Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 19. Februar 2020

Leitungswasser ohne Calcium

19. Februar: ,Leitungswasser ist ökonomisch und ökologisch besser‘. Entscheider treffen Haider - mit Nathalie Leroy, der Chefin von Hamburg Wasser

Das nützt aber alles nichts, wenn es nicht schmeckt. Unser Leitungswasser in Todendorf schmeckt zum Beispiel muffig bis modrig – dagegen komme ich trotz Umweltbewusstseins nicht an. Zudem benötige ich als Betroffene mit Osteoporose calciumreiches Wasser und das kann Leitungswasser nicht bieten. Man kann es also nicht verallgemeinern und sagen: Trinkt nur Leitungswasser. Es kommt schließlich auch auf den Geschmack, der lokal unterschiedlich ausfallen kann und die individuellen Umstände an.

Cornelia Wöllert

Der Betrag ist kein Pappenstiel

19. Februar: Cum-Ex und die Wahl. Die neuen Enthüllungen sind kein Skandal, aber mehr als ein Sturm im Wasserglas

Ich habe überhaupt kein Verständnis für Matthias Ikens Beschwichtigungen zum Cum-Ex-Raubzug durch die Hamburger Steuerkasse, eines unfassbaren Bankenskandals und einer Verquickung oder auch „nur“ der Ratlosigkeit von Politik und Politikern. Dass jemand in diesem Fall persönlich haften muss, sich andere noch viel tiefer an unserer Steuerkasse bereichert haben, und dass Kanzleien als Berater Mittäter waren, kann doch die Schuld und die Mitverantwortung nicht relativieren. Selbst bei damals noch unklarer Rechtslage hätten zumindest verjährungshemmende Maßnahmen getroffen werden müssen, bis die Untiefen Bankenunwesens ohne Ansehen der Person vollständig ans Tageslicht befördert worden wären. 47 Millionen sind für Hamburg ja kein Pappenstiel, da kann jeder mal darüber nachdenken, an welcher Stelle dieses Geld in Hamburg hätte segensreich eingesetzt werden können. Und schlimmer noch wiegt die Haltung der beteiligten Banken gegenüber unserem Gemeinwesen, unserer Sozial- und Wirtschaftsordnung, die ihre Existenz erst ermöglicht. Eins ist allerdings richtig: Dass das gerade jetzt - kurz vor der Wahl - wieder in die Schlagzeilen gerät, wirft auch ein Zwielicht auf die beteiligten Medien.

Uwe-Carsten Edeler

Bäume ja, Grünmüll nein

19. Februar: Jungs, was für ein Aufwand!

Danke, für den wunderbaren Artikel. Selten ist der ganz normale Irrsinn der heute üblichen Grünpflege und ihr gedankenloser Maschineneinsatz anschaulicher geschildert worden. Wir Hamburger möchten zwar ganz viele Bäume in der Stadt haben, aber ihr Laub behandeln wir wie Grünmüll, der rasch entsorgt werden muss. Dabei ist Laub, das sich an Ort und Stelle zersetzt, der Schlüssel für ein gesundes Bodenleben. Wir beklagen wortreich das Insektensterben, und dennoch pusten wir ihnen jedes Jahr ihren Überwinterungsraum zuschanden. Und das mit Hunderten von Laubbläsern, die Lärm und Abgase erzeugen und Feinstaub, Allergene und Pilzsporen in die Luft wirbeln. Wie gesagt: Der ganz normale Irrsinn.

Dr. Hans-Helmut Poppendieck,

Botanischer Verein zu Hamburg

CDU: Eigennutz dominiert

19. Februar: Thüringer CDU stellt Bedingungen für Übergang mit Lieberknecht. Fraktion lehnt Ramelows rot-rot-grünes Rumpfkabinett ab und will stattdessen für „vollständig besetzte“ Expertenregierung zur Haushaltsaufstellung

Die Thüringer CDU trägt maßgeblich Mitverantwortung an dem größten, schmutzigsten Politskandal des Landes. Jetzt unterbreitet Herr Ramelow einen konstruktiven, überraschenden Vorschlag zur Wahl einer respektablen Ministerpräsidentin bzw. Bildung einer Teilregierung, um die schwelende Haushalts-/ Staatskrise in Thüringen rasch zu beenden und die Bürger erneut ihr Wahlurteil abgeben zu lassen. Was tut die CDU, ihr fällt nichts durchsichtigeres, unwürdigeres ein, als zu schachern. Sie will um jeden Preis eine verdiente Niederlage bei Neuwahlen vermeiden. Wenn noch ein Funken Hoffnung bestand, dass die Thüringer CDU im Interesse des Landes Vernunft annimmt, so ist der gänzlich erloschen. Hier dominiert purer Eigennutz über das Wohl der Menschen beziehungsweise des Landes. So geht glaubwürdige Politik jedenfalls nicht! Man kann sich nur angewidert abwenden.

