Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 12. Mai 2020

Die Maske ist Schuld

11. Mai: Kundenzahl halbiert: Dramatische Lage im Hamburger Einzelhandel

Solange man gezwungen wird, beim Einkaufen eine Maske zu tragen, werden die Leute ihre Verweildauer in den Geschäften auf das absolut notwendige Minimum begrenzen.

Joachim Willers

Einkaufen macht keinen Spaß

Der Einzelhandel ist zu bedauern. Durch die komplizierten Regularien (Maske, Begrenzung der Kunden im Laden), hält sich die Lust zum Shoppen in Grenzen. Die Maske ist einfach nur lästig und bietet nur einen sehr geringen Schutz. Wir werden wohl durch die Aussage Herrn Altmaiers, die Maskenpflicht auszuweiten, den Einzelhandel ziemlich schnell ruinieren. Schade.

Norbert Jünge, Hamburg

Neustart im August

11. Mai: Zwei Wochen Quarantäne. Der Dynamo-Dresden-Schock

Warum stellt sich niemand hin und sagt, dass die Fortführung der Fußball-Bundesliga nicht möglich ist? Dynamo Dresden kämpft um den Klassenerhalt, muss jetzt wegen der Corona-Fälle 14 Tage ohne Training aussetzen und ist dadurch stark benachteiligt. Ebenso die gegnerischen Mannschaften durch das Verschieben des geplanten Spiels. Jetzt ist die Sonderrolle des Fußballs durch nichts mehr zu rechtfertigen. Niemand weiß, ob noch andere Mannschaften folgen. Schlimm, wie Herr Seifert sich windet, um Argumente für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu finden. Jetzt ist der Zeitpunkt zu sagen „Schluss“ mit den geplanten Fortsetzungen der Ligaspiele. Keine Saisonwertung der laufenden Spielzeit. Neustart erst zur neuen Saison 20/21 im August. Müssen denn alle Regeln der Vernunft in einen Graben geworfen werden? Seit über 50 Jahren bin ich mit ganzem Herzen Fußballfan. Ich kann aber jetzt nur noch den Kopf schütteln.

Detlef Riedel

Gravierende Konsequenzen

9./10. Mai: Was reitet die SPD? Fraktionschef vertreibt Johannes Kahrs aus der Politik – und die Parteispitze spielt mit dem transatlantischen Bündnis

Die SPD unter ihrer neuen Führung bereitet sich vor, mit den Grünen und Linken nach der nächsten Bundestagswahl eine Koalition einzugehen. Aus meiner Sicht hätte das allerdings für die Bundesrepublik Deutschland gravierende außenpolitische Konsequenzen. Laut aktuellem Parteiprogramm von 2011 will die Linke die NATO auflösen und durch ein kollektives Sicherheitssystem unter Beteiligung Russlands, das Abrüstung als ein zentrales Ziel hat, ersetzen. Die Präambel des NATO-Vertrags lautet: „Die Partner sind entschlossen, die Freiheit, das gemeinsame Erbe und die Zivilisation ihrer Völker, die auf den Grundsätzen der Demokratie, der Freiheit der Person und der Herrschaft des Rechts beruhen, zu gewährleisten.“ In diesen Werten ist zusammengefasst, was unter westlicher Zivilisation, an die sich Nachkriegsdeutschland angeschlossen hat, zu verstehen ist. Wieviel davon will die SPD mit ihrem Marsch nach links aufgeben?

Jürgen Scheffer

Ins Schwarze getroffen

Herr Iken hat wieder einmal ins Schwarze getroffen. Meine Frau und ich haben uns mit fast der gleichen Bewertung und Ausdrucksweise über die SPD unterhalten. Immer wenn man denkt, dass die SPD in den Angriff kommt, dann schießt sie wieder ein Eigentor und das seit fast 20 Jahren. So wird das auch zukünftig nichts mit nennenswerten Wahlerfolgen im Bund.

