Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 26. März 2020

Wir brauchen Testzentren

25. März: Erster offizieller Corona-Toter in Hamburg

Ich bin Hausarzt und nehme am fahrenden Notdienst (116 117) in Hamburg teil. Für mich ist es absolut nicht nachvollziehbar, dass es weiterhin keine professionellen Testzentren für symptomatische Patienten gibt. Dies würde den fahrenden Notdienst massiv entlasten, und die Infektionsgefahr der teilnehmenden Kollegen und der Arztpraxen deutlich verringern. Stattdessen sind wir weiterhin gezwungen zu improvisieren und mit unzureichender Schutzausrüstung (z.B. FFP2 statt FFP3-Masken) CoviD-19-Testungen durchzuführen. Dieser Zustand ist von den zuständigen Personen verantwortungslos und stellt eine unnötige Gefährdung der Ärzte und ärztlichen Versorgung dar. Wir stehen in Hamburg vor einer potenziellen Katastrophe, die zur Abwendung ein beherztes Handeln erfordert, wie man es von Helmut Schmidt gesehen hat. Wenn die zuständigen Personen dazu nicht in der Lage sind, fordere ich deren Rücktritt.

Dr. Felix Luig

Ruhe finden mit Kulturreihe

25. März: Lesermeinung zur ,Digitalen Kulturreihe‘ vom Hamburger Abendblatt

Ich möchte mich für Ihre digitale Kulturreihe bedanken! Ich bin Ärztin und komme zur Zeit abends schwer zur Ruhe, das Corona-Konzert der Hamburger Symphoniker gestern Abend hat mir sehr gut getan, ich habe mich sehr darüber gefreut! Vielen Dank dafür!

Eva Arlt

Das darf doch nicht wahr sein!

25. März: Mangelnde Corona-Kontrollen ausgerechnet am Flughafen

Fast alle Hamburger versuchen sich an das Kontaktverbot zu halten. Und was passiert bei der Ankunft am Hamburger Flughafen? Keine Kontrollen. Das kann doch nicht wahr sein! Dann ist es doch kein Wunder, dass die Zahlen der Erkrankten immer weiter steigt. Wie kann ich dann die Hamburger Politik als gut bezeichnen? Das sind doch Versäumnisse, die viele Leben kosten könnten. Und ich denke, ich bin mit meiner Meinung sicher nicht allein.

Birgit Kraft, Hamburg

Sehr kontraproduktiv

Mir fällt es sehr schwer, alle Regeln genauestens zu befolgen, wenn ich dann lesen muss, dass die Passagiere am Flughafen ohne jede Kontrolle und Isolierung aussteigen und fröhlich nach Hause fahren. Wie kann es sein, dass die Politiker da keine Regelung gefunden haben? Soviel zum Thema Zusammenhalt! Sehr, sehr kontraproduktiv!

Ute Kühl, Bad Bramstedt

Eine Chance für Europa

24. März: Vergesst Europa nicht! Das Coronavirus hält den Alten Kontinent im Griff. Die Regierungen versuchen in ihren Ländern zu retten, was zu retten ist. Statt auf Solidarität setzt man auf Abschottung

Der Artikel hat mich gefreut, weil jemand öffentlichkeitswirksam und professionell gesagt hat, was ich befangen dachte. Zu gerne würde ich hören, dass Deutschland doch den Nachbarländern abgibt, was wir erst später brauchen. Es wäre doch ein erfreuliches Ergebnis der Krise, wenn der vielgelobte europäische Gedanke gelebte Realität wäre!

Christiane Röhling, Hamburg

Föderation Europa

Europa jetzt in Frage zu stellen, ist ein ganz falsches Signal. Sicher laufen die Maßnahmen in gewissen Bereichen etwas holprig und unkoordiniert, aber wir hatten auch noch nie eine vergleichbare Situation auf diesem Kontinent. Ich sehe Europa im weitesten Sinne wie eine Föderation. So wie auch Deutschland aus mehreren eigenverantwortlichen Ländern, besteht Europa eben aus selbstbestimmten Staaten. Sowie es jetzt zwischen Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern zu Eingriffen im Zweitwohnungsrecht kommt, oder Bayern und das Saarland den Weg der Ausgangssperre gehen, ist dieses Verhalten eben auch staatenübergreifend. Ich finde es auch richtig, dass die Mobilität durch Tourismus und Geschäftsreisen eingeschränkt wurde. Schließlich ist das Virus durch die globale Mobilität verbreitet worden, etwas was es vor 15 oder 20 Jahren noch nicht gegeben hätte. Italien und auch Spanien werden auch aus Brüssel Hilfen bekommen, da bin ich mir ganz sicher, wir stehen erst am Anfang dieser für uns und für Europa neuen Herausforderung.

Cordula Kuhr

Aperitif im Frankreich-Zimmer

24. März: Ik bün wedder tohuus

Danke für den gelungenen Artikel. Wir haben die Vergabe von „Länder“-Zimmern in unserer 5-köpfigen Familie (8, 14, 15, 46, 51 Jahre) gleich nachgemacht: So zogen Frankreich, Uganda, Schweden, die Malediven und Hawaii in unserem Hamburger Mikrokosmos ein. Schon die Dekoration brachte gute Laune, ebenso wie der praktizierte Umgang der Einreise-/Ausreisebestimmungen. Höhepunkt war ein gemeinsamer Aperitif aller Ländervertreter im Frankreich-Zimmer der achtjährigen Tochter mit selbstgebackenem Brioche. Merci, asante, tack, choukouriya und thank you.

Stefanie von Laue, Hamburg