Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 6. März 2020

Von Beusts wahre Worte

5. März: Ole von Beust rechnet mit Hamburger CDU ab. Der frühere Bürgermeister wirft seiner Partei im Abendblatt-Interview ,programmatische Defizite‘ vor

In seinem Interview mit dem Abendblatt spricht Ole von Beust eine Wahrheit aus, die man als Binse bezeichnen kann, die seine CDU aber immer noch nicht gelernt hat, denkt man nur an ihre schreckliche Taktiererei in Thüringen: „Es geht um Inhalte und Haltung… Mit Haltung meine ich: Reagiere ich reflexhaft mit Antworten aus meiner Ideologie oder meinem Programm? Oder reagiere ich so, dass ich Probleme, die gerade da sind, pragmatisch löse?“ Hätte die CDU in Thüringen, angeleitet von der Parteiführung in Berlin, nicht ideologisch reflexhaft jegliche Zusammenarbeit mit Bodo Ramelow von den Linken ausgeschlossen, wäre unserer Republik und unserem demokratischen System viel Schlimmes erspart geblieben.

Christoph Lütgert

Reisewarnung für Norditalien?

5. März: Italien-Urlauber ist fünfter Coronafall Hamburgs. Neue Internetseite der Gesundheitsbehörde. Apotheken sollen Desinfektionsmittel herstellen

Schon wieder ist ein Italienurlauber nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet als Erkrankungsfall bestätigt worden. Täglich nehmen die Zahlen von Erkrankten, insbesondere in Norditalien, zu. Fluggesellschaften, wie z.B. auch die Lufthansa, fliegen bestimmte Städte in Norditalien nicht mehr an. Die italienische Regierung hat beschlossen, auch sämtliche Schulen und Universitäten bis auf weiteres zu schließen, auch die Halbfinal-Rückspiele im italienischen Fußball-Pokal sind komplett abgesagt worden. Wenn alles getan werden soll, um die Ausbreitung der Infektion weiter einzudämmen, frage ich mich, ob dazu nicht auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gehört, zumindest für Norditalien. Immerhin gehört Italien in Europa zu dem Land, mit den meisten Infektions und leider auch mit der höchsten Zahl an Todesfällen.

Dr. Volker Bonorden

Abschied vom riskanten Leben

Bei allen Negativnachrichten bezüglich Corona und der Folgen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft: Für alle Beteiligten wäre es nun Grund genug, sich vom bisherigen „Tanz auf dem Vulkan“ zu verabschieden und auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. Den Zeiten des „immer mehr“ sollten Überlegungen weichen, die Gesellschaft auf einem für alle gangbaren Weg und ohne jede Hysterie zu verändern.

Klaus-Peter Müller

Trump wird wiedergewählt

5. März: Lesermeinung zur Karikatur auf Seite zwei

Die Karikatur auf Seite zwei trifft die Lage bezüglich der Vorwahlen in den USA sehr genau. Herr Trump kann sich entspannt zurücklehnen. Seine Wiederwahl wird uns wohl nicht erspart bleiben, und die Welt kann sich schon einmal darauf einrichten.

Hartwig Stoffers

EU von Grund auf erneuern

4. März: Von der Leyen lobt Griechenland als ,Schutzschild‘ der EU. Die Kommissionspräsidentin besucht die Grenze zur Türkei und sagt der Regierung in Athen europäische Unterstützung zu

Natürlich ist die Situation der Flüchtlinge an der Europäischen Grenze nicht vertretbar, wenn man moralische Grundsätze hat. Auch die Bereitstellung von 700 Millionen Euro für den Schutz Griechenlands ist nicht in der Form vertretbar. Dabei weiß doch jeder Verantwortliche der EU und in den Mitgliedsstaaten dieser maroden Organisation, dass Erdogan recht hat, wenn er öffentlich feststellt, dass die türkischen Grenzen geöffnet sind. Der Vertrag zwischen der EU und der Türkei ist zum 31.12.2019 abgelaufen. Und was unternimmt die EU in Bezug auf die Türkei? Nichts! Und in Bezug auf die Flüchtlinge lässt sie schießen. Die EU ist eine Organisation, die von Grund auf erneuert werden müsste. Alle EU-Mitglieder, die nur Geld haben wollen und nichts sonst tun, sollen möglichst umgehend in eine EU zweiter Wertigkeit eingestuft werden. Dann könnte die EU wirklich eine lebenswerte und sogar liebenswerte EU werden. Ach: Ich bin überzeugter Europäer.