Jörg Friederichs, Hamburg

Immer ein offenes Ohr

Hans-Peter Bartels hat einen ausgezeichneten Job als Wehrbeauftragter gemacht, war bei der Truppe angesehen und beliebt. Warum wurde seinem Wunsch nicht entsprochen, die Amtszeit fortzusetzen? Was reitet die SPD, so gnadenlos und menschenverachtend mit erfolgreichen Parteifreunden umzugehen? Das ist die entscheidende Frage. Hinter den Kulissen muss es doch gebrodelt haben, wenn sich Johannes Kahrs ins Gespräch gebracht hat und der Intrigantenstadl letztendlich die Parteigenossin Eva Högl versorgt hat, die von Soldaten und Bundeswehr nicht den Funken von Kompetenz besitzt. Das hat ein „Geschmäckle“, mit dem die SPD ihre Rückkehr als Volkspartei wie ein Elefant im Porzellanladen gleich wieder verspielt hat. Der Rückzug von Johannes Kahrs aus allen politischen Ämtern ist wirklich eine Sensation und Bombe erster Güte. Seine Ambitionen für das Amt des Wehrbeauftragten waren schon jahrelang bekannt. Als Berichterstatter für das Verteidigungsministerium im Haushaltsausschuss und Oberst der Reserve wäre er auch erste Wahl gewesen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Johannes Kahrs mit all seinen Ecken und Kanten für Menschen da war und ein offenes Ohr für die Probleme des kleinen Mannes hatte. Er hat sich Zeit genommen, Hilfesuchende zu treffen, ihnen zuzuhören und er hat geholfen. Bei allem Respekt vor seiner Person: Das war keine gute, nötige oder konsequente Entscheidung, vor allem für seine SPD und seine Wähler – diesen ehrlichen politischen Haudegen und Draufgänger werden wir in der Politik vermissen.

Dietmar Johnen-Kluge

Die Stimmung wird kippen

5. Mai: Wie Corona die Welt verändert. Erst langsam dämmert den Menschen, dass die Folgen des Virus dramatischer sind als das Virus selbst

Die zentralen Feststellungen im Leitartikel von Matthias Iken und der Blick auf das Thesenpapier der Hamburger Forschergruppe um Professor Matthias Schade haben eine gemeinsame Botschaft. Wenn wir weiter so agieren wie bisher, werden wir schwerwiegende Folgen zu tragen haben. Diese Folgen werden – wie auch schon bei der ungleichen Lastenverteilung des Shutdowns – Eltern und Kinder, kleine und mittlere Unternehmen, Gewerbetreibende und Beschäftigte mit niedrigen Einkommen überproportional treffen. Letztlich aber werden wir alle Verlierer sein. Die zukünftig notwendigen zusätzlichen Investitionen in Gesundheit, Pflege, Kitas, Schulen und Infrastruktur bei dem gleichzeitig notwendigen Abbau der Schulden aus den verschiedenen Rettungschirmen verlangen eine baldmöglichste Wiederbelebung des gesamten sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens. Dies ist auch deshalb unabdingbar, weil das Virus uns noch lange begleiten wird. Die Forschergruppe um Professor Schade und Professor Püschel fordert zurecht einen Strategiewechsel weg von flächendeckenden Einschränkungen. Wir können weder Schulen und Kitas noch länger nur teilweise öffnen und auch ein Großteil der Theater, Sportangebote, Schwimmbäder, Gaststätten und Hotels können bei einer wesentlichen Einschränkung der Auslastung nicht überleben. Das werden von Tag zu Tag immer mehr Menschen erkennen und die durch Angst vor dem Virus beeinflusste Zustimmung der Menschen wird umkippen. Wir brauchen jetzt eine mutige, zukunftsgewandte Politik und keine neuen Durchhalteparolen.

Dr. Wolfgang Hammer, Norderstedt

Wer zahlt die Zeche?

Treffender als von Herrn Iken kann die dramatische Lage in Deutschland kaum beschrieben werden. Wer seine Warnungen schon zu Beginn der von den Regierungen durchgesetzten Maßnahmen äußerte, wurde belächelt. Die Wahrsagekunst von ein paar auserwählten Virologen stand außerhalb jeden Zweifels. Und das, obwohl es in ihren Reihen genügend Experten gab, die sich mit Nachdruck zu Wort gemeldet haben, um Fehldeutungen und Fehlentscheidungen zu verhindern. Was haben wir nun von der Blauäugigkeit unserer Regierenden, denen in wesentlichen Bereichen offenbar die Kompetenz fehlt? Und vor allem: Wer wird die Zeche für die verheerenden Entscheidungen zahlen? Und wenn der Wissenschaftsjournalist Harald Lesch sagt, für ihn sei es „vor allem auch ein Sieg der Moral über die Ökonomie“, sollte er bitte die unzähligen wirtschaftlich Geschädigten und die vor dem gänzlichen Aus Stehenden aufsuchen und fragen, was sie von dem „Sieg der Moral“ halten.

Inga-Lore Faber-Schütt