Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 1. April 2020

Gemeinsam anpacken!

31. März: ,Sobald es geht, wollen wir die Regeln wieder lockern‘. ,Entscheider treffen Haider‘ – Spezialfolge. Unsere Leser stellen Fragen an Bürgermeister Peter Tschentscher

Von ganzem Herzen danke ich Ihnen für diese besondere Folge, die mir, trotz der schlimmen Krise, zeigt, dass es eine Zukunft geben wird, egal, wie lange diese noch auf sich warten lässt. Wir müssen alle die Regeln befolgen und dann wird es möglich sein, diese Zeit zu überwinden. Besonders treffend finde ich auch das „Zitat des Tages“ von Herrn Volker Wieland: „Es ist nicht wie in einem Krieg, wo der Kapitalstock zerbombt wäre und die Arbeiter an der Front sind“. Gerade heute morgen dachte ich darüber nach, wie schlimm es nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland aussah, als fast alles zerbombt war, und so viele Männer fehlten, die an der Front gefallen waren! Frauen packten beherzt mit an und alle zusammen brachten Deutschland wieder nach vorne. Und so wird es nach der Krise auch sein, wenn wir alle gemeinsam anpacken und uns solidarisch verhalten. Auch bin ich in dieser Zeit für Ihre Berichterstattung dankbar, die stets sachlich und klar ist, und ganz besonders auch dafür, dass wir in Hamburg Herrn Dr. Peter Tschentscher als Bürgermeister haben, der mit großem Bedacht und auch Zuversicht unsere Fragen beantwortet. Einen besseren kann es nicht geben. Machen Sie bitte alle so weiter, denn wir brauchen dringend diese ruhige und zuversichtliche Art der Berichterstattung und des Handelns.

Karin Schramm

Gesetze falsch formuliert

31. März: Hilfen nicht ausnutzen! Unternehmen bekommen unbürokratisch Geld vom Staat. Jetzt ist Ehrlichkeit gefragt

Wenn es eines Appells an die Antragsteller bedarf, die Hilfen nicht auszunutzen, sind die Gesetze und Verordnungen falsch oder schlampig formuliert. Es muss klar festgelegt werden, an welche Rahmenbedingungen und Voraussetzungen die Hilfen gebunden sind. Alle Angaben dazu müssen als eidesstattliche Versicherung abgegeben werden. Diese müssen im Zweifelsfall später nachgeprüft werden und bei Falschangaben nachträglich geahndet werden können. Fälle, dass solvente Firmen wie Addidas, Deichmann und H&M gleich mit Erfolg nach staatlichen Hilfen rufen können, müssen ausgeschlossen werden.

Jürgen Körner

Eine Chance wurde vertan...

30. März: Ärger um Hamburgs erstes geplantes Testzentrum

Alle Experten sind sich einig: Südkorea, Singapur etc. sind die richtige Strategie gefahren und haben früh umfangreiche Tests durchgeführt. Das hat Hamburg auf breiter Ebene bislang unverständlicherweise versäumt, vielmehr werden besorgte Bürgerinnen und Bürger an eine völlig überlastete Hotline verwiesen. Jetzt gab es in diesem Sinne eine private, breit angelegte Initiative von Ärzten in Bergedorf für ein Testzentrum. Eine sehr gute, begrüßenswerte Idee, die die niedergelassenen Ärzte und ihr Personal entlastet, sowie anders erkrankte Patienten in den Arztpraxen schützt. Zudem war die Initiative auch organisatorisch schon sehr weit fortgeschritten. Offenbar gab es zunächst die Zustimmung und das Wohlwollen der Gesundheitsbehörde. Im allerletzten Moment zieht die Gesundheitsbehörde ihre Unterstützung zurück. Eine offenkundig konzeptionslose Behörde, deren Entscheidungen nicht nachvollziehbar sind. Eine breit angelegte sinnvolle Privat-Initiative wird behördlich behindert und desillusioniert, anstatt ermutigt und unterstützt. Es wurde eine große Chance vertan...

