Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 2. Mai 2020

Eine Perspektive ist überfällig

30. April/1. Mai: Leitartikel: Gastronomen alleingelassen. Geschäfte und Schulen öffnen, Restaurants bleiben geschlossen – das ist nicht einzusehen

Ein Appell an die Politik, der notleidenden Gastronomie endlich eine Perspektive für Lockerungen und der schrittweisen Öffnung wie in Österreich aufzuzeigen, war überfällig. Nun hat sich gottlob der Chefredakteur des Themas mit Nachdruck angenommen. Bei der Argumentation fällt besonders ins Gewicht, warum man den Gastronomen nicht zutraut, was man z.B. dem Einzelhandel zutraut, nämlich für die Einhaltung der entsprechenden Schutzmaßnahmen und Regeln einzustehen. Die Innenstadt wird erst dann wieder Leben aufnehmen, wenn auch die Hotels, Restaurants und Cafés öffnen. Sie sind für den Bummel in der Stadt „systemrelevant“. Geschieht dies nicht bald, werden sich die Angestellten des Einzelhandels noch lange die Beine in den Bauch stehen.

Norbert Richter

Ich bin zutiefst berührt!

25. April/26. April: Einen harten Weg gehen, das kann ich!

Ich möchte mich aus tiefstem Herzen für die unglaublich große Anteilnahme an meiner Geschichte bedanken. Mir war schon klar, dass mich einige Menschen auf den Artikel ansprechen werden, aber nie hätte ich gedacht, dass es so viele Herzen bewegen würde. Ich bin zutiefst berührt! Ich habe viele E-Mails, Geschenke und handgeschriebene Briefe erhalten. Telefonnummern wurden im Ribatejo abgegeben mit Hilfsangeboten, Zuspruch und liebevollen Worten, die mich zum Weinen gebracht haben. Leider habe ich es noch nicht geschafft, allen zu antworten, da ich diese Woche etwas schwach war. Besonders freut mich, zu sehen und zu spüren, dass es in unserer globalisierten und individualisierten schnellen Welt doch noch so viele Menschen mit Herz gibt. Ich blicke der Zukunft gestärkt und glücklich entgegen und freue mich, nach der Coronakrise, euch im Café Ribatejo kennenzulernen!

Danke!

Carlota Santos de Carvalho

Kommunikation verbessern

30. April/1. Mai: Hoffnung ist, wenn man trotzdem plant. Die fünfte Konzertsaison der Elbphilharmonie kommt so oder ähnlich oder komplett anders

Ich freue mich sehr, dass die Elbphilharmonie ein so schönes Programm vorstellt. Leider hat dies für mich einen bitteren Nebengeschmack, da ich noch auf den für die laufende Saison gekauften Karten sitze und nicht informiert werde, ob eventuell einzelne Konzerte verlegt werden oder wann ich endlich mit der Erstattung der sehr hochpreisig gekauften Karten rechnen kann. Telefonisch habe ich bisher noch niemanden erreicht, im Internet steht seit Anfang März, dass die im Webshop gekauften Mobil-Tickets automatisch erstattet werden. Ich warte noch auf gut 600 Euro, die ich seit knapp einem Jahr vorfinanziert habe. Auf diese Weise wird die Elbphilharmonie bestimmt nicht so leicht wie bisher ihre Karten an den Konzertliebhaber bringen, auch wenn in dieser Saison eine neue Bezahlweise angeboten wird. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen einmal Gedanken darüber machen, wie man besser mit den Kunden kommuniziert.

Dorothea Sieveking

Schwierig für Notbetreuung

29. April: Der Schul-Neustart. Rabe: ,Einen Tag Schule pro Woche‘. Schulsenator hofft, dass es diese Regelung als Minimum für alle Schüler ab 25. Mai gibt. Bessere Förderung für sozial Benachteiligte gefordert

Vor dem derzeitigen Handeln unserer politisch Verantwortlichen habe ich großen Respekt. In der öffentlichen Diskussion über das Wiederanfahren des Schulbetriebs ist zumindest hier in Hamburg ausschließlich von Schülerzahlen im Präsenzunterricht und den damit verbunden Hygienevorschriften die Rede. Bei aller Zustimmung für die angestrebte Ausweitung der Notbetreuung, möchte ich aber anregen, die Eltern mit der Tatsache zu konfrontieren, dass bei einer wachsenden Zahl von Kindern die für die Unterrichtsphase erdachten Hygienemaßnahmen und -standards in der Notbetreuungszeit nicht eingehalten werden. Dafür reichen die personellen und räumlichen Kapazitäten nicht aus. Wenn sich in der Notbetreuung weit mehr Kinder befinden als im Präsenzunterricht, werden Sicherheitsvorkehrungen des Vormittags am Nachmittag ad absurdum geführt und das Infektionsrisiko steigt. Ausschlaggebend für das Dilemma ist, dass die Zahl der Kinder im Präsenzunterricht gesteuert und begrenzt werden kann, die der Notbetreuungskinder nicht.

Klaus Pax, Schulleiter Katholische Schule, Farmsen