Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 11. März 2020

Was passiert am Sonnabend?

10. März: Deutschlands erster Corona-Toter ist ein Hamburger Feuerwehrmann. Er infizierte sich im Ägypten-Urlaub. Witwe steht unter Quarantäne. Drastische Schutzmaßnahmen im Norden

Was passiert, wenn am Sonnabend Tausende aus den Hamburger Schulferien zurückkommen, nicht nur mit Flugzeug und Bahn, sondern auch mit dem Pkw? Hat die Behörde in diesem Fall einen Plan? Bisher ist in Hamburg ja alles ganz entspannt, aber dann? Das wäre doch mal eine Recherche und einen Artikel wert. Nicht um Panik zu schüren, sondern um die Sinne zu schärfen.

Birgit Hage

Die Urlauber kehren zurück

Am Ende der Woche kehren viele Urlauber aus den Ferien zurück. Gibt es in Hamburg diesbezüglich irgendwelche Pläne wie z.B. in Niedersachsen?

Dietlind Thiessen

Hysterie hilft niemandem

Wann bitte werden wir wieder normal? Im Jahr 2017/2018 starben 25.000 Menschen in Deutschland an einer Grippe. Schlimm genug. Aber mit dieser „Corona-Hysterie“ die es jetzt gibt, ist doch nun wirklich niemandem geholfen. Gewisse Vorsichtsmaßnahmen mögen ja gut sein. Veranstaltungen aber abzusagen, wenn diese von über 1000 Menschen besucht werden, jedoch bis 999 Personen zuzulassen – Entschuldigung, das ist schlichtweg großer Schwachsinn. Anstecken kann ich mich schließlich überall wo ich es mit Mitmenschen zu tun habe. „Häusliche Quarantäne“? Wer überwacht das? Halten sich Betroffene auch daran? Wir sind kein Überwachungsstaat wie es ihn einmal gegeben hat. Wir sind frei denkende Bürger, die über sich selbst bestimmen dürfen sollten. Durch die Absage in panikartiger Manier von Veranstaltungen aller Art werde ich als Bürger nur noch mehr verunsichert. Wenn der „böse Virus Corona“ mal vergangen ist, etliche Firmen etc. pleite sind durch sogenannte „gut gemeinte Absagen“, die Arbeitslosigkeit angestiegen ist und die Aufnahme von Flüchtlingen in den Hintergrund gedrängt wurde, müssen wir uns fragen lassen, ob das alles die Panik wert war. Vorsichtsmaßnahmen sind völlig in Ordnung. Lange Schlangen vor Discountern nur weil diese Desinfektionsmittel verkaufen, sind total inakzeptabel. Das Krankenhäuser damit versorgt werden, muss erste Priorität haben. Als Normalbürger wehre ich keinen Virus mit einem Spray ab.

Detlef Riedel

Streikform ist akzeptabel

10. März: Bauernprotest vor Lager von Discounter Aldi in Seevetal

Die Zufahrtswege zu den Entladerampen der Niedrigpreisführer (Lebensmitteldiscounter) zu blockieren, ist eine absolut akzeptable Form eines Streiks. Es geht hierbei direkt gegen die Einkaufsmächte, die für den Niedrigstpreiswettbewerb verantwortlich sind und damit gezwungen werden sollen, sich mit der Preisgestaltung verantwortlich auch den Erzeugern gegenüber auseinanderzusetzen. Weitere Gesellschaftsgruppen, wie sie bei vielen anderen Streikformen bewusst als Druckmittel benutzt werden (als Beispiel kann hier der Streik von Fluglotsen genannt werden, bei dem auch massiv Fluggesellschaften und Passagiere getroffen werden), werden hier kaum berührt. Es gibt genug weitere Lebensmittelgeschäfte, um den Bedarf zu decken. Parallel ist die Politik gefordert, ähnlich wie beim Mindestlohn, in Zusammenarbeit mit den Bauernverbänden, Mindestpreise für landwirtschaftliche Erzeugnisse festzulegen. Die weitere Kalkulation bleibt dem Handel überlassen.