Annemarie Wenzel, Bergedorf

Ein Zeichen von Inkompetenz

Wenn der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Herr Krämer, behauptet, die KV Hamburg könne alle medizinisch notwendigen Tests auf COVID-19 durchführen, muss ich dieser Äußerung aufs Schärfste widersprechen. Als derzeit jedes Wochenende und insgesamt drei bis vier Tage in der Woche für den Arztruf Hamburg tätiger Notarzt kenne ich die Situation aus der täglichen Praxis. Es können zwar die Anweisungen des RKI umgesetzt werden, die aber derzeit nur die Testung von direkten Kontaktpersonen von Menschen mit positivem Test ermöglicht, wenn diese Beschwerden haben. Trotz typischer Symptome können andere Personen nur getestet werden, wenn sie Risikofaktoren haben oder im Gesundheitswesen arbeiten. Dies bedeutet, dass ungefähr 40 Prozent der bereits telefonisch vorselektierten Patienten mit typischer Symptomatik derzeit nicht getestet werden können. Hierdurch werden wesentliche Infektionsketten nicht nachvollziehbar. Insofern ist es absolut unverständlich und ein Zeichen großer Inkompetenz, dass die Behörde von Frau Prüfer-Storcks dem privat organisierten Testzentrum in Bergedorf die Unterstützung entzieht.

Dr. med. Gerald E. Müller

Katastrophale Fehler

28./29. März: Corona – Lob und Preis der Vorsorge. Wie lange sollen wir die Freiheitsbeschränkungen hinnehmen?

Ganz besonderen Dank für den Gastbeitrag, in dem Professor Ivo Appel weiter blickt als unsere Politiker es offenbar vermögen. Die grundlegende Abwägung über die richtige Strategie sei ohne die Einbeziehung der immensen gesellschaftlichen Folgen nicht möglich, erklärt der Rechtsexperte folgerichtig. Genau dieser katastrophale Fehler ist unseren Politikern anzulasten. Freilich sind manche grundlegenden Maßnahmen im Falle einer nachgewiesenen Epidemie nötig. Jedoch haben die zuständigen Politiker durch die weiteren Entscheidungen, die als unausgegorene Kurzschlusshandlungen zu bewerten sind, etwas ganz Wesentliches versäumt, nämlich „die Einschränkungen aus Gründen der Verhältnismäßigkeit auf jene (Strategien) zu begrenzen, die am meisten gefährdet sind“, wie Prof. Appel treffend formuliert. Ob die Verantwortlichen für ihre Fehlentscheidungen, die sich auf viele existenzielle, soziale und humanitäre Bereiche verheerend auswirken, am Ende tatsächlich die Verantwortung übernehmen werden, ist sehr fraglich. Wer auf der Strecke bleiben wird, ist bereits jetzt abzusehen.

Inga-Lore Faber-Schütt

Keine Geld vom Verein

27. März: Die Nöte der kleinen Clubs

Ich bin Trainerin in einem Sportverein, keinem kleinen Sportverein. Aufgrund der Coronapandemie kann ich nicht arbeiten. Ich bekomme eine so genannte „Aufwandsentschädigung“ für meine geleisteten Stunden. Ich bin keine Selbstständige und kein Freiberufler und weiß nicht, wo ich meinen Verlust gelten machen kann. Vom Verein gibt es keine Bezahlung. Ich finde es sehr ungerecht, dass die Vereine weiterhin Mitgliedsbeiträge kassieren, ihre Trainer aber nicht mehr bezahlen. Davon steht in ihrem Artikel leider nichts.

Sabine Wolff, Hamburg

Es geht nur um Geld

30. März: Das HSV-Beben

Nachdem nun Herr Hoffmann von seinen Aufgaben entbunden wurde, stellt sich die Frage: Hat Herr Hoffmann den Verein in finanziellen Fragen geschädigt? Die Verpflichtungsmethode von Herrn Boldt kann ja auch nicht gerade zum Erfolg führen. Wie der HSV mit geliehenen Spielern aufsteigen will, ist mir ein Rätsel. Denen geht es doch nur um Spielpraxis und Geld, doch nie um den HSV. Wer das glaubt, der träumt!

Peter K. Busche

Fit durch Gymnastik

30. März: 100 Jahre: Eine Frau – so alt wie ihr Zuhause. Ilse Duysen zog als Jugendliche in die Fritz-Schumacher-Siedlung in Langenhorn, die dieses Jahr Jubiläum feiert

Ihren Artikel über die rüstige Langenhornerin habe ich mit großem Interesse gelesen. Werde Frau Duysen zum Vorbild nehmen, um wie sie im Alter lange fit zu bleiben. Ich bin 80 Jahre alt, mein Fitness-Programm besteht aus Gymnastik, spazieren gehen und tanzen. Frau Duysen wünsche ich weiterhin alles Gute und dass sie noch viele schöne Momente im Kreis ihrer Familie erleben kann.

Margret Brühahn