Dr. Wilfried Krull, Drage

Ein glaubwürdiger Demokrat

5. März: Drama ohne Gewinner. Bodo Ramelow ist wieder Ministerpräsident von Thüringen – Narben werden bleiben

Die kurze freie Rede von Bodo Ramelow nach seiner Vereidigung hat mich tief beeindruckt. Er hat sich Richtung CDU und auch gegenüber Herrn Kemmerich aufrichtig bemüht, die Wunden zu schließen. Gegenüber Höcke und dessen AfD hat er gleichzeitig mit deutlichen Worten klare Kante gezeigt. Ein aufrechter und glaubwürdiger Demokrat, der es nun mit einer Minderheitsregierung und zielgerichteter Zusammenarbeit mit der CDU auf Arbeitsebene richten muss. Und wenn es denn klappt, wovon ich bei der Integrationsfähigkeit des Ministerpräsidenten ausgehe, was dann Herr Merz, Herr Röttgen und Frau AKK?

Horst Huster

Lästige Duftstoffe in der Bahn

4. März: Nivea soll 2021 frei von Mikroplastik sein. Beiersdorf befürchtet negativen Einfluss durch das Coronavirus

Die Ankündigungen vom Chef der Beiersdorf AG, demnächst die Recyclingquote erhöhen zu wollen, Mikroplastik zu vermeiden usw. ist sicherlich zu begrüßen. Leider sind die modernen Duftstoffe in den Kosmetika überhaupt kein Thema, obwohl dies eine Gelegenheit wäre, ihre Verwendung einmal gründlich zu überdenken und den Bedürfnissen der Gesundheit anzupassen, indem man die vielfach verwendeten, lästigen, manchmal aggressiven Duftstoffe endlich wieder eliminiert, bzw. zumindest auf ein Minimum reduziert. Wer sich z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln zusammen mit vielen Menschen aufhalten muss und sich dabei den Unmengen an diversen Duftschwaden ausgesetzt sieht, glaubt sich in einer der gängigen Parfümeriefilialen, wo unentwegt Düfte in die Luft versprüht werden. Offensichtlich sind die meisten Menschen inzwischen so sehr desensibilisiert, dass sie das nicht mehr merken, oder dass sie sich daran gewöhnt haben. Beides dürfte der Gesundheit und dem Wohlbefinden aber nicht zuträglich sein. Die Ursache für dieses Problem dürfte nicht nur darin zu suchen sein, dass die Konsumenten ihre Parfüms etc. überdosieren, sondern sicher besonders darin, dass den meist synthetischen Duftstoffen eine Note gegeben wird, die absolut jeden anderen Duft überdeckt und eine Halbwertzeit von mindestens ein bis zwei Tagen hat.

Peter M. Lange, Hensedt-Ulzburg

Erhaltenswerte Bauwerke

4. März: Sundbrücke wird zum Radlerparadies. Das Wahrzeichen des Landes Schleswig-Holstein wird nicht abgerissen

Schade, dass in Hamburg immer alles Alte abgerissen werden soll. Die Brücke über die Willy-Brandt-Straße und besonders die Köhlbrandbrücke sind erhaltenswerte Bauwerke, die Hamburg eine Identität geben. Etwas Respekt vor den Leistungen vorheriger Generationen würde den Stadtplanern gut tun.

Sabine und Thomas Schendel

Saubermachen reicht nicht!

4. März: ,Hamburg räumt auf‘ sucht noch weitere Teilnehmer

Wenn 1000 Initiativen mit 70.000 Teilnehmer handeln, ist eine begleitende qualitative Bewertung dessen, was man sammelt, notwendig. Die Ergebnisse der Analyse sollten dazu führen, dass von Jahr zu Jahr weniger Müll anfällt, d.h. Produzenten, Konsumenten und Staat sich einer bewussten radikalen Müllvermeidung zuwenden. Wir sind europäische Meister, was den Verbrauch von Verpackungen angeht und das hat nicht zu verantwortende Folgen. Es bedarf hier der Erkenntnis, der Bewertung und eines entschiedenen Handelns. Einmal Saubermachen reicht nicht, wenn wir immer mehr „Dreck“ produzieren und wenn wir wirklich was ändern wollen!

Siegfried Stockhecke