Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 6. Juni 2020

Krankenpfleger gehen leer aus

5. Juni: Wumms mit Fragezeichen. Die Koalition blüht noch einmal auf und lernt aus ihren Fehlern beim Klimapaket

Vor kurzem haben wir noch fleißig für unsere sonst nicht so anerkannten Pflegekräfte geklatscht. Ich finde es unglaublich, dass keine Prämie für das Krankenhauspersonal geplant ist. Nach meiner Information ist die Prämie für die Pflegekräfte immer noch nicht gezahlt. So schnell endet die Anerkennung und Lufthansa bekommt Milliarden!

Traute Krüger, Hamburg

Hat Hamburg zu viel Geld?

4. Juni: Hamburg bekommt ,Denkmal für sexuelle Vielfalt‘. Das legt Rot-Grün im Regierungsprogramm fest

Hat Hamburg in Zeiten von Corona keine anderen Sorgen oder Pläne oder zu viel Geld? Muss die sexuelle Vielfalt wirklich unter Denkmalschutz gestellt werden?

Jutta Bölke

Auf Wichtiges konzentrieren

Ich hatte gedacht, dass die Corona-Situation dazu beiträgt, dass sich unsere Gesellschaft auf wirklich relevante und wichtige Themen konzentriert und solchen Luxusprojekten die Grundlage entzieht. Aber offensichtlich hat eine junge Generation von Politikern es immer noch nicht begriffen. Frage: Wer hat wirklich etwas von so einem Denkmal? Muss alles plakatiert werden? Kann Hamburg es sich wirklich leisten so ein offensichtlich überflüssiges Denkmal aufzustellen und dafür Geld auszugeben? Das wäre wirklich an anderer Stelle besser zu verwenden. Ich verzweifele an dem Verstand unserer gewählten Parteien.

Herbert Nölting

Stadtbahnnetz entwickeln

3. Juni: Den Verkehr neu denken

Matthias Iken stellt zutreffend fest, dass der Verteilungskampf in der Stadt um den begrenzten Verkehrsraum an Härte zunimmt. Nur dem Lösungsansatz, in Zukunft dem Fahrrad zu Lasten anderer Verkehrsträger deutlich mehr Anteile einzuräumen, kann ich nicht folgen. Wenn es um die optimale Nutzung von Verkehrsflächen geht, die vorher dem Privat-Pkw zur Verfügung standen, dann ist sicherlich nicht die Schaffung neuer Radwege oder Fahrradspuren die Lösung, sondern der Bau neuer Trassen für den öffentlichen Nahverkehr. Und dann muss erlaubt sein, auch noch einmal wieder über die Entwicklung eines wirklich leistungsfähigen Stadtbahnnetzes nachzudenken – auch wenn das Abendblatt aus mir unerfindlichen Gründen dazu nicht bereit sind. In Frankreich sind in den letzten drei Jahrzehnten in mehr als zwanzig Städten neue Stadtbahnnetze entstanden und das immer mit schmerzhaften Verlusten an Verkehrsfläche für den Individualverkehr, aber andererseits auch nicht selten verbunden mit einer deutlichen Aufwertung der Stadtlandschaft. Warum kann in Frankreich so etwas durchgesetzt werden, und wir wollen nicht einmal darüber nachdenken, wo wir den Verkehr doch neu denken sollen?

Eckart Westphalen

Hoffen auf nächste Generation

3. Juni: Drei, zwei, eins – paff! Das WLAN ist weg. Wie ich mit einer Zeitschaltuhr unsere familiäre Kommunikation retten wollte. Der Rest ist Schweigen

In meinem Umfeld sehe ich häufig Kinder, die unter dem Deckmantel der schulischen Weiterbildung viel Zeit zuhause vor dem Bildschirm verbringen. Zeit, die gerade in Jugendjahren extrem wichtig ist, wird mit „rumdaddeln“ verschwendet. Auf das Reglementieren der Onlinezeit wird mit einem Umgehen der Situation oder Unverständnis reagiert. Dieses Unverständnis zeigt klar, dass die junge Generation diesen Schatz des direkten kommunikativen Miteinanders verkennt. Vielleicht wird die nächste Generation das Problem erkennen und versuchen, es zu beheben, z.B. mit einem Schulfach „Medienkompetenz – Wissen zum verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet“.

Sascha Schwichtenberg, HH-Öjendorf