Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 25. Mai 2020

Motorradposer kommen davon

23./24. Mai: Autoposer greifen Polizisten an. Männer protzen in 540-PS-Audi am Jungfernstieg – und rasten bei Kontrolle aus

Es ist richtig, dass gegen die Poser am Jungfernstieg durchgegriffen wird. Nicht zufriedenstellend ist jedoch, dass Motorradfahrer davon augenscheinlich ausgenommen sind. Seit Jahren rasen sie mit 80 km/h und mehr über die B 431 von Wedel bis Osdorf, ohne dass sie (wegen der gesichtsverdeckenden Helme und der fehlenden Kennzeichen vorne) geblitzt werden. Wenn man wirklich will, ist auch die Identifizierung der Motorräder technisch möglich.

Rainer Hüls

Promenade um die Südspitze

23./24. Mai: Mehr als Strand und Sand. Die schönsten Urlaubsorte an Nord- und Ostsee

Vielen Dank für den wunderbaren Artikel über Amrum. Leider haben Sie vergessen, unsere drei Kilometer lange Wandelbahn (Promenade) um die Wittdüner Südspitze zu erwähnen. Bei Wind und Wetter wandelt man hier direkt an der Wasserkante entlang, überblickt den riesengroßen Kniepsand, kommt am Fähranleger vorbei und geht über den Seezeichenhafen – wenn man will – durch die Dünen auf Bohlenwegen zurück zum Beginn. Dort ist es sehr gemütlich in die Strandbar einzukehren. Bei Wind und Wetter kann man so direkt erleben, was Nordsee bedeutet!

Georgine Schwab, Wittdün

Natur erleben, Zeit vergessen

23./24. Mai: Wir sind so frei. Camping liegt ohnehin im Trend, in diesem Sommer besonders an Nord- und Ostsee. Ein Überblick

Das ist seit Jahren unsere Reiseerfahrung. Camping liegt voll im Trend, inzwischen sogar bevorzugt im eigenen Land. Dieser Trend hat sich nun durch die Corona-Pandemie sogar noch verstärkt. Der Zauber der Natur begleitet uns dabei auf allen Rundreisen durch Deutschland. Unterwegs sein, Natur erleben, Zeit vergessen. Von Nord nach Süd und von Ost nach West, was für eine Freude.

Hannelore Moldenhauer

Kleinere Kurse, weniger Gehalt

22. Mai: Gastronomen: Große Angst trotz Öffnungen. Kultbar Roschinsky’s auf St. Pauli schreibt Brandbrief an Senator. Dehoga befürchtet Insolvenzwelle

Die Probleme, gerade für die Selbstständigen, sind mit den Lockerungen leider noch längst nicht zu Ende. Das Problem der Gastronomen mit den Abstandsregeln betrifft auch andere Selbstständige. Ich arbeite in der Erwachsenenbildung und endlich darf ich meine Kurse fortsetzen. Die Abstandsregeln führen aber dazu, dass auch ich nur noch halb so viele Kunden in meinen Kursräumen unterbringen kann, bei konstanten Kosten. Hinzukommt, dass auch bei mir, genau wie im Einzelhandel, die Nachfrage genau stark rückläufig ist. Das Einkommen reicht unter solchen Bedingungen nicht zur Deckung des Lebensunterhaltes. Staatliche Unterstützung gab es – und das auch nur in sehr eingeschränkter Form (nicht für den Lebensunterhalt) – für die ersten drei Monate. Wie es jetzt weitergehen soll, ist für uns alle noch völlig offen.

Dr. Maren Franz

Wer will dort noch einkaufen?

19. Mai: SPD und Grüne: City soll autoärmer werden

Warum ist die Politik eigentlich nicht ehrlich und sagt klipp und klar, dass sie ein Geschäftssterben in der Innenstadt bewusst hinnimmt, bzw. sogar herbeiführt. Wer will denn dort noch einkaufen, wenn man nicht mehr mit dem eigenen Auto hinkommt? Ich war schon lange nicht mehr in der Stadt einkaufen, weil mir, wie auch vielen Bekannten, das alles viel zu kompliziert und zu teuer ist. Da fahre ich lieber z.B. ins Elbe-Einkaufszentrum. Dort habe ich alle brauchbaren Geschäfte unter einem Dach und kann sogar eine Stunde kostenlos parken. Die paar Fußgänger und Fahrradfahrer werden wohl kaum zum großartigen Shoppen in die City kommen.

Holger Karstens, Hamburg

Keine Verödung in Nürnberg

Die Umsetzung der Idee einer weitgehend autofreien Innenstadt ist längst überfällig. Jede zweite Kleinstadt hat mittlerweile eine längere Fußgängerzone als Hamburg. Und wenn man durch den weitläufigen Fußgängerbereich von Nürnberg promeniert, stellt man kaum eine Verödung fest, wie sie einige Autofans, die am liebsten direkt vor dem Geschäft parken möchten, befürchten. Die Aufenthaltsqualität steigt beträchtlich. Ich habe auch nicht verstanden, warum nach der aufwendigen Umgestaltung des Neuen Wall dort immer noch Autos hindurchfahren dürfen, anstatt die Straße zur Fußgängerzone umzufunktionieren. So läuft man meistens neben einer Schlange stinkender Pkw entlang, was den Aufenthalt dort zu einem gesundheitlichen Risiko macht. Wenn die Parkhäuser erreichbar bleiben, kann man auch nach wie vor mit dem Auto in die Innenstadt fahren. Aber das ist gar nicht nötig, denn dort gibt es ja das dichteste Netz öffentlicher Verkehrsmittel in der ganzen Stadt, so dass man bequem von außerhalb ohne Stau und meistens zu niedrigeren Kosten als im Parkhaus, in die City gelangen kann. Die dichten Verkehrsströme im innerstädtischen Bereich sind unzeitgemäß, von der Co2-Belastung ganz zu schweigen.

Peter Westendorf