Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 27. April 2020

Spielen auf der Straße

25./26. April: Hamburgs Eltern rufen um Hilfe: Kitas und Spielplätze aufmachen!

In meiner Nachbarschaft in Lurup spielen die Kinder seit Wochen auf dem Bürgersteig, auf der Straße oder auf dem Parkplatz. Der große, nie überfüllte Spielplatz, der ausreichend Platz für Eltern und Kinder bietet, auch mit Abstand, darf nicht genutzt werden und ist von der Polizei abgesperrt worden. Direkt daneben ist ein Hundespielplatz: Nicht abgesperrt, Hunde und Besitzer treffen sich weiterhin, sitzen auf den Bänken und unterhalten sich. Eine der Ungereimtheiten in der Corona-Krise. Ein weiterer: Zum ersten Mal in meinem 75-jährigen Leben in Hamburg habe ich die Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg im Stadtplan gesucht, um im Hamburger Teil des Forstes Klövensteen spazieren zu gehen und nicht von der Polizei Schleswig-Holsteins des Landes verwiesen zu werden. Nix mit „Metropolregion Hamburg“ oder „Der Norden hält zusammen“. Fazit: Die Spielplätze müssen dringend wieder geöffnet werden. Und: Ein vereintes Europa scheint mir sehr weit entfernt, wenn nicht einmal Landräte und Landesfürsten in der Lage und bereit zur Zusammenarbeit sind.

Heidi Segelke

Mit dem Virus leben

25./26. April: Was Corona mit Mathematik zu tun hat. Vielleicht macht das Virus zusätzliche Angst, weil uns das Rechnen so schwerfällt. Ein Verständnis der Zahlen hilft

Herr Iken hat recht, die bisherigen Zahlen zu Corona sind ungeeignete Kriterien zur Verhängung der derzeitigen Maßnahmen. Entscheidend sollte die Mortalitätsrate sein. Die müsste allerdings ergänzt werden um die Nachweise, wer tatsächlich „an“ Corona gestorben ist und wer „mit“ Corona gestorben ist. Einschränkungen in unserer Lebensweise sollten also darauf beruhen, wie hoch die Anzahl derjenigen ist, die tatsächlich „an“ Corona sterben. Über kurz oder lang werden wir fast alle mit dem Virus infiziert sein, das wird sich kaum vermeiden lassen. Es kommt jetzt darauf an, wie wir „mit“ dem Virus leben wollen, „mit“ dem Virus werden wir demnächst fast alle sterben.

Ingo Wilfert, Glinde

Was ist das für eine Freiheit?

22. April: Maske tragen? Aber ja! Sie schützt uns, sie ermöglicht ein halbwegs normales Leben – und sie kann noch mehr ...

Der Kommentar von Lars Haider zur Maskenpflicht hat mich entsetzt. Die Verpflichtung zum Tragen einer Maske ist nicht nur wirkungslos und gefährlich, sie verstößt auch gegen den Artikel 1 des Grundgesetzes („Die Würde des Menschen ist unantastbar“). Zuerst werden hunderttausende, wenn nicht Millionen Existenzen vernichtet, und das Volk in Panik versetzt, dann wird den Bürgern auch noch ihre Würde genommen. Und das ohne jegliche Grundlage. Es gibt keinen einzigen wissenschaftlichen und medizinischen Beleg, dass das Tragen einer nicht-medizinischen Maske einen Schutz bewirkt. Das meint sogar der Weltärztepräsident Montgomery. Im Gegenteil, sie schadet eher, denn sie verführt zur Unvorsichtigkeit. Außerdem tragen mehr als 90 Prozent aller Leute, denen ich in der letzten Zeit begegnet bin, die Masken völlig falsch: an den Seiten offen, nur über dem Mund oder sogar nur über dem Kinn. Außerdem zupfen sie ständig daran herum. Und sogar ein Schal soll helfen? Das erinnert mich an den Ratschlag aus den Fünfzigern, sich bei einem Atombombenabwurf auf den Boden zu legen und die Aktentasche über den Kopf zu halten. Warum kommen die zahlreichen kompetenten Mediziner und Wissenschaftler, die eine konträre Auffassung von der Wirksamkeit der Masken haben, nicht mehr zu Wort? Die Bevölkerung wird in ihren elementarsten Rechten unnötigerweise massiv eingeschränkt, die non-verbale Kommunikation durch Mimik wird unmöglich gemacht, Kinder werden traumatisiert. Und Herr Haider redet von „Spaß“, „Normalität“ und „Freiheit“. Was ist das für eine Freiheit? Unsere Demokratie wird gerade beerdigt!

Volker Wiest, Hamburg

Dreist und gewissenlos

21. April: Autoindustrie dringt auf eine neue Förderprämie. Volkswagen fordert Zuschuss auch für Verbrenner

Es ist unfassbar! Während viele Kleinbetriebe der verschiedensten Branchen derzeit ums Überleben kämpfen, weil ihnen staatliche Kredite entweder vorenthalten oder nicht gewährt werden, halten Deutschlands Autobauer frech die Hand auf. Und spendieren auf der anderen Seite ihren Aktionären noch großzügige Dividenden. Wie dreist und gewissenlos muss man sein? Ich werde jedenfalls kein einziges Automobil dieser Schmarotzer mehr fahren und hoffe, dass viele Menschen hierzulande genauso denken.

Martin Wucherpfennig

Keine Tests für Fußballer

24. April: So plant der deutsche Fußball den Neustart. Die DFL hat ihr Konzept für die Geisterspiele vorgelegt

Erst wenn die letzten Reinigungskräfte, Pfleger, Krankenschwestern und Ärzte, Lehrer, Polizisten und Feuerwehrleute getestet wurden, können die Herren Fußballer sich käuflich jede Woche testen. Was ist, wenn doch etwas passiert und der Virus umgeht, wer zahlt dann? Der Verein? Die Krankenkasse? Die Berufsgenossenschaft?

Uwe Kossebau, Hanstedt