Volker Deising

Harte Zerreißprobe

Nach dem Schachzug der AfD nun also ein solcher der Linken, der die CDU einer harten Zerreißprobe aussetzt und den bisherigen, aus historisch nachvollziehbaren Gründen, in Stein gemeißelten Unvereinbarkeitsbeschluss einem Stresstest aussetzt. Es scheint eine arttypische Spezialität von Parteien wie AfD und Linke zu sein, den demokratischen Parlamentarismus vorzuführen, wenn der Coup von Ramelow auch deutlich konzilianter verpackt ist. Die CDU wäre dennoch klug beraten, die Erblast einer lediglich zur Linken umgespritzten SED nicht opportunistisch zu ignorieren und besser nicht über jedes Stöckchen zu springen, das man ihr fintenreich hinhält.

Thomas Prohn

Schlechte Kombination

19. Februar: Fridays mit Greta & Fettes Brot

Wenn man der Sache von „Fridays for future“ etwas Schlechtes antun will, dann ist es die Kombination mit einem Gratiskonzert. Da kann man vom Engagement der Schüler für das Klima schreiben so viel man will, der heftige Beigeschmack der Vermeidung von Schulstress und dafür „Highlife“ auf dem Heiligengeistfeld ist unübersehbar. Und wohl leider auch nicht wegzudiskutieren.

Werner Jens

Verkehr verlagert sich

19. Februar: Jetzt enthüllt: Senat sorgt absichtlich für rote Welle auf Ring 2

Warum wundert es mich nicht, dass unser autofeindlicher Senat Ampeln manipuliert, um künstliche Staus zu erzeugen? Weil es nur meinen schon langwährenden Verdacht bestätigt, dass er alles macht, um das Autofahren zu verleiden. Schlimm ist, dass es ein staatlicher Eingriff ist, der unter anderem dazu führen soll, die ungeliebten Autofahrer, die nicht auf das Fahrrad umsteigen wollen, zu gängeln. Noch schlimmer ist, dass diese Gängelei zu nichts führen wird. Auch wenn in Hamburg die Zulassungszahlen für Kfz gestiegen sind, sind es die Massen an Auswärtigen, die morgens in und abends aus der Stadt drängen, und die dazu ihre Autos benutzen. In Anbetracht der katastrophalen öffentlichen Verkehrsanbindungen kann man ihnen das nicht einmal verdenken. Und auch die Hamburgerinnen und Hamburger tun sich einen Gefallen, wenn sie nicht in die staugeplagten Busse oder in die unzuverlässigen S-Bahnen steigen. Am schlimmsten ist allerdings, dass durch die künstlichen Staus eine Verlagerung des Verkehrs in andere noch nicht so frequentierte Straßen bewirkt werden soll. Dadurch wird die Luftreinheit insgesamt sicherlich nicht besser, sondern der Dreck verteilt sich nur gleichmäßiger. Einfach schlimm.

Martina Nowak

Warten auf tödlichen Unfall?

18. Februar: SPD und Grüne beharken sich nun auch beim Thema Tempo 30

Als ich diese Überschrift las, war ich sprachlos. Hamburg hat damals als eines von zwei Bundesländern gegen die Einführung von Tempo 30 vor sozialen Einrichtungen auch ohne Gefahrenlage gestimmt. Als sich die StVO-Novelle nicht mehr verhindern ließ, wurde folgende Richtlinie in Hamburg erlassen: Kein Tempo 30, wenn mehr als eine Fahrbahn in dieselbe Richtung führt oder wenn sechsmal in der Stunde ein Bus fährt. Anscheinend gibt es auch bei Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in Hamburg. Wenn diese Einrichtungen an Hauptstraßen liegen, muss jetzt also auf einen (tödlichen) Unfall gewartet werden, um endlich Tempo 30 anordnen zu können. Wie unendlich zynisch, aber laut SPD handelt es sich nur um „Wahlkampfgetöse“.

Sabine Hartmann