Udo Bauer, Wedel

Ich finde es beschämend

6. März: Getöteter Polizist: Spendenaktion für die Familie und Leserbrief vom 9. März

Ich habe noch nie einen Leserbrief geschrieben, aber nun ist es mir ein Bedürfnis mich zu äußern. Ich kann Herrn Patitz mit seinem Leserbrief nur zustimmen. Ich bin genauso fassungslos beim Lesen des Artikels gewesen und finde es für ein Land wie Deutschland beschämend, dass die Polizeibeamten für die hinterbliebene Lebensgefährtin des verstorbenen Kollegen sammeln müssen. Bei Verbrechern werden oft Ausnahmen gemacht – schlechte Kindheit usw. Aber hier wird streng nach Gesetz vorgegangen, dass die Lebensgefährtin keine finanziellen Ansprüche hat, weil sie nicht verheiratet gewesen sind. Erbärmlich! Ich habe den verstorbenen Polizisten nicht gekannt, aber letztlich hat er auch für meine Sicherheit sein Leben gegeben, und ich möchte auf diesem Wege seiner Lebensgefährtin mein herzliches Beileid ausdrücken und ihr viel Kraft für die Zukunft wünschen.

Silvia Beck

Wie in einer Bananenrepublik

9. März: 95-Jährige überfallen – Polizei nimmt Täter fest

Die deutsche Rechtsprechung macht so einige Mitbürger immer wieder sprachlos. Erst wird eine 95 Jahre alte Frau überfallen und ihr werden Tausende von Euro gestohlen. Und dann kommt der überführte Täter „mangels Haftgründen“ auf freien Fuß? Leben wir eigentlich in einem Rechtsstaat oder doch in einer „Bananenrepublik“?

Axel Pabst

...immer noch nicht begriffen?

7./8. März: Frauen verdienen 3014 Euro, Männer aber 3468 Euro und Leserbrief vom 9. März

Ich danke Ihnen, dass Sie den Leserbrief von Herrn Michael Krohn veröffentlich haben. Er zeigt doch genau, dass die Vertreter des männlichen Geschlechts es immer noch nicht begriffen haben und es auch nicht wollen. Ich war jahrelang im Groß- und Außenhandel tätig und habe weniger Lohn bekommen als die männlichen Kollegen, obwohl ich sehr viel besser qualifiziert war. Soviel zu dem Argument berufsspezifische Einkommensunterschiede.

Christa Riemann

Als Frau benachteiligt

Wenn ich als Frau im Beruf immer bei Beförderungen oder Versetzungen mit dem sozialen Argument (der männliche Mitarbeiter hat Frau und Kind) benachteiligt werde, hat dieser finanzielle Unterschied wohl nichts mit der richtigen Berufswahl zu tun. Meine persönlichen Umstände werden jedoch nicht berücksichtigt.

Anke Bärbel Harms, Hamburg

Nach Recht und Gesetz

7./8. März: ,Wir müssen jetzt der Wirtschaft helfen‘. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet über den Kampf gegen das Coronavirus – und seine Chancen auf die Kanzlerkandidatur und Leserbrief vom 10. März

Zu Recht wünschen sich die meisten von uns, dass Bürokratie abgebaut und Planungsverfahren beschleunigt werden. Allerdings es ist ein verbreiteter Irrtum, dass das „Heer der Beamten“ sich diese „Flut von Vorschriften“ aus schierer Machtbesessenheit und reiner Boshaftigkeit selbst ausdenken würde, um den Rest der Gesellschaft damit zu schikanieren. Denn es sind immer noch die Parlamente, die die Gesetze verabschieden, damit diese anschließend von der Verwaltung auch angewendet werden. Mehr als einmal habe ich es im Baubereich erlebt, dass dieselben Abgeordneten, die Regeln und Gesetze z.B. zum Brandschutz und zur Barrierefreiheit, zur Energieeffizienz oder zur Bürgerbeteiligung mit großem Eifer durchs Parlament gebracht – und sich dessen in den Medien gerühmt haben – sich im nächsten Moment lautstark auf die Seite derer schlagen, die die lange Verfahrensdauer bis zur Erteilung einer Baugenehmigung beklagen… ob die Verwaltung denn wirklich alles so genau nehmen müsse, oder ob sie nicht auch einmal „fünf gerade sein lassen“ könne? Wer von den Parteien Lösungen zum Bürokratieabbau erhofft, möge bitte dazu sagen, für welche der genannten Schutzziele er die gesetzlichen Standards gesenkt haben will. Genau hieran sind alle bisherigen Reformkommissionen gescheitert. Die Verwaltung handelt nach Recht und Gesetz.

Dr. Joachim Lohse, Senator a. D.