadtteil- und Schulsportflächen. Es lohnt ein Blick auf die damaligen Pläne des umtriebigen Mario Bloem. „Um Geld sei es ihm nicht gegangen“, sagt er im Artikel, die Wandlung der Erbpacht in einen Kaufvertrag habe er abgelehnt. Nur: Bloems eigeninitiatives Konzept und sein eigener unterschriftsreifer „Letter of Intent“, der den Erbbaupächter überzeugen soll, zeigen das Gegenteil. Geschäftstüchtig preist Bloem die Profitchancen seines Plans: „Von der Ausstattung ist es ein Drei-Sterne-Hotel, die Preise sind aber 15 bis 20 Prozent höher, statt 70 Euro kostet die Nacht 85 Euro.“ Wichtig sind ihm „Vergütungen“. Für die von ihm angestrebte „Wandlung des Erbbaurechtsvertrags in einen Kaufvertrag“, für den „Wertzuwachs“, für „Pacht- und Mieten“. Punkt für Punkt kalkuliert er Zahlungen an die von ihm angestrebte Projektgesellschaft – an der Bloem mit 25 Prozent beteiligt sein wollte. Allerdings ohne Kapitaleinsatz. Gescheitert mit der Absicht, den Bunker um ein Hotel, einen Fanshop sowie Konzert- und Veranstaltungsflächen zu erweitern, stört sich Geschäftsmann Bloem nun als scheinbar altruistischer „Anwohner“ am „Eventbetrieb“. Auf eines kann man in Hamburg bauen – wenn Projekte Aufmerksamkeit verheißen, ist der notorische Neinsager Bloem zur Stelle. Ob „Elbtower“, „Neue Mitte Altona“ oder „Paulihaus“. Dort dabei als Mitbauherrin und offenbar auch im Bloem-Visier: die Steg GmbH. Deren Mitgeschäftsführer Kurt Reinken hatte Bloem als Mitgesellschafter seines Bunker-Projekts eingeplant.

Frank Schulze, Sprecher der Aufstockung Bunker St. Pauli

Radwege sanieren

21. August: „Keine Autos, keine Ampeln – der Radschnellweg kommt“

Als jemand, der gerne alternativ zum Auto auch mit dem Fahrrad fährt, in Langenhorn wohnt und familiär und beruflich in Fuhlsbüttel, Klein Borstel und Alsterdorf zu tun hat, begrüße ich den geplanten Radschnellweg sehr. Derzeit nutze ich die sehr schöne Route parallel zur Flughafen-Umgehungsstraße. Hier wünsche ich mir eine durchgängige Beleuchtung, um sie auch in der dunklen Jahreszeit nutzen zu können. Neben den Velorouten wäre aber auch die Sanierung und Verbesserung der Radwege im Nahbereich dringend erforderlich. Die Haupteinkaufsstraße in Fuhlsbüttel befindet sich am Erdkampsweg und dort ist der Radweg in einem desolaten Zustand, zum Teil nicht vorhanden, zum Teil zugeparkt und zum Teil auf die Fahrbahn verlegt, wobei er bei den Hüpfinseln und Bushaltestellen immer wieder mitten im Autoverkehr landet. Der schöne Radweg entlang der Alster an der Rathenaustraße ist an vielen Stellen aufgeplatzt und müsste dringend saniert werden.

Dr. Maren Franz

Geld für ÖPNV ausgeben

Einen Fahrradschnellweg neben der U-Bahn auf der alten Trasse der Eisenbahn zu bauen, ist mehr als ein Schildbürgerstreich. Wie im Kommentar bereits angedeutet wurde: Wer fährt schon über 20 Kilometer in die Stadt? Wieso werden geplante Gelder nicht besser für den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel genommen, das ist doch viel wichtiger. Die Stadt soll endlich die Fahrpreise stark reduzieren, dann würden auch mehr Menschen auf die öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Dazu braucht es keine Prestigeprojekte.

Ernst-Christian Wolters

Überblick über Klimagefahren

19. August: Verschiedene Artikel zum Thema „Umwelt und Klimakrise“

Die Ausgabe des Abendblatts vom 19. August gibt einen schönen Überblick über die aktuelle klimabedrohliche Situation in unserer Welt. Auf Seite vier wird über das Waldsterben auch wegen zu milder Winter und anhaltender Trockenheit berichtet. Gleichzeitig wird auf die dürrebedingte Verringerung der Ernteerträge hingewiesen. Auf Seite neun liest man über den gestiegenen Import von Klimaanlagen aufgrund der wiederholten Hitzewellen. Leider zieht der Einsatz dieser Geräte wieder einen erhöhten Verbrauch von nicht regenerativ erzeugtem Strom nach sich und verschärft die Situation damit. Auf Seite zwölf ruft Umweltsenator Kerstan zum Wassersparen auf und auf Seite 19 schließlich erfährt der aufmerksame Leser, dass die Gletscher in den Alpen in einem schlimmen Zustand sind. Alles so von Wissenschaftlern seit 40 Jahren vorhergesagt. Sowohl beim Waldsterben als auch im Urlaubsreisebericht von Thomas Cotterell mit seinem E-Auto auf Seite 7 erfährt man, dass oft menschengemachte Hindernisse in Form von Bürokratie und Abrechnungswirrwarr verantwortlich sind, dass Gelder nicht zielgerecht fließen und Technik, die inzwischen praktikabel verfügbar ist, nicht zum Einsatz kommt. Und was liest man über die Politik, deren Aufgabe die weitsichtige Verhinderung dieser Krisen ist? Auf Seite drei geht es einmal mehr um Personalien, K-Fragen und machtpolitische Ränkespielchen. So wird uns die Klimakrise schon bald sehr teuer zu stehen kommen, nicht nur finanziell.

Martin Oster

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